«Schutz vor Passivrauchen» deutlich verworfen
Rauchverbots-Befürworter sind enttäuscht
publiziert: Sonntag, 23. Sep 2012 / 15:02 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 23. Sep 2012 / 16:12 Uhr
Yvonne Gilli (Grüne), Mitglied des Initiativkomitees «Schutz vor Passivrauchen»
Yvonne Gilli (Grüne), Mitglied des Initiativkomitees «Schutz vor Passivrauchen»

Bern - Die Lungenliga zeigt sich über das Nein zu ihrer Initiative überrascht und enttäuscht. Sie hofft, dass die bestehenden Gesetze zum Schutz vor dem Passivrauchen nicht gelockert werden.

6 Meldungen im Zusammenhang
Die Leute seien offenbar zufrieden mit der bestehenden Regelung auf Bundesebene, die vor zwei Jahren in Kraft getreten ist, sagte die Geschäftsführerin der Lungenliga, Sonja Bietenhard, am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Sie sieht das klare Resultat jedoch nicht als Signal für mehr Toleranz gegenüber dem Rauchen.

Die Kampagne für die Volksinitiative habe die Öffentlichkeit für die Gefahren des Passivrauchens sensibilisiert, zeigte sich Bietenhard überzeugt. Den Kantonen sei es weiterhin freigestellt, von sich aus strengere Regeln einzuführen.

Auch die linken Parteien zeigen sich vom deutlichen Nein zur Volksinitiative enttäuscht. SP-Nationalrätin Silvia Schenker (BS) befürchtet, dass nun strengere Rauchverbote in einzelnen Kantonen unter Druck kommen.

Einen Grund für die klare Ablehnung sieht Schenker darin, dass es den Gegnern der Initiative gelungen sei, den Begriff des Verbots ins Zentrum zu stellen. Das eigentliche Anliegen - der Schutz vor dem Passivrauchen - sei so in den Hintergrund gerückt.

Die grüne Nationalrätin Yvonne Gilli (SG) sieht die Verantwortung dafür auch bei den Befürwortern der Initiative. «Es ist nicht gelungen, zu kommunizieren, dass es bei der Initiative um den Arbeitnehmerschutz geht.»

Auf nationaler Ebene sei das Thema damit vorerst vom Tisch. «Es braucht nun eine Denkpause.»

Erleichterte Gegner

Die Gegner der Initiative sind über das Nein zum Volksbegehren erleichtert. Das Volk habe gemerkt, dass die Initiative viel zu weit gehe, sagte FDP-Nationalrat Ruedi Noser auf Anfrage der Nachrichtentur sda.

Das Thema Rauchverbot sei mit dem Scheitern der Initiative fürs Erste abgeschlossen, so Noser. «Jetzt werden die extremen Nichtraucherorganisationen merken, dass sie aufhören müssen.»

Gleichzeitig betonte Noser, dass das Nein nicht als Votum für eine Liberalisierung der bestehenden Gesetze interpretiert werden sollte. Vielmehr hätten die Stimmbürger «ein klares Votum für den Status Quo» abgegeben.

Ebenso sehen die bürgerlichen Parteien SVP, FDP, CVP und BDP in der wuchtigen Ablehnung der Volksinitiative ein klares Signal für einen Marschhalt. Das Volk signalisiere damit, das es keine weitere Verschärfung wünsche.

Hoffen auf die Wissenschaft

Auch die Tabakbranche ist «froh» über das Nein zur Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen». In den letzten zehn Jahren sei viel unternommen worden, um die Bevölkerung vor den schädlichen Auswirkungen des Passivrauchens zu schützen.

Dies sagte FDP-Ständerat Hans Hess (OW) am Sonntag auf Anfrage. Die Branche hofft im Kampf gegen das Passivrauchen nun auf Schützenhilfe durch die forschende Industrie. Es gebe Anzeichen, dass sich dereinst die Schadstoffe aus dem Rauch herausfiltern lassen.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern/Genf - Die eidgenössische Volksinitiative zum Schutze von Wolf, Bär und Luchs ist gescheitert. Einer der Initianten, der ... mehr lesen 1
Zur Realisierung der Initiative zum Schutz von Grossraubtieren fehlen 20'000 Unterschriften. (Archivbild)
Auch die Mehrheit der Nichtraucher lehnte die Initiative «Schutz vor Passivrauchen» ab.
Bern - Bei der Abstimmung über die Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen» sind die Fronten klar zwischen Rauchern ... mehr lesen
Bern - Nachdem das Stimmvolk eine Verschärfung des Rauchverbots auf nationaler Ebene deutlich verworfen hat, hoffen manche Wirte auf eine Trendwende. Im Kanton Zürich prüft der Wirteverband GastroZürich die Lancierung einer kantonalen Initiative mit dem Ziel, das Rauchverbot zu lockern. mehr lesen  8
Bern - Die grosse Mehrheit der Schweizer Presse begrüsst das deutliche Nein des Volkes zu einem verschärften Rauchverbot. Die ... mehr lesen
Das Volk zeigte Stärke und konnte sich mit einem klaren Nein zum verschärften Rauchverbot durchsetzen.
Ruedi Noser: «Jetzt werden die extremen Nichtraucherorganisationen merken, dass sie aufhören müssen.»
Bern - Die Gegner der Initiative zum ... mehr lesen 2
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Rauchen soll nicht komplett aus den Restaurants verbannt werden. Volk und Stände haben der Volksinitiative ... mehr lesen 10
Die Lungenliga-Initiative «Schutz vor Passivrauchen» verlangte für Rauchverbote schweizweit einheitliche Regeln.
Kommunikation = Wahrheitsrelativierung?
«Es ist nicht gelungen, zu kommunizieren, dass es bei der Initiative um den Arbeitnehmerschutz geht.»

Typisch Politiker. Hat es sich also doch nur um eine Finte gehandelt, deren "Kommunikation" misslungen ist? :-)

Ich habe eine andere Vorstellung von Kommunikation, als das Verdrehen von und die Vorspiegelung falscher Tatsachen.
Durch die Regelung soll verhindert werden, dass die Initianten im Umsetzungsprozess mit Durchsetzungsinitiativen Druck ausüben können.
Durch die Regelung soll verhindert werden, dass die Initianten im ...
Ein neues Phänomen  Bern - Das Beispiel der Durchsetzungsinitiative soll nicht Schule machen. Die Staatspolitische Kommission des Ständerates (SPK) schlägt vor, dass solche Initiativen vom Parlament künftig erst behandelt werden, wenn die Umsetzung der ersten Initiative abgeschlossen ist. 1
'Raus aus der Sackgasse'  Bern - Etwas mehr als 100'000 Unterschriften sind für die Volksinitiative «Raus aus der Sackgasse» ...  
Die Initiative soll bis spätestens Ende Oktober 2015 eingereicht werden.
Aussenminister Didier Burkhalter empfängt Frank-Walter Steinmeier im Von Wattenwyl-Haus in Bern.
Steinmeier rät Schweiz zur Geduld Bern - Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier mahnt die Schweiz für die angelaufenen Gespräche mit der EU zu Geduld und ...
Forschungsausgaben sinken wegen Ja zu Zuwanderungsinitiative Bern - Die Ausgaben des Bundes für Forschung und Entwicklung sind 2014 erstmals seit acht ...
Die Zahlungen des Bundes an die EU-Kommission gingen stark zurück.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1484
    Was ist neu beim Ueli? Maurers Platitüden: «Aber wir sind in einer ausserordentlichen ... heute 00:48
  • keinschaf aus Wladiwostok 2718
    Der Unterschied Einmal mehr: SS winkt und verspricht Bleibe- und Hotelrecht in die Welt ... gestern 12:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3262
    Nicht.... anzunehmen, dass Europa diese enormen Flüchtlingsmassen verträgt. Das ... gestern 11:12
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3262
    Warum... müssen die Schlepper bekämpft, ihre Netze zerschlagen werden? Weil man ... Fr, 28.08.15 14:58
  • HeinrichFrei aus Zürich 389
    Wer Kriegsmaterial exportiert produziert Flüchtlinge Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat den UNO-Hochkommissar für ... Mi, 26.08.15 21:21
  • Kassandra aus Frauenfeld 1484
    Das vergebliche werkeln nach hinten! Das Bankgeheimnis ist gestorben, für alle Zeit gestorben, ... Mi, 26.08.15 20:01
  • Kassandra aus Frauenfeld 1484
    Und weshalb das Ganze? Weil die EU diese Sicherheitskontrollen fordert! Ebenso hat die ... Mi, 26.08.15 17:23
  • Kassandra aus Frauenfeld 1484
    Asylchaos? Chaos im VBS, Chaos im Schulsystem, überall sieht die SVP nur ... Di, 25.08.15 12:32
Wettbewerb
Unvergessliche Momente auf der OCHSNER SPORT CLUB Fanbank.
Hautnah dabei  OCHSNER SPORT CLUB bringt dich hautnah an die Stars der Super League.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 19°C 26°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Basel 15°C 28°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 18°C 28°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern 15°C 30°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 17°C 31°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Genf 16°C 32°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 20°C 29°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten