Raus, vor die Türe
publiziert: Montag, 17. Sep 2012 / 11:26 Uhr / aktualisiert: Montag, 17. Sep 2012 / 13:42 Uhr
Die Nichtraucher werden Entscheiden, ob ihnen der Schutz vor dem Gestank reicht.
Die Nichtraucher werden Entscheiden, ob ihnen der Schutz vor dem Gestank reicht.

Nächstes Wochenende wird in der Schweiz über die Vereinheitlichung des Nichtraucherschutzes abgestimmt. Wieder gehen die Emotionen hoch und die Argumente beider Seiten lassen an der anderen nichts gutes. Argumentativ geht es um den Gesundheitsschutz - doch es geht um mehr.

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Im Zentrum der Forderung steht das Verbot von bedienten Fumoirs, sprich, Raucher müssten künftig ihre Konsumation selbst ins Fumoir mitnehmen. Diese Regel gilt bisher nur in 8 Kantonen der Schweiz. Abgesehen davon ändert sich eigentlich wenig.

Die Argumente dafür und dagegen widersprechen sich zum Teil diametral. So wird die Behauptung, dass Passivrauch schadet, von den Gegnern der Vorlage in Abrede gestellt. Unter anderem berufen sie sich auf eine Studie aus dem deutschen Gastgewerbe, die kein statistisch erhebliches Risiko für Service-Angestellte feststellten konnte.

Die Befürworter hingegen fahren mit einer ganzen Reihe von Studien und Metastudien aus der Schweiz und der ganzen Welt auf, die genau dieses bewiesen. Der Streit an dieser Front ist zu einem Grabenkrieg verkommen, der so schnell nicht zu einem Ende kommen dürfte.

Aber wird wirklich über die Gesundheit abgestimmt, über den Schutz oder vor allem darüber, ob man nicht durch den Qualm belästigt werden will? Denn dies ist für den Autor, der noch nie geraucht hat in seinem Leben, der grösste Vorteil der neuen Gesetzgebung: Man stinkt nach einem Lokalbesuch nicht mehr absolut widerlich nach kaltem Rauch.

Zudem ist man nicht mehr auf die Gnade des am Nebentisch sitzenden angewiesen, sein Essen geniessen zu können, ohne dass dieser einen einnebelt, weil er soeben seinen Kaffee mit der obligaten Zigarette zusammen geniessen will, während man selbst grade den Hauptgang bekommt.

Schliesslich kann man endlich auch wieder mit Kindern in die Restaurants gehen, ohne dass diese, die nachweislich (obwohl sicher auch diese Studien von den Rauch-Befürworten negiert werden), in ihrer Atemfunktion durch Rauch beeinträchtigt werden.

Gerade was letzteres betrifft, bekommt die Forderung von Rauchern um Toleranz einen sehr bitteren Beigeschmack. Denn dort, wo sie rauchen dürfen, zeigen sie diese eben nicht. Schon wiederholt bat der Autor an Orten, wo noch geraucht werden darf, Raucher aus Rücksicht auf die Kinder mit der Zigarette doch etwas zu warten. Der Erfolg war jeweils gleich Null. Dieser Mangel an Rücksicht und dieser Unwillen, auf die Nichtraucher einzugehen, haben den Goodwill der Nichtraucher offensichtlich so stark reduziert, dass bei Abstimmungen seit Jahren nun eine Retourkutsche nach der anderen kommt.

Es hängt nun wohl vor allem davon ab, wie zufrieden jene 70%, die jeweils für die Anti-Rauch-Vorlagen gestimmt haben, mit der gegenwärtigen Situation sind. Wenn es ihnen immer noch zu sehr stinkt, wird die Raucher-Lobby nochmals eins aufs Dach bekommen. Wenn sie hingegen finden, der Schutz vor dem Gestank sei O.K., dann könnte es beim Status Quo bleiben, ohne Berücksichtigung der Gesundheit der Angestellten des Gastgewerbes.

Die Attraktivität des Rauchens, ja die direkte Verbindung von Zigarette und Coolness sind in den letzten Jahrzehnten bei uns jedenfalls ziemlich drauf gegangen. Die Massendroge «Zigarette» wird zwar immer noch massenweise konsumiert, aber ihr Glanz ist ihr gründlich abhanden gekommen und das dürfte sich auch nicht so schnell ändern.

Nach Jahrzehnten der Raucherdominanz hat nun eben die Zeit der Nichtraucher begonnen. Auch wenn dies für viele Raucher unangenehm ist und ungerecht scheint... denn genau wie früher die Nichtraucher in einem Restaurant für etwas frische Luft nur einen Weg nehmen konnten, gilt dies nun für die Raucher, wenn sie etwas Nikotin brauchen: Raus, vor die Türe oder eben ins Fumoir. Eine wahrlich demokratische eingeführte Ironie des Schicksals.

(Patrik Etschmayer/news.ch)

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Die Arbeitnehmer
In allen anderen Branchen werden Mitarbeitende vor schädigenden Einflüssen gesetzlich geschützt. Keiner käme auf die Idee, in einer Maschinenfabrik einem Arbeiter zu sagen, es gehöre halt zum Risiko, dass man hier einen Unfall hat. Nur im Gastgewerbe soll das nicht gelten. Offenbar, weil einem Gast nicht zuzumuten ist, ein paar Meter zu laufen, um ein Bier zu holen. Ich verstehe das einfach nicht.
Wir Nichtraucher.......
,,,,,,,,,,, sind genügend geschützt. Insofern das Gesetz durchgesetzt wird.

Alles andere ist Zwängerei.

Doppelmoralist MIGROS! Mirgorlino und Denner verkaufen Zigaretten und Alkohol. MIGROS verkaufte schon immer Alkgläser und Aschenbecher..........
na und ?
Es gehört zu den Grundrechten einer Demokratie, sich mit einer Initiative gegen gefühltes Unrecht zu wehren. Genau so, wie Sie sich gegen Bevormundung wehren dürfen. Verbalinjurien sind einer sachlichen Diskussion eher abträglich.

Mit Ihrer Aussage, dass Raucher bestens geschützt sind, trafen Sie den Nagel auf den Kopf.
(Ich vermute aber eher einen Verschreiber ?)
Neee..... ;-)
Als nächstes stehen zuerst die Geniesser alkoholischer Getränke auf der Abschussliste.
Ein erster Vorstoss, um eine gehässige und sinnentleerte Diskussion darüber loszutreten, wurde bereits von einem Juristen und Politiker, namens Vogler, wohnhaft im Kanton Obwalden lanciert.

Er fordert ein Alkoholverbot von 21 - 5 Uhr im öv.

Dieser Herr fährt wohl nie Zug und wenn doch, dann sicher 1. Klasse. In der zweiten Klasse, wo ich mich täglich tummeln muss und fast jeden Abend - auch spät - fahre, habe ich in den letzten 2 Jahren etwa 5 Alkoholtrinker angetroffen.
Eine völlig blödsinnige Forderung. Nur ein Trick natürlich, um eine generelle Alkoholächtung anzuvisieren.

Man darf über mich denken, was man will und mich nennen, wie man will. Aber für mich ist Schluss mit militanten Forderungen von Vegetarieren, Antirauchern, Antialkoholikern und anderen Moralisten.
Ich HASSE missionierende Moralisten bis ins Grab hinein und mir reicht es in diesem Land, mich ständig gegen Verbote wehren zu müssen. Das könnte bald dazu führen, dass der Aufenthalt für diese Idioten in meiner Nähe tatsächlich gesundheitsgefährdend sein könnte.

Es ist für mich eine Tatsache, dass die Welt schöner wäre, ohne diese Prediger. Bis anhin hat man sie halt toleriert. Aber dieser Intoleranz, die diese Leute an den Tag legen, mag ich nicht länger tolerant begegnen. ZERO-Toleranz für diese intoleranten Bevormunder.
sofort
wenn es dann auch wirklich nur um den Schutz der Passivraucher gehen würde, aber da steckt weit mehr dahinter.. gewisse Zeitgenossen wollen einfach den Fünfer unds Weggli und geben erst Ruhe wenn alles unter Dach und Fach ist.. und die nächsten sind dann die Uebergewichtigen.. aber mit dem SUV in die Migros fahren (die notabene 1km von zu Hause entfernt ist) und in die Ferien fliegen und grillen das ist dann ok.. daher no way..
Mähhh, mähhhh
Mähhhh, mähhhh, Sie werden dank all den blöckenden Schafen gewinnen, Chachacha.
Spot on Keinschaf
Schrieb ja schon hier im Forum, die mögen den Anderen nicht mal das Zahnweh gönnen.

Raucher sind bereits geschützt, aber den Anti-Tabak-Taliban reicht das nicht. Die nächste Initiative für ein Verbot draussen von diesem verlogenen Pack steht ja schon.

Hier geht es nicht mehr um Schutz, sondern um Bevormundung und Zwängerei.
Nennen Sie Ihre Initiative...
...wenigstens beim Namen, statt hier verlogene Propaganda zu betreiben.

Die Initiative heisst: "Pissen wir den Rauchern ans Bein, weil wir selbst nicht rauchen und nicht verstehen können, weshalb andere das tun. Wir tolerieren das nicht länger und fangen jetzt an, unsere Mitbürger zu bevormunden, weil wir die nötige geistige Reife nicht haben, um zu erkennen, dass wir nicht über den anderen stehen."

Unter diesem Titel stimmen Sie ab. Und missbrauchen damit die Demokratischen Rechte zur Herbeiführung einer Verhaltenstherapie.
So oder so ...
... falls Sie bis jetzt noch nicht abgestimmt haben - bitte vergessen Sie nicht am 23. September 2012: JA zum Schutz vor Passivrauchen für alle. Danke :-)
Bei Leuten wie Ihnen?
Mit Leuten wie Ihnen, Gesundheitsaposteln und Polizeistaat-Fans, kindsköpfigen "jetzt geben wir Euch"-Lölis.... usw. braucht man nicht zu argumentieren.

Da hilft nur eine massive Gegenwehr. Ob Sie das als primitiv anschauen, wen kümmert's? ;-)
Sie fänden mich ja auch als Raucher ein no-go.
Mit Toleranz und Rücksicht für Astlöcher ist bei mir Ende Gelände. Das hat mit "typisch" oder mit Argumentationslosigkeit gar nichts zu tun. Eher damit, dass es mir langsam, aber sicher, sowie endgültig und irreversibel reicht, mit extremistischen Astlöchern über ihre Hirngespinste zu diskutieren.

Sie haben schon mehrfach dargelegt, dass Ihnen Raucher ein Dorn im Auge sind. Insofern sind Sie wenigstens einer der wenigen ehrlichen Gesundheitsapostel. Alors, wenn Sie und Ihresgleichen glauben, einen Krieg gegen Leute beginnen zu müssen, die Sie aus ideologischen Gründen - und was anderes wäre es? - nicht mögen, dann brauchen Sie nachher nicht herumzujammern, wenn man Sie die Faust küssen lässt.

Liebe Antiraucher-Astlöcher, rennt zur Urne und legt Eure erbärmliche Stimme gegen die Raucher ein. Jetzt ist der Moment gekommen, wo Ihr Euch mal erleichtern und sämtlichen Frust über angeblich entgangene Lebensfreude loswerden dürft!
Beklagt Euch aber nicht, wenn man Euch nachher auch als die Astlöcher behandelt, die Ihr seid.
Actio ist gleich Reactio und nicht nur in der Physik.

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