Reaktionen zum Kampusch-Auftritt am TV
publiziert: Donnerstag, 7. Sep 2006 / 12:22 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 3. Apr 2007 / 09:30 Uhr

In Österreich haben mehr als 2,5 Millionen Menschen das erste Fernsehinterview mit dem Entführungsopfer Natascha Kampusch gesehen. Das teilte das ORF in Wien mit.

Titelbild des österreichischen Nachrichtenmagazins NEWS.
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Die Sendung «Thema Spezial» auf ORF2 mit dem rund 40-minütigen Interview erreichte mit durchschnittlich 2,545 Millionen Zuschauern den dritthöchsten Wert seit Einführung der Quotenmessung im Jahr 1991. Noch mehr Zuschauer hatte 2002 eine Polit-Sendung zur Nationalratswahl und 1991 die «Peter Alexander Show».

Psychologen kritisierten, dass die 18-Jährige nur zwei Wochen nach ihrer achtjährigen Gefangenschaft an die Öffentlichkeit trat. Der Kriminalpsychologe Adolf Gallwitz sagte der Nachrichtenagentur dpa, der Gang in die Öffentlichkeit sei nach seiner Einschätzung für Kampusch viel zu früh erfolgt. «Ich weiss nicht, ob der Betriebswirtschafter, der Medienspezialist oder der Psychiater in dieser Berater-Gruppe gerade das Sagen hat», sagte Gallwitz.

Einfluss der Betreuer

Offenbar sei der Einfluss der Betreuer stark. Davon abgesehen halte er das Entführungsopfer nach Betrachten der Interviewbilder für intelligent und sprachgewandt. «Sie hat eine weit überdurchschnittliche Sozialkompetenz und hat mich teilweise während des Gespräches fasziniert», sagte Gallwitz.

Der Münchner Kinder- und Jugendpsychologe Christian Lüdke äusserte die Befürchtung, dass nun ein «völlig falsches Bild» von der 18- Jährigen in der Öffentlichkeit entstehe. Das ORF-Interview habe «die starke, hübsche junge Frau» gezeigt. «Das ist aber ein kleines, verletztes Mädchen, das die Hölle erlebt hat.»

Spitze des Eisberges

Wie von einem Eisberg nur zehn Prozent an der Wasseroberfläche sichtbar seien, sei auch bei Kampusch bei dem Gespräch nur ein Zehntel ihrer Person sichtbar geworden. Die anderen 90 Prozent lägen unter der Oberfläche. «Wie schlimm die Entführung war, wird sich erst in den nächsten Monaten und Jahren zeigen.»

(ht/sda)

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