«Taktischer Abzug»
Rebellen geben Hochburg in Aleppo auf
publiziert: Donnerstag, 9. Aug 2012 / 14:03 Uhr
Aktivisten hatten heftige Kämpfe im syrischen Aleppo gemeldet. (Symbolbild)
Aktivisten hatten heftige Kämpfe im syrischen Aleppo gemeldet. (Symbolbild)

Aleppo - In Syrien haben sich die Aufständischen in der Wirtschaftsmetropole Aleppo nach eigenen Angaben vollständig aus dem umkämpften Viertel Salaheddin zurückgezogen. Das Viertel ist offenbar vollständig von Rebellen-Kämpfern geräumt.

7 Meldungen im Zusammenhang
«Wir haben einen taktischen Abzug aus Salaheddin vollzogen», sagte Hossam Abu Mohammed, ein Kommandant von der Freien Syrischen Armee. Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad rückten nun in das Viertel vor.

Die syrische Armee war am Mittwoch mit Panzern in den Stadtteil eingedrungen, der bislang als Hochburg der Aufständischen galt. In den vorangegangenen Tagen hatte die Regierung an die 20'000 Soldaten um Aleppo zusammengezogen, denen etwa 6000 bis 8000 Rebellen gegenüberstehen.

Erst am Vortag hatte Assad in den Staatsmedien bekannt gegeben, dass seine Soldaten die Kontrolle über Salaheddin wiedererlangt hätten. Das syrische Regime hatte am Mittwoch eine Bodenoffensive in von Rebellen gehaltenen Gebieten Aleppos gestartet.

Bei Gefechten am Mittwoch sollen gemäss der Beobachtungsstelle in ganz Syrien über 170 Menschen ums Leben gekommen sein, allein in Aleppo 43, darunter auch Frauen und Kinder. Angaben beider Konfliktparteien in Syrien können nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.

Assad ernennt neuen Premier

Syriens Präsident Baschar al-Assad hat dem staatlichen Fernsehen zufolge am Donnerstag einen neuen Ministerpräsidenten ernannt. Der bisherige Gesundheitsminister Wael al-Halki soll auf Rijad Hidschab folgen.

Hidschab hatte sich vor einigen Tagen auf die Seite der Aufständischen geschlagen und das Land verlassen. Sein 48-jähriger Nachfolger Halki stammt aus der Provinz Deraa im Süden Syriens, wo der Aufstand gegen Assad vor 17 Monaten ausgebrochen war.

Iran dementiert Berichte von Tötung von Geiseln

Der Iran dementierte am Donnerstag, dass von syrischen Rebellen entführten Iraner getötet worden seien. Alle Entführten seien wohlauf, erklärte das Aussenministerium in Teheran.

Mit Blick auf Berichte syrischer Rebellen, dass drei der 48 Entführten getötet worden seien, sagte ein Mitarbeiter des Aussenministeriums: «Die veröffentlichten Berichte hierzu sind falsch.»

Am Montag hatten die Rebellen mitgeteilt, drei der Iraner seien bei einem Angriff der Regierungstruppen in der Provinz Damaskus getötet worden. Sie drohten damit, auch die anderen zu töten, sollte die Armee ihre Angriffe nicht beenden.

Syrische Rebellen hatten am Samstag einen Bus abgefangen und dabei 48 Iraner in ihre Gewalt gebracht. Sie erklärten, dass es sich bei ihnen vermutlich um Militär-Angehörige handelte, die die Truppen Assad unterstützen sollten.

Der Iran räumte am Mittwoch erstmals ein, dass unter den Geiseln auch ehemalige Soldaten und Mitglieder der Revolutionsgarden sind. Zunächst hatte der Iran die Entführten als Pilger bezeichnet.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Beirut/Ankara - Mehr als ein Jahr nach ihrer Entführung in Syrien sind neun libanesische Pilger wieder frei. Die Pilger seien in ... mehr lesen
Die schiitischen Libanesen waren im Mai vergangenen Jahres in der nordsyrischen Provinz Aleppo von syrischen Rebellen entführt worden. (Symbolbild)
Istanbul/Damaskus - Aus Sorge vor einer weiteren Eskalation in Syrien haben die USA und die Türkei die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe beschlossen. Diese soll auf militärischer, politischer und geheimdienstlicher Ebene eng zusammenarbeiten. mehr lesen  1
In Damaskus lieferten sich Rebellen und Armee heftige Kämpfe um den im Süden gelegenen Stadtteil Tadamun. (Symbolbild)
Damaskus/Beirut - In der syrischen ... mehr lesen
Beirut - Die syrische Armee hat gemäss der Opposition die Zitadelle von Aleppo mit einer Mörsergranate beschädigt. Das zum ... mehr lesen
Zitadelle von Aleppo. (Archivbild)
Die Hälfte der Stadt ist von Regimetruppen eingekreist worden.
Damaskus/Beirut - Die syrische Armee hat offenbar ihre lange angekündigte Bodenoffensive gegen die Rebellen in der Stadt Aleppo begonnen. Die Armee drang am Mittwoch mit Panzern in den ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Damaskus/Aleppo - Um die Kontrolle der nordsyrischen Metropole Aleppo wird seit Tagen gerungen. Informationen über die Lage in der Stadt sind widersprüchlich: Die einen berichten, dass die Rebellen ins historische Zentrum vorrücken, andere, dass die Truppen des Assad-Regimes dank schweren Waffen die Rebellen zurückdrängen. mehr lesen 
Beirut - Die Macht des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad schwindet. Nach dem syrischen Regierungschef haben ... mehr lesen
Rauchwolken über Damaskus. (Archivbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 16
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Russland und Westen kooperieren bei Syrien-Hilfe Berlin - Russland und westliche Staaten arbeiten bei der humanitären Hilfe für die syrische Bevölkerung ... 1
Rund 150'000 Binnenflüchtlinge hätten Schutz im syrisch-türkischen Grenzgebiet gesucht.
Über 60 Luftangriffe wurden geflogen. (Symbolbild)
Dschihadisten bei Luftangriffen in Syrien getötet Beirut - Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten am Donnerstag mindestens 16 ... 1
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) ist in diesen Tagen an allen anderen Fornten unter Druck. ... Mi, 01.06.16 12:39
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Nach Frauenfeld, verehrter zombie wo sie sich mit der Maffia zu einem Zombiestaat vereinen und ganz ... Mi, 01.06.16 11:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Blödsinn! Das Schaf ist selbst daran Schuld, dass es vom Wolf gerissen wird, ... Mi, 01.06.16 00:50
  • Pacino aus Brittnau 731
    Radikale führen immer . . . . . . in die Sackgasse. Es ist auch die Linke, die die AfD gefördert ... Di, 31.05.16 07:36
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 18°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 20°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 17°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 18°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 18°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 20°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 21°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten