Friedensprozess erneut am Ende
Rebellen greifen Regierungsstellungen im Südsudan an
publiziert: Dienstag, 10. Feb 2015 / 13:21 Uhr
Begonnen hatte der Konflikt mit einem Zerwürfnis von Kiir und Machar. (Symbolbild)
Begonnen hatte der Konflikt mit einem Zerwürfnis von Kiir und Machar. (Symbolbild)

Juba - Nur gut eine Woche nach der jüngsten Einigung auf eine Waffenruhe ist der Friedensprozess im Südsudan offenbar erneut am Ende. Rebellen beschossen am Dienstag laut Verteidigungsminister Kuol Manyang Stellungen der Regierungstruppen in der Ölstadt Bentiu mit Granaten.

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«Das ist eine Verletzung des Waffenstillstandsabkommens, wir werden uns dagegen verteidigen», so Manyang.

In Bentiu harren 53'000 Menschen in einem Lager der Vereinten Nationen aus, um sich vor der Gewalt der Aufständischen und des Regierungslagers zu schützen. Nothelfer bestätigten am Dienstag die Angriffe, laute Explosionen waren zu hören. Über Opfer gab es zunächst keine Angaben.

Präsident Salva Kiir und sein früherer Stellvertreter und jetziger Rivale Riek Machar hatten sich am vorvergangenen Sonntag zum wiederholten Mal auf eine Waffenruhe geeinigt, sie sah eine «komplette Einstellung» der Kämpfe vor.

Es war das siebte entsprechende Abkommen seit Beginn der Gewalt im Dezember 2013. Die Gespräche über die Machtaufteilung zwischen Kiir und Machar sollten am 19. Februar fortgesetzt werden.

Schwerste Menschenrechtsverletzungen

Der Südsudan erlangte 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan. Begonnen hatte der Konflikt mit einem Zerwürfnis von Kiir und Machar: Der Staatschef warf seinem Stellvertreter einen Putschversuch vor, woraufhin Kiir-treue Soldaten gegen Rebellen kämpften, die wiederum Machar nahestanden. Mittlerweile sind rund 20 bewaffnete Gruppen in den Konflikt involviert.

Seit Beginn des Bürgerkriegs wurden zehntausende Menschen getötet und Hunderttausende vertrieben. Die UNO wirft beiden Lagern schwerste Menschenrechtsverletzungen vor.

Der blutige Konflikt brachte das ohnehin arme Land ausserdem an den Rand einer Hungersnot. Erst am Montag hatten die Vereinten Nationen zu Spenden von 1,8 Milliarden Dollar für die 2,5 Millionen Menschen aufgerufen, die dringend Hilfe brauchen.

(flok/sda)

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