Langsame Friedensgespräche
Rebellen im Norden Syriens unter Druck
publiziert: Dienstag, 2. Feb 2016 / 20:39 Uhr

Genf - Während die Syrien-Friedensgespräche in Genf nur in winzigen Schritten vorankommen, geraten die Rebellen im Norden Syriens massiv unter Druck. Anhänger der Regimegegner in der umkämpften Metropole Aleppo laufen Gefahr, ihre wichtigste Nachschubroute zu verlieren.

5 Meldungen im Zusammenhang
Syriens Armee rückte mit Hilfe russischer Luftangriffe nördlich der Stadt weiter vor, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag meldete. Damit wächst der Druck auf die Unterhändler der Opposition bei den Friedensgesprächen in Genf.

Die frühere Handelsmetropole ist neben Damaskus die wichtigste Stadt Syriens. Während das Regime den Westen Aleppos kontrolliert, beherrschen Rebellengruppen den Osten und den Süden. Die umkämpfte Verbindungsstrasse Richtung türkische Grenze nördlich der Stadt ist die wichtigste Versorgungsroute. Aktivisten befürchten Versorgungsengpässe, sollte die Armee die Verbindung unterbrechen. Es wäre zudem ein wichtiger symbolischer Erfolg für das Regime.

Opposition sagt in Genf Treffen ab

Das Hohe Verhandlungskomitee (HNC) der Regimegegner verschob in Genf ein für den Nachmittag geplantes zweites Treffen mit UNO-Vermittler Staffan de Mistura. Stattdessen diskutierte die Opposition bei einem Dringlichkeitstreffen in Genf über die Eskalation der Gewalt in Aleppo, wie HNC-Sprecherin Farah Atassi sagte.

Die Opposition hatte in den vergangenen Tagen ein Ende der Angriffe auf Zivilisten und eine Verbesserung der humanitären Lage gefordert. Ansonsten will sie wieder aus Genf abreisen. HNC-Sprecher Riad Naasan Agha warf dem Regime vor, die Gewalt während der Gespräche eskalieren zu lassen. Die Angriffe in Aleppo gefährdeten den Prozess.

Zusammen mit verbündeten Kämpfern nahm Syriens Armee am Dienstag das Dorf Hardatnin nördlich von Aleppo ein, berichteten staatliche syrische Medien sowie die Menschenrechtsbeobachter. Regimesoldaten kontrollierten nun Gebiete nahe der wichtigen Verbindungsroute.

Heftige Angriffe auf Aleppo

Die Luftschläge Russlands hatten in den vergangenen Monaten an mehreren Fronten Syriens zu Geländegewinnen der Regierungsanhänger geführt. Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge flogen die russische und die syrische Luftwaffe nördlich von Aleppo innerhalb von zwei Tagen mehr als 270 Angriffe.

Es bestehe die Gefahr, dass Aleppos Rebellengebiete komplett von der Aussenwelt abgeschnitten werden, warnte der Medienaktivist Adnan Hadad aus der Stadt. In diesem Fall drohten Zehntausende Hungertote. «Wir würden eine neue humanitäre Katastrophe erleben», erklärte er.

UNO-Vermittler de Mistura hatte die lang erwarteten Genfer Friedensgespräche am Freitag begonnen. Am Anfang spricht der Diplomat mit den Konfliktparteien in getrennten Treffen. De Mistura kam am Dienstag in Genf zu einem zweiten, mehr als zweistündigen Treffen mit Regierungsvertretern zusammen.

Bei den bisherigen Gesprächen handle es sich um eine «Vorbereitungsphase» für indirekte Verhandlungen, sagte der Leiter der Regime-Delegation, Baschar Dschafaari, danach. Es sei noch nicht einmal bekannt, wer für «die andere Seite» verhandle. Auch ein klares Arbeitsprogramm gebe es nicht. Mit der Opposition hatte sich de Mistura am Montag zu einem ersten formellen Gespräch getroffen.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf - Die Genfer Friedensgespräche ... mehr lesen
UNO-Syrienbeauftragter Staffan de Mistura. (Archivbild)
Rom - Die US-geführte Internationale ... mehr lesen
Saatari - Der britische Aussenminister Philip Hammond hat den russischen ... mehr lesen
Hammond kritisierte besonders, dass die russische Armee auch Rebellen bombardiert, die vom Westen unterstützt werden.
Oxfam zufolge zahlen die meisten reichen Länder weniger als sie eigentlich sollten. (Symbolbild)
Berlin - Vor der Londoner ... mehr lesen
Genf - Die wichtigste syrische Oppositionsgruppe bei den UNO-Friedensgesprächen ist ... mehr lesen
Es ist noch unklar ob sich die Oppositionsgruppe auf Verhandlungen einlässt.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert. mehr lesen   1
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 2°C 6°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee Wolkenfelder, Flocken
Basel 4°C 7°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, Flocken wechselnd bewölkt
St. Gallen 1°C 4°C Schneeschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, etwas Schnee bewölkt, etwas Schnee
Bern 3°C 5°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, Flocken freundlich
Luzern 4°C 5°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, etwas Schnee bewölkt, etwas Schnee
Genf 3°C 7°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee freundlich
Lugano 4°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten
 
 
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/seminar.aspx?ID=200&lang=de