Rebellen im Sudan lassen UNO-Soldaten frei
publiziert: Montag, 20. Feb 2012 / 21:15 Uhr / aktualisiert: Montag, 20. Feb 2012 / 21:35 Uhr
Nigerianische UNAMID-Soldaten. (Archivbild)
Nigerianische UNAMID-Soldaten. (Archivbild)

Khartum - In der sudanesischen Region Darfur haben Rebellen mindestens 49 UNO-Soldaten vorübergehend in ihre Gewalt gebracht. Am Montag liessen die Rebellen diese wieder frei. Drei zusammen mit ihnen gefangen genommene Sudanesen hielten sie jedoch weiter fest.

4 Meldungen im Zusammenhang
Es werde überprüft, ob sie sudanesische Geheimdienstagenten seien, sagte der Sprecher der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM), Gibril Adam Bilal. Die 49 Soldaten der gemeinsamen Mission von UNO und Afrikanischer Union (AU), seien am Sonntag nach ihrem Eindringen in eine von den Rebellen kontrollierte Zone festgesetzt worden.

Sie seien wieder freigelassen worden, weil Nachprüfungen ergeben hätten, dass die Soldaten nicht wussten, dass sie sich in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet befanden. Sollte sich herausstellen, dass die drei Sudanesen keine Geheimdienstagenten seien, würden sie auf freien Fuss gesetzt, sagte der Sprecher der Rebellen weiter.

Eine UNAMID-Sprecherin sagte, die drei Zivilisten arbeiteten für die UNAMID-Mission, nicht für die sudanesische Regierung. Die freigelassenen Soldaten würden sich weiter in der Gegend aufhalten, weil sie ihre Begleiter nicht zurücklassen wollten.

Die Zahl der Blauhelmsoldaten gab die Sprecherin mit 55 an. Der JEM-Sprecher hatte zuvor gesagt, bei den UNO-Soldaten handele es sich um 46 Senegalesen sowie jeweils einen Soldaten aus dem Jemen, Ghana und Ruanda.

Stärkste Rebellengruppe im Darfur

Die JEM ist die am schwersten bewaffneten Rebellengruppe in Darfur. Sie gehört einer Allianz sudanesischer Rebellen an, die seit Jahren in Darfur und im Süden des Landes versuchen, die Regierung von Präsident Omar al-Baschir zu stürzen.

In der westlichen Region Darfur kämpfen nichtarabische Aufständische seit 2003 gegen die Zentralregierung in Khartum. Sie werfen ihr vor, die Region wirtschaftlich und politisch an den Rand gedrängt zu haben. In Darfur sind mehrere Rebellengruppen aktiv.

300'000 Tote

Die Regierung hat eigene Soldaten und überwiegend arabische Milizen mobilisiert, um den Aufstand niederzuschlagen. Nach Schätzungen der UNO wurden seit Beginn der Kämpfe 300'000 Menschen getötet. Die sudanesische Regierung spricht von 10'000 Toten.

Die internationalen Bemühung um Frieden wurden bislang durch die Kämpfe und die Zersplitterung der Rebellenbewegung behindert. So lehnten die wichtigsten Gruppierungen im vergangenen Juli einen Friedensvertrag mit der islamistischen Führung in Khartum ab.

Der Internationale Strafgerichtshof wirft Präsident Omar al-Baschir vor, die Verantwortung für Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in der Region zu tragen und sucht Baschir deswegen per internationalen Haftbefehl.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Al-Fascher - Im Norden Darfurs sind bei einem Angriff aus dem Hinterhalt ein Blauhelmsoldat getötet und drei weitere verletzt ... mehr lesen
Ein Blauhelmsoldat wurde in Darfur getötet. (Archivbild)
Addis Abeba - Der Sudan und der Südsudan haben unter Vermittlung der Afrikanischen Union einen Nicht-Angriffspakt geschlossen. Das Abkommen wurde am Freitag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba von Sudans Geheimdienstchef Mohammed Atta und dem südsudanesischen Geheimdienstchef Thomas Douth unterzeichnet. mehr lesen 
Ausbruch einer hungersnot in Südsudan.
UNO-Organisationen warnen davor, dass der Südsudan auf eine Hungerkatastrophe zusteuert. Mit einem Spendenaufruf wollen sie ... mehr lesen
Khartum - Die Armee im Sudan hat nach eigenen Angaben den Anführer der grössten Rebellengruppe in der Unruheregion Darfur getötet. Chalil Ibrahim von der ... mehr lesen
Die sudanesische Armee berichtet, dass sie einen bedeutsamen Anführer der grössten Rebellengruppe beseitigt habe.
Bagdad kommt nicht zur Ruhe
Bagdad kommt nicht zur Ruhe
Irak  Bagdad - Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Polizeiposten in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Dienstag mindestens 23 Menschen getötet worden. Bei der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Autos beim Viertel Kadhimijah wurden zudem über 50 Menschen verletzt. 
Vertreibung von Christen im Irak scharf verurteilt Dschidda - Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) hat die ...
Anschlagserie fordert in Bagdad 26 Tote Bagdad/Beirut - Bei einer der schlimmsten Anschlagsserien in diesem Jahr sind in ...
Nahost  Bern/Frankfurt - Die Lufthansa-Gruppe stellt ihre Flüge nach Tel Aviv für zunächst 36 Stunden ein. Davon sind auch Flüge der Swiss ...
Nach Swiss-Angaben sind von Zürich aus drei Flüge betroffen.
Operation Protective Edge
Vier Tote bei Beschuss von Spital im Gazastreifen Gaza/Jerusalem - Bei israelischem Artilleriebeschuss eines Spitals im zentralen Gazastreifen sind nach palästinensischen ... 1
Titel Forum Teaser
  • kubra aus Port Arthur 2994
    Lass los Eine Geschichte, die ich dazu gelesen habe. Von jemandem, der wirklich ... heute 01:58
  • Kassandra aus Frauenfeld 906
    Trolle hören kein gleichgeschaltetes russisches Radio.. Die Meldung stand in ... heute 01:19
  • Kassandra aus Frauenfeld 906
    Klagemauer, wo Schafe sich Informieren, oine! Ivo Sasek (* 10. Juli 1956 in Zürich) ist Schweizer Laienprediger und ... heute 00:47
  • kubra aus Port Arthur 2994
    Klar akkzeptiere ich Ihre andere Sicht der Dinge. Nur ist es mir schleierhaft, wie ... gestern 23:25
  • keinschaf aus Wladiwostok 2489
    Kiewer Geheimdienst konfisziert... ...wichtiges Beweismaterial: Leider vorab nur in ... gestern 21:51
  • keinschaf aus Wladiwostok 2489
    Der Film läuft nach Agenda. Die Kriegstreiber der EUSA sind am Werk. Die Zeit drängt. Wenn eine ... gestern 21:29
  • Kassandra aus Frauenfeld 906
    Klagemauer TV? Oh, je! Ivo Sasek (* 10. Juli 1956 in Zürich) ist Schweizer Laienprediger und ... gestern 18:08
  • diverso aus Fribourg 25
    Andere Sicht der Dinge Die Destabilisierung der Ukraine und Auslösung des Krieges ist weder ... gestern 14:40
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 13°C 20°C leicht bewölkt leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Basel 13°C 21°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 14°C 22°C leicht bewölkt leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Bern 15°C 25°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 16°C 25°C leicht bewölkt leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Genf 16°C 25°C leicht bewölkt leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Lugano 17°C 27°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten