Waffenstillstand und Gespräche
Rebellen in Kongo fordern Verhandlungen
publiziert: Montag, 19. Nov 2012 / 15:57 Uhr / aktualisiert: Montag, 19. Nov 2012 / 22:26 Uhr
Rebellen in Kongo wollen Waffenstillstand und Gespräche
Rebellen in Kongo wollen Waffenstillstand und Gespräche

Kinshasa - Die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungs- sowie UNO-Friedenstruppen im Osten Kongo-Kinshasas haben laut Hilfsorganisationen die strategisch wichtige Stadt Goma erreicht. Sie trieben tausende Menschen in die Flucht.

3 Meldungen im Zusammenhang
Nun wollen die Rebellen offenbar verhandeln. Die Bewegung M23 forderte am Montag nach ihren jüngsten Erfolgen in einer Erklärung von Kinshasa, innert 24 Stunden öffentlich die Aufnahme von "direkten politischen Verhandlungen" zu erklären. Um diese Verhandlungen zu ermöglichen, ziehe die Bewegung sich aus ihrer Position vor Goma an der Grenze zu Ruanda zurück.

An den Verhandlungen sollen auch Oppositionsgruppen im Land und im Ausland sowie verschiedene zivile Organisationen beteiligt werden. Zu Forderungen der Rebellen zählen ein Abzug der Streitkräfte aus der Stadt und vom Flughafen sowie eine offizielle Erklärung der Regierung in Kinshasa, dass Gespräche mit M23 geführt würden.

Regierung will nicht verhandeln

Die kongolesische Regierung ging am Montag indes nicht auf das Angebot der Rebellen ein. Bei den M23 handle es sich um "fiktive Streitkräfte, mit denen Ruanda seine kriminellen Aktivitäten in der Demokratischen Republik Kongo verschleiert", sagte Regierungssprecher Lambert Mende.

Seine Regierung wolle mit Ruanda auf der Internationalen Konferenz zur Region der Grossen Seen verhandeln. Sein Land werde dem "Agressorstaat" keine Gelegenheit geben, sich internationalem Druck zu entziehen, indem er die Verantwortung auf die M23 abschiebe.

Eskalierte Lage

Die Kämpfe zwischen der Bewegung M23 gegen Regierungstruppen und UNO-Friedenstruppen waren am Donnerstag ausgebrochen und waren bis zum Wochenende eskaliert. Im Kampf um Goma hatten Kampfhelikopter der UNO-Mission MONUSCO am Samstag und Sonntag Stellungen der Rebellen mit Raketen und Geschützen beschossen.

Die Kämpfe vor Goma gingen nun am Montag weiter. Zeugen berichteten von Gefechten in den Vorstadtvierteln Munigi und Mudga. Einwohnern seien in Panik Richtung Süden oder in Richtung ruandische Grenze geflohen. Ein Hotel sei von einer Granate getroffen worden. Mehrere Menschen wurden nach Angaben von Spitalmitarbeitern verletzt, einige von ihnen schwer.

Tausende Flüchtlinge

"Wir hören schwere Artillerie und Granateneinschläge aus der Stadt", berichtete Aimee Manimani von der Hilfsorganisation "World Vision" am Montag der Nachrichtenagentur dpa in einem Telefongespräch. "Die Intensität der Kämpfe hat wieder zugenommen", sagte sie aus einem Flüchtlingslager nahe der Stadt.

Die Lage für die Zivilisten und Flüchtlinge verschlechtere sich dramatisch. Bis zu 17'000 Menschen hätten ein Flüchtlingslager verlassen müssen und benötigten dringend Hilfe. Viele Kinder seien in dem Chaos von ihren Eltern getrennt worden und irrten nun allein auf der Suche nach Hilfe umher.

Vorwürfe seitens der UNO

Der UNO-Sicherheitsrat hatte bereits am Wochenende ein sofortiges Ende der Kämpfe gefordert und vor einer humanitären Krise gewarnt. UNO-Experten werfen Ruanda, Uganda und auch Burundi Unterstützung der M23 vor. Die Länder weisen dies jedoch vehement zurück.

Hintergrund der Kämpfe ist der Konflikt zwischen Hutu und Tutsi, dem bei den Massakern 1994 bis zu eine Million Tutsi zum Opfer fielen. Die M23 ist von den Tutsis geprägt - ebenso wie die Regierung Ruandas. Die Gruppe M23 entstand, nachdem Offiziere der kongolesischen Streitkräfte im Frühling desertiert waren.

 

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Goma - Im Konflikt in Kongo-Kinshasa hat die Rebellenmiliz M23 die Kontrolle über die Stadt Goma übernommen. Ohne auf nennenswerten Widerstand zu stossen drang eine Kolonne der Aufständischen am Dienstag ins Zentrum der unweit der Grenze zu Ruanda liegenden Stadt vor. mehr lesen 
Accra/New York - Die Lage im ... mehr lesen
Die UNO-Friedenstruppe Monusco im Kongo ist mit mehr als 20'000 Mann die grösste Blauhelmmission.
Die Seite der Rebellen habe in Gefechten schwere Verluste hinnehmen müssen.
Kinshasa - Bei heftigen Gefechten ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene ... mehr lesen 1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht. mehr lesen  
Die NATO sei weiterhin an einem Dialog mit Russland interessiert.
NATO-Generalsekretär hält Rede in Warschau  Warschau - NATO-Generalsekretär Stoltenberg sieht das Bündnis wenige Wochen vor dem Warschauer Gipfel vor grossen Herausforderungen. Einen neuen ... mehr lesen  1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 0°C 16°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen Schneeregenschauer
Basel 1°C 16°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 3°C 13°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Schneeschauer
Bern 0°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen Schneeregenschauer
Luzern 1°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Schneeregenschauer
Genf 2°C 16°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Lugano 7°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten