Aufständische rücken in Libyen weiter vor
Rebellen nähern sich Sirte - Schiessereien in Tripolis
publiziert: Sonntag, 6. Mrz 2011 / 08:53 Uhr / aktualisiert: Freitag, 8. Apr 2011 / 11:42 Uhr
Im Osten Libyens rücken Aufständische auf Gaddafis Heimatstadt Sirte vor.
Im Osten Libyens rücken Aufständische auf Gaddafis Heimatstadt Sirte vor.

Berlin/Kairo - Im Zentrum der libyschen Hauptstadt Tripolis hat es nach Angaben von Zeugen am frühen Sonntagmorgen heftige Schiessereien gegeben. Es war zunächst unklar, wer die Gewehrschüsse abfeuerte und was der Grund dafür war. Auch Sirenen seien zu hören, berichteten die Zeugen.

4 Meldungen im Zusammenhang
Die im Westen des Landes gelegene Hauptstadt ist die wichtigste Hochburg von Machthaber Muammar al-Gaddafi. Im Osten Libyens dagegen haben die Aufständischen seit Tagen die Kontrolle über Benghasi, die zweitgrösste Stadt des Landes.

Von dort aus rückten sie gen Westen auf Gaddafis Heimatstadt Sirte vor. Die Aufständischen erklärten, sie hätten bereits die Kontrolle über Bin Dschawad erlangt. Die Stadt liegt etwa 160 Kilometer östlich von Sirte. Nun würden sie nach Sirte vordringen. «Wir werden Sirte jetzt angreifen», sagte ein Aufständischer zu Reuters.

Der Vorsitzende des Nationalen Rates der Aufständischen, der frühere Justizminister Mustafa Abdel Dschalil, sagte dem Fernsehsender Al-Dschasira, die Rebellen seien auf dem Weg nach Sirte und würden dann auf die Hauptstadt vorrücken.

Heftige Kämpfe erwartet

Während im Osten viele Städte ohne nennenswerten Widerstand von Gaddafi-Getreuen an die Aufständischen fielen, dürfte es um Sirte vermutlich heftige Kämpfe geben. Die Küstenstadt hat über viele Jahre enorme Unterstützung von Gaddafi erhalten. Ausserdem gibt es dort einen wichtigen Luftwaffenstützpunkt, zahlreiche Gaddafi-treue Soldaten sind in Sirte stationiert.

In Sawijah im Westen des Landes blieb es in der Nacht zum Sonntag nach heftigen Kämpfen zwischen Aufständischen und Gaddafi-treuen Soldaten zunächst ruhig. Allerdings befürchteten die Rebellen erneute Angriffe der Soldaten im Lauf des Sonntags. Sawijah liegt rund 50 Kilometer westlich von Tripolis.

Evakuation von Flüchtlingen

Mehrere Staaten beschleunigten derweil die Evakuation von Flüchtlingen aus Libyen. Drei Schiffe der deutschen Marine nahmen am Samstag in Tunesien mehr als 400 ägyptische Flüchtlinge an Bord und liefen Richtung Ägypten aus.

In der Nacht zum Sonntag landeten in Kairo zudem zwei von vier US-Militärflugzeugen, die insgesamt 312 ägyptische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückbringen. China hat bereits über 35'000 Landsleute nach Hause geholt. Auch Kanada evakuierte weitere Ausländer aus Libyen. Nach Angaben der UNO sind bisher mehr als 191'000 Menschen vor den Kämpfen geflohen.

(asu/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Berlin/Kairo - Regierungstruppen ... mehr lesen
Gaddafi-Anhänger haben wieder etwas Oberwasser.
Ras Lanuf mit seinem Ölhafen war heute wieder heftig umkämpft
Tripolis - In mehreren libyschen Küstenstädten haben sich Aufständische erneut heftige Kämpfe mit den Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi geliefert. Die Rebellen, die praktisch ... mehr lesen
Tripolis - Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi sind nach ... mehr lesen
Libysche Rebellen posieren mit Waffen.
Tripolis - Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi wehrt sich mit allen Mitteln gegen sein Ende. Während sich seine Truppen heftige Gefechte mit Aufständischen liefern, versuchen Gaddafis Emissäre nach Angaben der Opposition sich Loyalität zu erkaufen. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Lage in Libyen ist sehr schlecht - in wirtschaftlicher, finanzieller Hinsicht, aber auch in puncto Sicherheit.
Die Lage in Libyen ist sehr schlecht - in ...
Bedürfnisse der Einheitsregierung  Wien - Die internationale Gemeinschaft hat sich zur Aufhebung des seit fünf Jahren gegen Libyen bestehende UNO-Waffenembargos bereit erklärt. Damit soll den Bedürfnissen der kürzlich gebildeten Einheitsregierung im Kampf gegen islamistische Milizen Rechnung getragen werden. mehr lesen 
Ministerpräsident kehrt zurück  Tripolis - Die von Islamisten dominierte Schattenregierung in der ... mehr lesen  
Mit der neuen Regierung unter Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch soll der Bürgerkrieg beendet werden.
Behinderung des Friedensprozess  Brüssel - Die EU hat wegen der Behinderung des Friedensprozesses in Libyen Sanktionen gegen drei Politiker beschlossen. Die Strafmassnahmen umfassen ein Einreiseverbot in die EU und das Einfrieren von Bankguthaben in Europa, wie aus EU-Kreisen in Brüssel verlautete. mehr lesen  
Militäroperation am Dienstagabend  Tunis - Die tunesische Regierung geht weiter gegen Extremisten vor. Bei einer Militäroperation in der Nacht zum Mittwoch seien im Süden des Landes sieben Terroristen getötet worden, teilte das Innenministerium in einer Erklärung mit. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 2°C 4°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 3°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 1°C 2°C wolkig, wenig Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 1°C 3°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Luzern 2°C 5°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 2°C 4°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 2°C 6°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten