Rebellenführer Bassajew getötet
publiziert: Dienstag, 11. Jul 2006 / 10:52 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 12. Jul 2006 / 19:40 Uhr

Moskau - Die russische Teilrepublik Tschetschenien liegt im kaukasischen Hochgebirge und wird mehrheitlich von Muslimen bewohnt. Deren Ruf als gefürchtete Kämpfer gegen Fremdherrschaft geht bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zurück.

Bassajew  wurde Anfangs der 80er Jahre islamistisch indoktriniert und im Guerillakrieg ausgebildet.
Bassajew wurde Anfangs der 80er Jahre islamistisch indoktriniert und im Guerillakrieg ausgebildet.
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Damals hatte Scheich Mansur einen «Heiligen Krieg» gegen die Russen angeführt und verloren. Zu Zeiten der UdSSR verdächtigte Diktator Josef Stalin die Tschetschenen der Illoyalität. Er liess 1944 das gesamte Volk nach Zentralasien deportieren.

Viele kamen ums Leben. 13 Jahre später liess Stalins Nachfolger als Staats- und Parteichef der Sowjetunion, Nikita Chruschtschow, die Menschen in ihre Heimat zurückkehren.

Ende der Sowjetunion

Nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion Anfang der 90er Jahre erklärte die damalige tschetschenische Führung unter Dschochar Dudajew die Unabhängigkeit der Republik. Der russische Präsident Boris Jelzin schickte darauf 1994 Truppen in die Region.

Nach einem blutigen Krieg und Massenentführungen der Rebellen einigten sich beide Seiten auf einen Waffenstillstand. Russland zog 1996 seine Streitkräfte zurück.

Während einer dreijährigen De-Fakto-Unabhängigkeit Tschetscheniens bis 1999 beherrschten Gewalt und Verbrechen die Republik. Sie geriet immer stärker unter den Einfluss radikaler muslimischer Gruppen, die einen Kalifatstaat errichten wollten.

Wladimir Putin, damals noch Ministerpräsident Russlands, wollten den Konflikt mit Gewalt lösen: Die russische Armee kehrte 1999 nach Tschetschenien zurück.

Als Präsident sorgte Putin ab 2000 dafür, dass verbündete Tschetschenen eine Russland-freundliche Regierung anführten. Im Mai 2004 wurde der auf diese Weise an die Macht gekommene Präsident Achmad Kadyrow ermordet. Seither ist dessen Sohn Ramsan der starke Mann in der Republik.

100 000 Zivilisten getötet

Die Rebellen wiederum verüben fast tägliche Anschläge und Angriffe auf russische Truppen und Zivilisten und schlagen auch in den Nachbar-Republiken zu. So kamen bei einem Geiseldrama im nord-ossetischen Beslan im September 2004 rund 330 Menschen ums Leben, die Hälfte davon Kinder.

Als Drahtzieher dieses und anderer Anschläge mit hunderten Toten bekannte sich der nun gemäss russischen Angaben getötete Rebellenführer Schamil Bassajew. Seit 1994 starben in den beiden Tschetschenien-Kriegen neben tausenden Soldaten und Rebellen etwa 100 000 Zivilisten.

(fest/sda)

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