Rebellenüberfall: 86 Tote in Südrussland
publiziert: Donnerstag, 13. Okt 2005 / 20:58 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 13. Okt 2005 / 22:10 Uhr

Moskau - Bei einem Überfall islamistischer Rebellen auf eine Stadt in Südrussland sind dutzende Menschen ums Leben gekommen.

Südrussland ist immer wieder das Ziel von terroristischen Übergriffen.
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Ein bewaffnetes Kommando fiel in Naltschik ein und griff Gebäude von Polizei und Regierung an.

Bei stundenlangen Kämpfen starben nach Behördenangaben 13 unbeteiligte Zivilisten und 12 Sicherheitsbeamte. Mindestens 61 Rebellen seien getötet und 16 lebend gefasst worden, teilte die Polizei in der betroffenen Teilrepublik Kabardino-Balkarien mit. Mehr als 110 Menschen seien bei den Schusswechseln verletzt worden.

Blutiges Chaos

Rund 200 schwer bewaffnete Kämpfer drangen früh am Morgen in die 300 000 Einwohner zählende Stadt im Nordkaukasus ein. «Ich bin gerade aufgewacht, als es eine Explosion gab», sagte ein Bewohner: «Die Gebäude im Zentrum brannten.»

Über Stunden herrschte in der Hauptstadt der Kaukasusrepublik Kabardino-Balkarien blutiges Chaos, die Behörden hatten keinen Überblick über die Lage. Telefonverbindungen fielen aus.

Den Berichten nach griffen die in kleine Gruppen aufgeteilten Rebellen morgens zunächst eine Kaserne von Grenzsoldaten und den Flughafen an. «Eine Kompanie Soldaten schlug den Angriff auf den Flughafen zurück», sagte ein Vertreter der Polizei.

Stadt unter Kontrolle

Nach Regierungsangaben war die Stadt am Nachmittag trotz vereinzelter Kämpfe insgesamt unter Kontrolle der Sicherheitskräfte. Die Rebellen seien in Naltschik verstreut und könnten ihren Angriff nicht mehr weiter koordinieren, sagte ein Kreml-Vertreter.

Zu den Angriffen in Naltschik bekannten sich tschetschenische Rebellen im Internet. Die Angreifer gehörten zu der Islamisten-Gruppe Jarmuk, einem Ableger der tschetschenischen Rebellen in Kabardino-Balkarien, hiess es in einer Erklärung auf einer Website, die häufig von den Rebellen genutzt wird.

(bert/sda)

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