Rechtsextreme versuchten aufs Rütli zu paddeln
publiziert: Mittwoch, 1. Aug 2007 / 20:00 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 2. Aug 2007 / 07:37 Uhr

Als wäre die Idee in einer durchzechten Nacht entstanden: Einige Dutzend Neonazis versuchten heute, mit kleinen Schlauchbooten aufs Rütli zu gelangen. Die ganze Aktion startete in aller Herrgottsfrühe um 06.00 Uhr.

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Beim Hafen im schwyzerischen Brunnen pumpten die Glatzköpfe ihre Gummiboote auf.

Ganz vorblildlich mit Schwimmwesten ging es dann auf die Reise über den Vierwaldstättersee.

Weit sind sie indes nicht gekommen: Die Seepolizei-Korps von Schwyz und Uri wiesen die jungen Paddler zurück.

Sie wurden dabei unterstützt vom lokalen Seerettungsdienst und der Feuerwehr. Zurück im Hafen von Brunnen, wurden die Personalien der Rechtsradikalen aufgenommen.

Dann wurden die Gummiboot-Piloten vom Platz gewiesen. Gegen Mittag versuchten rund 30 Personen erneut, mit Gummibooten aufs Rütli zu gelangen. Die Passagiere der Boote seien der Kantonspolizei Schwyz übergeben worden.

Nazis auf dem Landweg

Rund 60 Personen aus der rechtsextremen Szene marschierten am späteren Vormittag von Bauen in Richtung Seelisberg, um auf dem Landweg aufs Rütli zu gelangen. Auch sie wurden zurückgewiesen.

Im Anschluss an die Rütlifeier detonierte auf der Wiese ein Knallkörper. Wie er dorthin gekommen war und wer ihn gezündet hatte, war unklar. Auch stand nicht fest, ob Gefahr bestanden hatte.

Die Kantonspolizei Schwyz zog eine positive Bilanz. 170 Personen seien polizeilich aus Brunnen weggewiesen worden. 70 Wegweisungen stünden im Zusammenhang mit zwei Versuchen, mittels Gummibooten von Brunnen zum Rütli zu gelangen.

Einsatz von Wasser

Dieses Vorhaben sei unter Einsatz von Wasser vereitelt worden, teilte die Kantonspolizei Uri mit. Die Passagiere der Boote seien der Kantonspolizei Schwyz übergeben worden. Es habe sich um einen «eher nicht alltäglichen» Einsatz gehandelt, schreibt die Kantonspolizei Schwyz.

In Luzern nahmen am Nachmittag rund 80 Personen an einer so genannten «antifaschistischen NoDemo» teil. Zu der Aktion hatte das «Bündnis für ein buntes Brunnen» (bbb) aufgerufen. Es wollte damit ein Zeichen setzen gegen die Auftritte der Rechtsradikalen am Bundesfeiertag.

Kundgebung aufgelöst

Als «NoDemo» wurde die Kundgebung bezeichnet, weil der Luzerner Stadtrat für den 1. August keine Demonstrationen bewilligt hatte. Die Polizei löste die Kundgebung am späten Nachmittag auf.

20 Kundgebungsteilnehmer wurden vorübergehend festgenommen und verzeigt. Eine Strafanzeige gegen die Verantwortlichen des «Bündnisses für ein buntes Brunnen» werde in Erwägung gezogen.

(Geri Holdener/news.ch mit Agenturen)

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