Reden ist Silber...
publiziert: Donnerstag, 2. Okt 2008 / 17:29 Uhr / aktualisiert: Samstag, 11. Okt 2008 / 17:52 Uhr

Der amerikanische Wohlstand scheint seit dieser Woche Vergangenheit zu sein. Washington ist wie gelähmt und die republikanische Vizekandidatin Sarah Palin sollte wahrscheinlich noch dankbar dafür sein.

Kathleen Parker ist enttäuscht von Sarah Palin.
Kathleen Parker ist enttäuscht von Sarah Palin.
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In dem ständigen Auf und Ab in der amerikanischen Wirtschaft und Politik ging sie bisher komplett unter.

Ein glücklicher Umstand für sie, denn Palin hat ein Problem: als Vizepräsidentin muss sie in der Lage sein freie, improvisierte Reden zu halten und nicht nur vorbereitete Ansprachen und Slogans von sich zu geben.

Redegewandtheit

Bisher hat sie sich nicht durch besondere Redegewandtheit ausgezeichnet, genauer gesagt: hat sie kaum frei in der Öffentlichkeit gesprochen.

Während Sie dies hier lesen, wird Amerika gerade erst Palins Debatte gegen den demokratischen Vize Kandidaten Joe Biden und somit ihren bisher grössten Auftritt, bei dem sie auf sich allein gestellt ist, verfolgt haben.

Die Reaktionen bleiben abzuwarten. Vor der Debatte war McCains Wahlkampflager sehr nervös, wann immer Sarah Palin auch nur in der Nähe eines Mikrophons, einer Kamera oder eines Computers redete.

Nur drei CNN-Interviews

Im Gegensatz dazu hat CNN schon ungefähr einhundert Interviews von Joe Biden als Obamas Vize gezählt. Bei Palin bisher nur drei. Keines davon war berauschend. Erst kürzlich hat sie erklärt, sie sei erfahren, wenn es um auswärtige Politik gehe, schliesslich sei die Gouverneurin von Alaska, dem Staat von dem aus man Russland sogar sehen könne. In einem anderen Interview konnte oder wollte sie nicht sagen, welche Magazine oder Zeitungen sie liest.

Die konservative Kolumnistin Kathleen Parker war eine Palin Befürworterin, die enttäuscht war, nachdem sie diese im Fernsehen gesehen hatte: «Ich verfolgte ihre Interviews mit dem stockendem Atem eines verängstigten Elternteils», schrieb sie diese Woche, «mein Finger lag bereits auf der Mute-Taste für den Fall, dass es zu peinlich würde. Unglücklicherweise passierte das oft. Meine Geduld neigt sich dem Ende.»

Republikaner lieben Palin

Die meisten Republikaner lieben Palin nach wie vor. Sie versammeln sich bei ihren Kundgebungen und klatschen wild Beifall.

Dennoch können unabhängige Wähler die Wahl entscheiden und diese wenden sich von ihr ab.

Umfragen, die nach ihrem Fernsehauftritt gemacht wurden ergaben, dass zuvor 60 Prozent der Unabhängigen einen positiven Eindruck von ihr hatten. Davon sind nun nur noch 48 Prozent übrig. Die Prozentzahl derjenigen, die sich gegen Palin äussern, stieg von 26 auf 36 an.

McCain ist ihr in seiner Quote nach unten etwas gefolgt

Manche Strategen der Republikaner meinen, dass es ein Fehler war, Palins Begegnungen mit der Presse einzuschränken. So hatte sie nur wenige Gelegenheiten, den Umgang mit schwierigen Fragen zu lernen und jeder Pressetermin wurde so ausführlich analysiert, weil sie so selten waren.

Möglicherweise ist die Erklärung einfacher: sie ist neu. Neu, unkonventionell und den Erwartungen trotzend. Oder auch: neu, unerfahren und unqualifiziert. Die Amerikaner werden sich entscheiden.

Jonathan Mann - Campaign Trail Column für den 3.10.08
Dieser Text stammt von Jonathan Mann, Moderator und Journalist bei CNN International. Er moderiert das wöchentliche Politmagazin «The Campaign Trail» auf CNN International. Der Text steht in der Schweiz exklusiv für news.ch zur Verfügung.

(CNN-Kolumne von Jonathan Mann)

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