Rege Kinderprostitution an deutsch-tschechischer Grenze
publiziert: Dienstag, 28. Okt 2003 / 20:05 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 28. Okt 2003 / 20:32 Uhr

Berlin - An der deutsch-tschechischen Grenze gibt es nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF in grossem Umfang Prostitution von Kindern. Es finde sogar Missbrauch von Säuglingen statt, wurde in Berlin berichtet.

Die Sozialarbeiterin Cathrin Schauer sagt, dass immer mehr Sextouristen geziehlt nach Kindern fragen.
Die Sozialarbeiterin Cathrin Schauer sagt, dass immer mehr Sextouristen geziehlt nach Kindern fragen.
UNICEF berief sich dabei auf die wissenschaftliche Studie Kinder auf dem Strich der Sozialarbeiterin Cathrin Schauer. Sie arbeitet seit 1995 im deutsch-tschechischen Grenzgebiet als Streetworkerin und hat systematisch Informationen über das Ausmass der Kinderprostitution gesammelt.

Schauer sagte vor Journalisten in Berlin: Sextouristen fragen jetzt immer häufiger ganz gezielt nach Kindern. Es gebe einen organisierten Markt.

Bei Razzien der tschechischen Behörden würden Kinder zumeist nicht entdeckt. Sie bieten sich nicht in Bordellen an, sondern in Supermärkten, Spielhallen, Bahnhöfen oder Hauseinfahrten.

Prag wies die Kritik als unrealistisch und zweifelhaft zurück. Eine im tschechischen Innenministerium für Prostitutionsverbrechen zuständige Mitarbeiterin nannte die UNICEF-Angaben zweifelhaft.

Sie habe den Eindruck, dass die Darstellung stark übertrieben sei, sagte sie dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender CT. Polizeisprecherin Blanka Kosinova sagte, die tschechischen Behörden besässen keine Informationen über eine mögliche Kinder-Strassenprostitution.

Nach einer Grossrazzia am 11. Oktober gegen illegale Prostitution, bei der 4000 Menschen kontrolliert wurden, habe man keine Beweise für einen solchen Missbrauch von Kindern gefunden, sagte die Sprecherin weiter.

(bert/sda)

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