Regierung will Fingerabdrücke von Roma-Kindern nehmen
publiziert: Freitag, 27. Jun 2008 / 18:25 Uhr / aktualisiert: Freitag, 27. Jun 2008 / 18:45 Uhr

Rom - Die italienische Regierung will künftig die Fingerabdrücke der im Land lebenden Roma speichern lassen. Das Projekt soll auch Minderjährige einschliessen, was heftige Kritik hervorgerufen hat. Die EU bezeichnete die Massnahme als illegal.

Die Initiative soll verhindern, dass Eltern ihre Kinder «lieber zum Betteln als in die Schule schicken». (Symbolbild)
Die Initiative soll verhindern, dass Eltern ihre Kinder «lieber zum Betteln als in die Schule schicken». (Symbolbild)
Mit der Massnahme soll nach Angaben von Innenminister Roberto Maroni eine Möglichkeit geschaffen werden, um die Jugendlichen identifizieren zu können. Minderjährige Roma müssten oft als Bettler arbeiten und könnten daher nicht zur Schule gehen.

«Dies ist der richtige Weg, um Minderjährigen ihre Rechte zu garantieren», zitierte die Zeitung «La Repubblica» den rechtspopulistischen Politiker der Lega Nord.

Der Sprecher der EU-Kommission, Pietro Petrucci, sagte, dass kein Land das Recht habe, auf ethnischer Basis Fingerabdrücke abzunehmen.

Die EU-Kommission könne jedoch keine Stellung zu einfachen Aussagen von Politikern beziehen. «Es handelt sich nur um Aussagen von Akteuren auf Italiens politischer Szenerie.»

«Ethnische Diskriminierung»

Der frühere Präsident der jüdischen Gemeinschaft in Italien, Amos Luzzatto, kritisierte den Plan als «ethnische Diskriminierung». «Das Land scheint sein Gedächtnis verloren zu haben», sagte er.

Der ehemalige Sozialminister der Linken, Paolo Ferrero, sprach von «rassistischer Demagogie». Bei der Idee handle es sich um «die gleiche Philosophie, Kultur und Politik, die seinerzeit vom Faschismus und von Benito Mussolini praktiziert wurden.»

Die Kinderschutzorganisation UNICEF erklärte, man könne Kinder nicht dadurch beschützen, dass man ihre Grundrechte verletze: «Wir dürfen die Opfer nicht zu Tätern machen.»

In Italien leben nach neuesten Zählungen etwa 160'000 Roma und Sinti. Etwa 60'000 von ihnen stammen aus Rumänien, viele kommen aus dem früheren Jugoslawien. Fast die Hälfte sind italienische Staatsbürger.

(dl/sda)

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