Neue Hoffnung
«Regime der Stille» soll Syrern Atempause verschaffen
publiziert: Freitag, 29. Apr 2016 / 17:17 Uhr / aktualisiert: Freitag, 29. Apr 2016 / 18:39 Uhr
Die Waffen sollen in Syrien erneut ruhen.
Die Waffen sollen in Syrien erneut ruhen.

Damaskus - Eine neue Waffenruhe lässt in Syrien auf eine Atempause von den Kämpfen hoffen. In der Nacht zum Samstag werde ab 01.00 Uhr Ortszeit ein «Regime der Ruhe» in einigen Landesteilen gelten, erklärte das Militär am Freitag.

5 Meldungen im Zusammenhang
In der Hauptstadt Damaskus und in einer Region östlich davon werde die Waffenruhe 24 Stunden gelten, nördlich der Hafenstadt Latakia 72 Stunden. Ein Vertreter der Opposition sprach von einem "Regime der Stille", auf das sich die USA und Russland verständigt hätten. Dieses werde auch in Aleppo greifen, zitierten ihn russische Medien.

Das syrische Militär erwähnte Aleppo nicht. Die Lage in der teils von Rebellen und teils von der Regierung kontrollierten Grossstadt ist besonders prekär. Mehr als 200 Zivilisten wurden dort nach Angaben aus dem Umfeld der Opposition in den vergangenen sieben Tagen getötet.

Neue Luftangriffe

Bei neuen Luftangriffen auf eine Gesundheitsstation und andere Ziele in Aleppos Rebellengebieten kamen am Freitag mindestens elf Menschen ums Leben, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Sie machte Syriens Luftwaffe für die Angriffe verantwortlich. Demnach feuerten Rebellen zugleich auf eine Moschee sowie andere vom Regime gehaltene Orte der Stadt und töteten mindestens 13 Menschen.

Erst in der Nacht zum Donnerstag waren bei der Bombardierung eines von der Organisation Ärzte ohne Grenzen unterstützten Spitals mehr als 50 Menschen getötet worden. Es liegt im Viertel Sukkari, das ebenfalls unter Kontrolle der Aufständischen steht. Unter den Opfern war laut Ärzten ohne Grenzen der letzte Kinderarzt, der noch in den Rebellen-Vierteln der ehemaligen Wirtschaftsmetropole praktizierte.

Letzten Nachschubweg kappen

Assad-treue Kräfte kontrollieren den Westen der einst zweitgrössten Stadt Syriens, Regimegegner den Osten. Die Armee versucht seit längerem, den letzten Nachschubweg der Rebellen zu kappen.

Formell gilt bereits seit Februar eine auf Initiative der USA und Russland vereinbarte Waffenruhe zwischen den Konfliktparteien. Lediglich besonders radikale Gruppen wie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder der Al-Kaida-Ableger Nusra Front sind davon ausgenommen, sie dürfen weiter bekämpft werden. Doch in den vergangenen Tagen erwies sich diese Waffenruhe als zunehmend brüchig.

Das wiederum gefährdet die internationalen Bemühungen zur politischen Lösung des Syrien-Konflikts in Genf. Ob sie effektiv fortgesetzt werden können, ist angesichts der Lage derzeit völlig ungewiss. Wegen der zunehmenden Gewalt im Bürgerkrieg hatte die Opposition die Friedensgespräche in Genf Ende vergangener Woche verlassen.

"Tödliche Eskalation" in Vorbereitung

UNO-Menschenrechtskommissar Seid Ra'ad al-Hussein sagte, die Gewalt in Syrien steige auf ein Niveau wie vor der im Februar in Kraft getretenen Waffenruhe. Es gebe verstörende Berichte über militärische Vorkehrungen, die darauf hindeuteten, dass "eine tödliche Eskalation" vorbereitet werde.

Alle Konfliktparteien zeigten eine "monströse Missachtung" zivilen Lebens. Aus vielen Städten, darunter Aleppo, Homs und Damaskus, würden immer mehr zivile Opfer gemeldet.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf - Die USA hoffen nach den ... mehr lesen
Aleppo - In Syrien ist in der Nacht ... mehr lesen
Aleppo - Der UNO-Sonderbeauftragte Staffan de Mistura hat die USA und Russland zu einer neuen Friedensinitiative für Syrien aufgefordert. Erst wenn die Angriffe auf ... mehr lesen
Beirut - In Syrien ist am Donnerstag ... mehr lesen
Die Zivilbevölkerung ist von der Aussenwelt und praktisch von jeder Versorgung abgeschnitten.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert. mehr lesen   1
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht. mehr lesen  
NATO-Generalsekretär hält Rede in Warschau  Warschau - NATO-Generalsekretär Stoltenberg sieht das Bündnis wenige Wochen vor dem Warschauer Gipfel vor grossen Herausforderungen. Einen neuen Kalten Krieg will er trotz mehr Präsenz im Osten vermeiden. mehr lesen   1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 3°C 10°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Basel 3°C 7°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wechselnd bewölkt
St. Gallen 9°C 16°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Bern 2°C 7°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Luzern 4°C 11°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Genf 4°C 9°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Lugano 8°C 8°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten