Maschinengewehre gegen Zivilbevölkerung
Regimetreue greifen zwei syrische Dörfer an
publiziert: Mittwoch, 13. Apr 2011 / 09:49 Uhr
Einige der Bewohner hätten angeblich an den Protesten teilgenommen (Archivbild).
Einige der Bewohner hätten angeblich an den Protesten teilgenommen (Archivbild).

Beirut - Unterstützer der syrischen Regierung haben einem Oppositionellen zufolge am Dienstag zwei Dörfer im Nordosten des Landes mit Maschinengewehren angegriffen. Die Dörfer sind nicht weit von Banias entfernt, wo Sicherheitskräfte am Sonntag vier Menschen erschossen, die für Reformen demonstrierten.

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Ziel seien die Orte Baida und Beit Dschnad gewesen, sagte der führende Oppositionelle Haitham al-Maleh. Bewohner hätten ihm berichtet, dass es dabei Opfer gegeben habe.

Ein Bewohner eines dritten Dorfes berichtete, dass er das Feuer schwerer Waffen aus Baida und Beit Dschnad gehört habe. Einige Bewohner der beiden Orte hätten an den Protesten gegen die Regierung in Banias teilgenommen.

Unterdessen warf die Organisation Human Rights Watch (HRW) Syrien die Verweigerung von medizinischer Hilfe für verletzte Demonstranten vor. In mindestens zwei Städten, in denen es Zusammenstösse mit Regierungsgegnern gegeben habe, hätten Sicherheitskräfte medizinisches Personal davon abgehalten, die Verletzten zu erreichen, teilte HRW am Dienstag mit.

Die syrischen Behörden müssten den Verletzten ungehinderten Zugang zu medizinischer Behandlung erlauben, forderte die in New York ansässige Menschenrechtsorganisation.

HRW benannte konkret die in der Nähe der Hauptstadt Damaskus gelegenen Städte Daraa und Harasta, in denen Krankenwagen von Sicherheitskräften daran gehindert worden seien, nach den vergangenen Freitagsgebeten Verletzte zu bergen.

Rund drei Dutzend Menschen waren bei diesen Ausschreitungen ums Leben gekommen. Insgesamt wurden seit dem Aufkommen der Proteste gegen das autoritäre Regime im vergangenen Monat mehr als 170 Menschen getötet.

Appell an Arabische Liga

In Kairo drängte die führende Gruppe zur Einführung der Demokratie in Syrien, die «Damascus Declaration», derweil die Arabische Liga zur Einberufung einer Krisensitzung zur Lage in Syrien. Sie solle sowohl politischen wie auch diplomatischen Druck auf Damaskus ausüben, damit die Regierung die Zivilbevölkerung schütze.

Der Gruppe zufolge sind seit dem Ausbruch der Unruhen landesweit mehr als 200 Menschen getötet worden.

Das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte verurteilte am Dienstag in einer Stellungnahme in Genf die anhaltende Unterdrückung in Syrien. Es appellierte an die Regierung in Damaskus, die «übermässige Anwendung von Gewalt und den Einsatz scharfer Munition gegen Demonstrierende» zu stoppen.

(dyn/sda)

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