Reisebranche rappelt sich hoch
publiziert: Donnerstag, 18. Mrz 2004 / 18:01 Uhr

Zürich - Die Schweizer Reisebranche hat im Jahr 2003 einen absoluten Tiefpunkt erlitten. Nach einem katastrophalen Vorjahr brach die Nachfrage weiter ein. Für 2004 glauben die Veranstalter trotz den Anschlägen in Madrid an eine Verbesserung.

Viele Reiseveranstalter wittern Morgenluft.
Viele Reiseveranstalter wittern Morgenluft.
Der Krieg im Irak, die Lungenkrankheit Sars und die wirtschaftliche Rezession mit der damit verbundenen schlechten Konsumentenstimmung haben in den Büchern der Schweizer Reisekonzerne nochmals deutliche Spuren hinterlassen.

Die Nachfrage ging gemäss Branchenschätzungen um 10 bis 15 Prozent zurück.

So büsste der grösste Schweizer Reiseveranstalter Kuoni in der Schweiz 13,4 Prozent ein. Bei Hotelplan, der Nummer zwei, fiel die Einbusse mit 1,6 Prozent vergleichsweise moderat aus.

Nachfrage belebt sich wieder

Das Jahr 2003 wird von Kuoni-Finanzchef Max Katz als "das schwierigste des weltweiten Tourismus" bezeichnet. Der Irak-Krieg demoralisierte die Reisewilligen, Sars schliesslich brachte das Geschäft vorübergehend zum Stillstand, so der Tenor in der Branche.

Schon im Jahr 2002 wurde die Industrie gebeutelt: Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hat sich die Nachfrage praktisch nicht mehr erholt. Das scheint sich nun nach mehr als zwei Jahren zu bessern: "Die Industrie ist nicht tot", betonte Kuoni-Konzernchef Hans Lerch. Weltweit zeige die Tendenz nach oben.

Und es sei nicht anzunehmen, dass so schnell wieder eine "Verkettung von politisch, gesundheitlich und wirtschaftlich so relevanten Ereignissen" eintrete.

Tiefpunkt überwunden

Auch Hotelplan sieht Licht am Ende des Tunnels. Er gehe davon aus, dass der Tiefpunkt erreicht sei, sagte Claus Niederer, Chef der Migros-Reisetochter. Ein Blick über die Grenze zeigt, dass sich die Tendenz nicht alleine auf die Schweiz bezieht.

Auch bei der deutschen TUI bessert sich die Stimmung. "Eine lange Durststrecke liegt hinter uns, es geht allmählich wieder bergauf", sagte TUI-Chef Michael Frenzel. Die Zeichen stünden wieder auf Wachstum.

Lage nach Anschlägen in Madrid

Die Nachfrage zieht spürbar an, der Zuwachs bei den Buchungen liegt im zweistelligen Bereich - und dies trotz den Anschlägen in Madrid am 11. März. Die Kuoni-Gruppe weise per 16. März eine Zunahme der Buchungen gegenüber dem Vorjahr von 16 Prozent aus, sagte Katz. Die Leute haben bezüglich Ferien Nachholbedarf.

Der Buchungsbestand widerspiegle zwar das bessere Umfeld, hielt ein Analyst bei der Zürcher Kantonalbank fest. Er müsse aber durch das schwierige Umfeld vor einem Jahr relativiert werden. Doch sieht auch er insgesamt für das Jahr 2004 "mehr Rücken- als Gegenwind".

Branche im Umbruch

Allerdings habe der Preisdruck nochmals deutlich zugenommen, heisst es von Analystenseite weiter. Die Preise seien aggressiv kalkuliert, sagte Kuonio-Chef Lerch. Man wolle lieber mit einer leicht reduzierten Marge im Katalog aufscheinen, als zuletzt die Reisen praktisch zu verschenken.

Dazu kommen strukturelle Probleme, mit der die Branche zu kämpfen hat. Diese werden hervorgerufen durch die Billigflieger und die neuen Buchungsabläufe über Internet. Klar ist damit auch, dass der Spardruck bei den Reiseveranstaltern weitergeht.

(Von Iris Kronenberg/sda)

 
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