Reiten: EM der Springreiter: Schweizer mit drei Zielen
publiziert: Dienstag, 19. Aug 2003 / 17:10 Uhr

Drei Ziele verfolgen die Schweizer Springreiter an den 27. Europameisterschaften vom 20. bis 24. August in Donaueschingen. Priorität hat die Olympiaqualifikation, doch auch eine Einzelmedaille und sogar eine Team-Auszeichnung scheinen möglich.

Markus Fuchs war noch nie Europameister.
Markus Fuchs war noch nie Europameister.
Der Reihe nach: Im fürstlichen Schlosspark der süddeutschen Kreisstadt am Donau-Ursprung hofft die Schweizer Reitequipe den Sprung an die Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen zu schaffen. Drei Plätze sind für europäische Teams noch frei. Irland, England, Italien, Spanien und die Schweiz buhlen noch darum. Sechs Olympiastartplätze für Europa sind vergeben: an die fünf Erstplatzierten der WM 2002 in Jerez (Frankreich, Schweden, Belgien, Deutschland und Holland) sowie den Veranstalter Griechenland.

"Die Stangen liegen hoch. Irland und England zähle ich zusammen mit Frankreich und Deutschland sogar zu Favoriten", meint Equipenchef Rolf Theiler, der dem Quartett mit dem Weltranglisten-Ersten Markus Fuchs auf Tinka´s Boy, dem vierfachen Ex-Europameister Willi Melliger auf Gold du Talus, dem erfahrenen Mannschafts-Olympiazweiten Beat Mändli auf Pozitano sowie dem Championats-Neuling Steve Guerdat auf Tepic vertraut.

Noch fehlt Fuchs EM-Gold

Im Einzelklassement wird der St. Galler Markus Fuchs mit dem Holländer Hengst Tinka´s Boy nebst Titelverteidiger Ludger Beerbaum, der die Wahl zwischen seinen Top-Pferden Gladdys und Goldfever hat, als aussichtsreichster Medaillenanwärter gehandelt. Tinka´s Boy hat mit seinem GP-Sieg in Ascona wieder aufsteigende Form nach seinen eher dürftigen Auftritten in St. Gallen und Aachen erkennen lassen. "Willi Melliger und ich haben letzte Woche bei Ersatzreiter Urs Fäh auf dessen Rasenplatz in Wiesendangen noch ein Spezialtraining mit unseren EM-Pferden durchgeführt", erzählte Fuschs. "Wir sind auch einige Wasserhindernisse gespungen und Klippen mit blauer Farbe. Solche mag mein sensibler Hengst seit der WM in Jerez nicht besonders."

Fuchs hat mit konsequenter Arbeit die Spitze des Weltrankings erklommen und war vor zwei Jahren Weltcupsieger. Gold an einem offiziellen Championat hat er aber noch nie gewonnen. Zwei EM-Silber- und drei EM-Bronzemedaillen zieren das Palmarès des 48-jährigen Ostschweizers.

Zwei unter den Top Ten?

"Ich erwarte zwei unserer Reiter unter den ersten 10", sagt Rolf Theiler, der zusammen mit Rolf Grass das Schweizer Team betreut. "Wenn uns ein gutes Teamergebnis gelingt, traue ich auch Beat Mändli mit Pozitano oder Youngster Steve Guerdat mit Tepic einen Vorstoss unter die Top Ten zu."

Mändlis 14-jähriger Rheinländer hat den letzten EM-Test am vergangenen Wochenende in Valkenswaard mit fünf fehlerlosen Passagen und dem 4. Platz im GP bestanden. Theiler: "Mändli scheiterte erst am letzten Hindernis, als er den Sieg anstrebte."

Der 21-jährige Steve Guerdat ist der Schweizer Aufsteiger des Jahres. Als Bereiter bei Jan Tops in Holland hat der Jurassier an Erfahrung gewonnen und besitzt mit dem 15-jährigen Holländer-Wallach Tepic des mexikanischen Milliardärs Alfonso Romo über ein Pferd, das alle Anlagen für den grossen Turniersport besitzt. Willi Melliger schliesslich, mit 2 Olympia-Silbermedaillen und 12 EM-Auszeichnungen der erfolgreichste Schweizer Springreiter aller Zeiten, ist nach dem Verlust seiner Spitzenpferde Calvaro und Annaconda wieder ins Team zurückgekehrt. Der Franzose Gold du Talus könnte einst in die Fussstapfen seiner berühmten Vorgänger treten, doch der Wallach von Besitzer Philippe Huber ist mit neun Jahren noch etwas "grün". Diverse GP-Spitzenränge und der "Doppelnuller" im Nationenpreis am CSIO Schweiz in St. Gallen lassen aber die Möglichkeiten von Melligers neuem Crack erahnen.

Die elfte Team-Medaille?

"Wenn alles optimal läuft, ist sogar eine Team-Medaille möglich", glaubt Theiler. In Arnheim vor zwei Jahren war die Schweiz (6.) erstmals seit 1981 leer ausgegangen. Zehn Team-Medaillen, davon drei goldene (1983, 1993 und 1995), wurden seit 1975 gewonnen.

Doch die Konkurrenz in Donaueschingen ist riesig. Weltmeister Frankreich hat in La Baule, Rom und zuletzt in Dublin die Nationenpreise der Super League gewonnen und stellt mit Reynald Angot und Eric Levallois noch zwei Team-Weltmeister von Jerez. Michel Hecart und Stilist Michel Robert (mit Galet d´Auzay GP-Dritter in Aachen) sind würdige Nachfolger von Eric Navet und Gilles-Bertrand de Balanda.

Irland verteidigt nicht nur den EM-Titel, sondern hat mit seinen Nationenpreis-Siegen in St. Gallen und Aachen seine breite Spitze und seine hohe Qualität bewiesen. Robert Splaine (GP-Sieger in St. Gallen), Bill Twomey, Kevin Babington und Peter Charles oder Cian O´Connor werden um den Sieg mitreiten. Gastgeber Deutschland mit Ludger Beerbaum, Weltcupsieger Marcus Ehning/For Pleasure, Otto Becker/Cento und Team-Neuling Christian Ahlmann/Cöster wird wohl ebenfalls um Medaillen kämpfen, und England mit den wieder berittenen Nick Skelton (Arko) und Michael Whitaker (Fleur) nebst Robert Smith (GP-Sieger in Zürich) gilt als Geheimtipp.

Programm

Mittwoch, 20. August:

8.00: Warm-Up für alle EM-Pferde.

Donnerstag, 21. August:

13.45 Uhr: 1. EM-Wertungsprüfung (Jagdspringen), Einzel- und Teamwettbewerb.

Freitag, 22. August:

10.15 Uhr: 2. EM-Wertungsprüfung (Nationenpreis, 1. Umgang). -- 13.45 Uhr: Start 2. Nationenpreis- Umgang, Entscheidung Teams, 2. Ausscheidung Einzelwettbewerb.

Samstag, 23. August:

EM-Ruhetag, CSI. Springen (Riders Tour).

Sonntag, 24. August:

12.15 Uhr. 3. EM-Wertungsprüfung (Grand-Prix, 1. Umlauf). 14.15 Uhr: Start 2. GP-Umlauf, Entscheidung in der Einzelwertung.

(bert/Si)

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