Reiten: WM-Silber für St. Galler Voltigierer
publiziert: Sonntag, 15. Sep 2002 / 16:58 Uhr

Jerez (Sp) - Erste Medaille für die Schweiz an den 4. Weltreiterspielen in Jerez: Die Gruppenvoltigierer aus St. Gallen gewannen hinter Erzrivale Deutschland WM-Silber. Für die Europameister war es nach drei WM-Titeln bereits die sechste WM-Silberauszeichnung.

Die Schweizer Delegation hatte am fünften Tag in Jerez erstmals Grund zum Jubeln: Die Voltigiergruppe aus St. Gallen mit dem zuverlässigen Le Grand an der Longe von Annemarie Gebs jun. gewann mit 8,042 Punkten nach einer schwierigen Kür Silber hinter Deutschland (8,199), das die letzte Vorstellung mit Kunst und Artistik voll gespickt hatte. Bronze ging an Schweden (7,820). Deutschland wurde zum sechsten Mal Welmeister.

Erleichtert zeigte sich der Schweizer Equipenchef, der passionierte Pfeifenraucher Ewald Gebs: «Wir wurden schon leicht nervös und hatten grossen Respekt vor den Schweden. Trotz einem Patzer von Patric Looser, der ausrutschte und zu Boden musste, gelang uns die zweitbeste Kür hinter Deutschland. Mit Silber sind wir glücklich und zufrieden. Gold wäre illusorisch gewesen.»

In der Einzelwertung wurde die Deutsche Nadia Zülow zum dritten Mal Weltmeisterin und ist damit auch die erfolgreichste Voltigiererin der Welt. Ende des Jahres fällt die 25-jährige Studentin die Entscheidung, ob sie das aufwendige Turnen am galoppierenden Pferd weiter betreibt oder zu den Springreitern wechselt. Weltmeister bei den männlichen Teilnehmern wurde wie schon vor zwei Jahren der Franzose Matthias Lang. Bester Schweizer der St. Galler Patric Looser als Elfter, bei den Mädchen belegte die St. Gallerin Bettina Egli als beste ebenfalls den elften Platz.


Die Military vor dem Aus

Für die Military läuten die «Todesglocken». 32 Stürze gab es allein im Cross. Nach Dressur, Cross und Springen triumphierte Frankreich mit Gold für Jean Teulère auf Espoir de la Mare in der Einzelwertung und Silber im Team-Wettbewerb. Die weiteren Medaillen: Gold für die USA, Bronze für Großbritannien; in der Einzelwertung wurden der Britin Jeanette Brakewell auf Over to You Silber und der Finnin Piia Pantsu auf Karuso Bronze umgehängt. Die Schweizer kamen im Gegensatz zu anderen Nationen wenigstens in die Einzellisten. Der in Irland wohnhafte Heinz Wehrli platzierte sich auf Fox Light als bester auf dem 33. Rang (89,80), Rudolf Isler aus Meilen wurde auf Emma Jane 39. (114,60). Die beiden Frauen im Team, Barbara Welten und Michèle Schwarzenbach gingen im wahrsten Sinne des Wortes baden und schieden an den Wasserhindernissen im Cross am Samstag aus. Pferde und Reiter blieben unverletzt.

Die Diskussion um die Military-Zukunft bei Olympia überdeckte ohnehin die Ergebnisse. Die Sturzorgie im Gelände wirft erneut einen langen Schatten auf die 4. Weltreiterspiele. Der Verbleib des pferdesportlichen Dreikampfes im olympischen Programm wird mehr denn je in Frage gestellt. Die 6480 m lange Geländeprüfung und ihre 30 Hindernisse überstanden am Samstag in Garapillos nur 50 der 80 Reiter. Zu den prominenten Ausfällen zählt auch der Mann der für Deutschland startenden Bettina Hoy, der australische Mannschafts- Olympiasieger Andrew Hoy, der sich bei einem Sturz eine leichte Gehirnerschütterung zuzog. Niemand blieb ohne Fehlerpunkte. Lediglich die Amerikaner und die Briten schafften es, ihre komplette Mannschaft in die Wertung zu bringen. «Es hat keinen Spass gemacht zu reiten», sagte Bettina Hoy und sprach für viele. Sie kritisierte den US-Parcoursbauer Mike Tucker: «Er hat unserem Sport keinen Dienst erwiesen.»

Die Military stand bei der WM unter besonderer Beobachtung. Ende November will die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Mexiko-City entscheiden, ob die Vielseitigkeit wegen zu hoher Kosten und Sicherheitsbedenken 2008 aus dem Olympia-Programm gestrichen wird.

(von Dieter Ludwig, Jerez/sda)

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