Einverständnis des Nationalrats
Rekrutenschule dauert noch 18 Wochen
publiziert: Donnerstag, 18. Jun 2015 / 07:46 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 18. Jun 2015 / 13:26 Uhr
Eine Grundsatzdebatte ist zur Frage zu erwarten, inwieweit die Armee die zivilen Behörden unterstützen kann.
Eine Grundsatzdebatte ist zur Frage zu erwarten, inwieweit die Armee die zivilen Behörden unterstützen kann.

Bern - Der Nationalrat ist einverstanden, die Rekrutenschule auf 18 Wochen zu verkürzen. Soldaten sollen aber nicht nur fünf Wiederholungskurse absolvieren, wie der Ständerat beschlossen hat, sondern sechs.

7 Meldungen im Zusammenhang

Diese sollen je drei Wochen dauern. Zwei Wochen seien zu kurz, das hätten Besuche bei WK-Truppen gezeigt, sagte FDP-Sprecherin Corina Eichenberger (AG). Der Nationalrat folgte dem Antrag seiner Kommission mit 117 zu 66 Stimmen.

Beim Konzept des Nationalrats kämen rund 260 Diensttage zusammen, ungefähr gleich viele wie heute. Der Bundesrat hatte vorgeschlagen, dass Wiederholungskurse nur noch zwei Wochen dauern sollen, maximal wären damit 225 Diensttage zu leisten gewesen. Der Ständerat kommt auf 245 Diensttage.

Keine Chance für Durchdienerarmee

Eine links-grüne Minderheit wollte das ganze System zu einer reinen Durchdienerarmee umbauen. Die sechsmonatige Ausbildung würde dabei am Stück absolviert, unterteilt Grund- und Verbandsausbildung. Daran würde eine sechsmonatige Aktivreserve anschliessen.

Die Vorteile liegen laut Roland Fischer (GLP/LU) in der besseren Ausbildung und der sehr kurzen Mobilisierungszeit der Aktivreserve. Das Konzept wäre zudem günstiger und wirtschaftsfreundlicher, sagte Fischer.

Die FDP sieht darin laut Fraktionssprecherin Eichenberger "einen Schritt weg von der Milizarmee". BDP-Sprecher Rudolf Winkler (ZH) sprach von einem Paradigmenwechsel, der "absolut nicht gefragt" sei. Hans Fehr (SVP/ZH) bezeichnete das Konzept als "weltfremd".

Verteidigungsminister Ueli Maurer erinnerte daran, dass die Durchdienerarmee schon bei früheren Armeereform geprüft worden sei. Damals sei man zum Schluss gekommen, dass es dafür keine Verfassungsgrundlage gebe. Für Maurer sprechen auch militärische Gründe dagegen: Eine sozial und altersmässig durchmischte Armee habe eine grössere Akzeptanz als eine Armee von 20-Jährigen, sagte er. Zudem profitiere sie von mehr Erfahrung.

Der Nationalrat lehnte das Konzept mit 119 zu 64 Stimmen ab. Der maximale Anteil an Durchdienern bleibt bei 15 Prozent. Diese bleiben nach der Ausbildung vier Jahre in der Armee eingeteilt. Der Antrag der SVP für eine Einteilung bis zum Alter von 32 Jahren wurde abgelehnt.

Obligatorisches Schiessen bleibt

Fischer wollte die ausserdienstliche Schiesspflicht aufheben. Diese mache heute keinen Sinn mehr, sagte er. Auch für die Berner Grüne Aline Trede genügt es, wenn während der militärischen Ausbildung geübt wird.

Das ausserdienstliche Schiessen sei ein Auffrischen und diene auch dem Unterhalt der Dienstwaffe, sagte FDP-Sprecherin Eichenberger. "Eine Waffe einfach nur im Schrank zu haben ist gefährlich", sagte Kommissionssprecher Thomas Hurter (SVP/SH). Fischers Antrag wurde mit 115 zu 67 Stimmen abgelehnt.

Als nächstes diskutiert der Nationalrat darüber, wie gross die Armee sein soll. Der Ständerat war in dem Punkt dem Bundesrat gefolgt und hat einen Sollbestand von 100'000 Mann beschlossen. Die Nationalratskommission will auf diesem Kurs bleiben, es gibt aber auch Anträge für eine grössere respektive kleinere Truppe.

(flok/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Die Rekruten erwartet ein heisser Einstieg. (Archivbild)
Bern - Am Montag sind gut 6700 ... mehr lesen
Bern - Im Nationalrat gibt es keine Einigkeit über den künftigen Kurs der Armee. Die Vorschläge des Bundesrats, die Truppe zu ... mehr lesen
Die SVP, Grüne und SP versenken die Armeereform im Nationalrat.
Die Armee wird verkleinert.
Bern - Der Sollbestand der Armee ... mehr lesen
Bern - Die Armeereform hat die erste Hürde genommen: Der Ständerat hiess das Projekt mit 32 zu 3 Stimmen bei 1 Enthaltung gut. Die Armee soll kleiner werden, aber voll ausgerüstet und rasch mobilisierbar sein. mehr lesen  3
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Der Ständerat hat am Donnerstag mit der Detailberatung zur Armeereform begonnen. Zu entscheiden hat er unter anderem, wie lange Rekrutenschulen und Wiederholungskurse in Zukunft dauern sollen. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
In unsicheren Zeiten  Bern - Flüchtlingsströme, Terrorismus und Kriege verunsichern die Bevölkerung. Nie haben Schweizerinnen und Schweizer die weltpolitische Lage in den letzten Jahren so düster eingeschätzt wie heute. Mit der Unsicherheit wächst die Bedeutung der Armee. mehr lesen 1
Vermutlich Wirtschaftsspionage  Bern - Beim Cyber-Spionage-Angriff auf den bundeseigenen Rüstungskonzern RUAG sind mehr als 20 Gigabyte Daten entwendet worden. Darunter dürften auch ... mehr lesen  
Es sei konkret danach gesucht worden, welche Projekte die RUAG derzeit am laufen habe.
Frische Milch zum Frühstück bleibt für die Soldaten wohl ein Wunsch.
Ständeratskommission lehnt ab  Bern - Schweizer Soldaten sollen nicht ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich -2°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Basel 1°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
St. Gallen 2°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer wolkig, wenig Schnee
Bern -3°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Luzern -1°C 9°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, wenig Schnee
Genf -1°C 8°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 1°C 10°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten