«Religion und Kultur» an Zürichs Schulen
publiziert: Montag, 13. Feb 2006 / 13:28 Uhr

Zürich - Der Zürcher Kantonsrat befürwortet «Religion und Kultur» als obligatorisches Fach an der Oberstufe.

An den Schulen soll die Toleranz zwischen den Glaubensgemeinschaften gefördert werden.
An den Schulen soll die Toleranz zwischen den Glaubensgemeinschaften gefördert werden.
Mit dem neuen Schulfach sollen nichtchristliche Religionen im Unterricht stärker thematisiert werden als bisher.

Im neuen Fach steht die Auseinandersetzung mit der christlichen Religion und Kultur klar im Vordergrund.

Um die Toleranz zwischen den Glaubensgemeinschaften zu fördern, werden andere Religionen und Kulturen mehr berücksichtigt. Weil es seine eindeutige christliche Prägung verliert, wird das Fach obligatorisch sein.

Weltreligionen nur ergänzend behandeln

Für EDU und EVP geht dies zu weit. Im Kantonsrat verlangten sie, die Inhalte des neuen Schulfachs auf die bedeutendsten Religionen des christlich-abendländischen Kulturkreises zu konzentrieren und andere Weltreligionen nur ergänzend zu behandeln.

Jesus Christus müsse im Zentrum des Unterrichts stehen, forderte der Kantonsrat der EDU. Wegen der Glaubens- und Gewissensfreiheit müsse «Religion und Kultur» ein Fach mit Abmeldemöglichkeit sein, erklärte ein Sprecher der EVP.

Bei einem Obligatorium bestehe die Gefahr, dass Eltern bis vor Bundesgericht gehen würden.

«Wir sind Katholiken und Protestanten»

Die SVP unterstützte die Postulate von EDU und EVP. Ein Auftrag der Schule sei die Vermittlung der christlichen Tradition.

«Wir Schweizer sind in erster Linie Katholiken und Protestanten», erklärte ihr Sprecher. Andere Religionen und Kulturen erhielten genügend Raum im Geschichts- und Geographieunterricht.

Eine andere Ansicht vertraten CVP, FDP und SP. In der heutigen Gesellschaft brauche es Wissen und Kompetenz im Umgang mit anderen Religionen, sagte eine Sprecherin der SP. So forderte sie die vergleichende Auseinandersetzung mit den Weltreligionen.

Die drei Postulate von EDU und EVP zum Fach «Religion und Kultur» scheiterten deutlich. Mit einem Stimmenverhältnis von jeweils 2 zu 1 lehnte der Zürcher Kantonsrat die Postulate ab.

(rr/sda)

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