Rice fordert politische Reformen in Ägypten
publiziert: Mittwoch, 4. Okt 2006 / 07:14 Uhr

Kairo - US-Aussenministerin Condoleezza Rice hat bei einem Besuch in Ägypten politische Reformen in dem arabischen Land angemahnt.

Condoleezza Rice: «Wir erwarten eine Menge von unseren Freunden.»
Condoleezza Rice: «Wir erwarten eine Menge von unseren Freunden.»
Sie traf sich in der Hauptstadt Kairo mit ihrem ägyptischen Amtskollegen Ahmed Abul Gheit.

«Die USA werden damit fortfahren, über die Bedeutung von Demokratie zu sprechen und darüber, dass eine grosse Nation wie Ägypten die Demokratiebewegung in dieser Region anführen muss», sagte Rice am Dienstag nach dem Treffen.

«Wir erwarten eine Menge von unseren Freunden. Wir betrachten Ägypten als Freund und daher bleibt dies Teil der Agenda.»

Verfassungsänderung angekündigt

Gheit entgegnete, sein Land benötige mehr Zeit, um den Reformprozess zu vollziehen. «Nicht alles wird in diesem Land in Eile und an einem Tag getan. Aber wir werden uns sicher bewegen.» Gleichzeitig kündigte er eine «bedeutende» Verfassungsänderung an.

Ägypten ist einer der engsten Verbündeten der USA im Nahen Osten. Die US-Regierung hatte Ägypten in diesem Jahr wiederholt für Verstösse gegen die Menschenrechte und sein Vorgehen gegen Oppositionelle gerügt.

Politische Beobachter bemängelten indes, der Kritik habe es an Schärfe gefehlt, weil die USA ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen nicht gefährden wollten.

Die USA brauchten die Regierung in Kairo als eine Art Bollwerk gegen radikale Moslems und als Verbündeten in einer Region, in der sich eine anti-amerikanische Stimmung breit mache. Nach ihrem Besuch in Ägypten will Rice nach Israel und in die palästinensischen Gebiete weiterreisen.

(bert/sda)

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