Rice spricht von US-Kurswechsel im Atomstreit
publiziert: Freitag, 18. Jul 2008 / 20:47 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Jul 2008 / 13:08 Uhr

Ankara/Washington/Teheran - Vor den ersten Atomgesprächen eines US-Spitzendiplomaten mit dem Iran hat US-Aussenministerin Condoleezza Rice eingeräumt, dass die Teilnahme der USA am Treffen in Genf eine Abkehr von früheren US-Positionen darstellt.

Sieht den Iran nicht als ewigen Feind: Condoleezza Rice.
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«Wir haben immer klar gesagt, dass jedes Land seinen Kurs wechseln kann», sagte sie auf die entsprechende Frage eines Journalisten in Washington.

Die Entsendung von Staatssekretär William Burns zum Gespräch mit dem EU-Aussenbeauftragten Javier Solana und dem iranischen Unterhändler Said Dschalili in Genf sei «ein starkes Signal an die ganze Welt, dass es uns mit diesen diplomatischen Anstrengungen ernst ist».

Ihrer Ansicht nach hätten die USA «keinerlei Feinde auf Ewigkeit», sagte Rice. Wenn sich der Iran zu einer Annäherung an die internationale Gemeinschaft entschlösse, habe er die Unterstützung der USA.

US-Botschaft im Iran?

Zuvor hatte Irans Aussenminister Manuchehr Mottaki Verhandlungen über eine Interessenvertretung der USA in Teheran in Aussicht gestellt.

Auch Gespräche über die Einrichtung einer direkten Flugverbindung zwischen beiden Ländern seien seiner Ansicht nach möglich, sagte Mottaki in Ankara nach einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Ali Babacan vor Journalisten.

«Neuer Ansatz»

Die am Samstag in Genf geplanten Gespräche zwischen Solana, Burns und Dschalili bewertete Mottaki positiv. Die Teilnahme der USA sei «ein neuer Ansatz». Er hoffe, dieser Fortschritt in der Gestaltung der Verhandlungen werde sich auch bei den Inhalten widerspiegeln.

Die USA und der Iran haben seit 1980 keine diplomatischen Beziehungen. Bislang hatte die Regierung von US-Präsident George W. Bush direkte diplomatische Kontakte auf hoher Ebene mit der Führung in Teheran ausgeschlossen. Seit 1980 vertritt die Schweiz die US-Interessen in Teheran.

(ht/sda)

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