Richter: Berlusconi darf nicht an die Regierung
publiziert: Samstag, 25. Nov 2000 / 12:12 Uhr

Rom - Silvio Berlusconi, rechter Oppositionschef in Rom, ist unter politischen Beschuss eines Richters geraten. Der Vorsitzende des italienischen Richterbundes, Giuseppe Gennaro, warf ihm vor, er könne wegen Einmischung in die Justiz nicht Ministerpräsident werden.

«Wer einen derart geringen Respekt vor der Justiz hat, kann nicht an die Regierung», sagte Giuseppe nach Zeitungsberichten vom Samstag. Oppositionspolitiker reagierten empört. Berlusconi, der bereits 1994 für einige Monate Regierungschef war, gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Wahlen im Frühjahr.

Der Richterbund-Chef begründete seine Haltung mit Äusserungen Berlusconis, es müsse ein «Saubermachen» in der italienischen Justiz geben. Gegen den Medienunternehmer Berlusconi, dem drei italienische Fernsehsender gehören, laufen ein halbes Dutzend Prozesse wegen Bestechung, illegaler Parteienspenden und Bilanzfälschung. Er hatte der Justiz mehrfach vorgeworfen, einen politischen Feldzug gegen ihn zu führen.

(sda)

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