«Riesen»-Gold für Raich
publiziert: Montag, 20. Feb 2006 / 14:44 Uhr / aktualisiert: Montag, 20. Feb 2006 / 15:03 Uhr

Benjamin Raich hat die Goldmedaille im Riesenslalom gewonnen. Der Österreicher gewann in Sestriere vor Joel Chenal (Fr) und Hermann Maier. Bester Schweizer wurde Didier Défago als 14.

Benjamin Raich konnte mit einem starken zweiten Lauf das Rennen für sich entscheiden.
Benjamin Raich konnte mit einem starken zweiten Lauf das Rennen für sich entscheiden.
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Das Schweizer Quartett von Swiss-Ski vermochte den Schwung aus den erfolgreichen Vorstellungen in den Speed-Disziplinen und in der Kombination nicht mitzunehmen und war schon nach halbem Pensum aus dem Kampf um die Medaillen eliminiert.

Auf dem Hang, auf dem Michael von Grünigen 1997 seinen ersten WM-Titel errungen hatte, war Didier Défago im 14. Rang, 2,60 Sekunden hinter Raich, am Ende noch der Beste. Didier Cuche (19.) büsste sogar über 4,3 Sekunden ein.

Die beiden Youngsters, die im Weltcup mit 30er- beziehungsweise 40er- Nummern die Riesenslaloms bestreiten müssen, konnten die besseren Startpositionen nicht nutzen.

Marc Berthod (Nummer 28), belegte Platz 17, für den im ersten Lauf unmittelbar vor dem Bündner ins Rennen gegangenen Daniel Albrecht endete der zweite Olympia-Einsatz mit einem Sturz.

Tief überwunden

Die ersten Einsätze an diesen Olympischen Spielen hatten für Benjamin Raich mit Enttäuschungen geendet. In der Kombination fädelte er mit Gold vor Augen im zweiten Slalom-Lauf ein, im Super-G kam er nicht über den 21. Rang hinaus.

Doch nun, zehn Tage vor seinem 28. Geburtstag, schlug für den Pitztaler endlich die grosse Stunde.

Er, der im Vorjahr in Bormio mit den WM-Titeln im Slalom und in der Kombination sowie drei weiteren Medaillen der grosse Abräumer war, erfüllte sich damit einen schon zu Jugendzeiten gehegten Wunsch; Raich hatte schon als Zwölfjähriger davon geträumt, bei Olympischen Spielen einmal ganz oben zu stehen.

Zitterpartie

Nach dem ersten Lauf hatte Raich zwar nur an 5. Stelle gelegen, doch mit der Bestzeit im zweiten Durchgang wurde er seiner Rolle des Topfavoriten doch noch gerecht.

Allerdings wurde es für den Freund von Marlies Schild zu einer Zitterpartie. Vorerst scheiterte Hermann Maier, der als Dritter seine insgesamt zehnte Medaille an Grossanlässen einheimste und den ÖSV-Triumph perfekt machte, um 16 Hundertstel an der Marke seines Teamkollegen.

Bei der Fahrt des nach dem ersten Lauf zusammen mit Maier drittklassierten Schweden Fredrik Nyberg, mit bald 37 Jahren der älteste Teilnehmer, konnte Raich zwischenzeitlich aufatmen. Nyberg wurde mit über einer Sekunde Rückstand schliesslich Vierter.

«Erlösung» für Österreich

Doch danach war das Gold wieder in höchster Gefahr. Der überraschende Joel Chenal lag im Ziel nur sieben Hundertstel zurück, wurde Zweiter und bescherte Frankreich die erste «Riesen»-Medaille seit Jean-Claude Killys Sieg 1968 in Grenoble.

Als auch der Kanadier François Bourque, der überraschende «Halbzeit-Leader», schon im obersten Streckenteil seinen Vorsprung eingebüsst hatte, konnte Benjamin Raich endlich aufatmen. Er «erlöste» nicht nur sich selber, sondern auch das gesamte österreichische Männerteam.

Nach zweimal Silber (Michael Walchhofer in der Abfahrt, Hermann Maier im Super-G) und einmal Bronze (Rainer Schönfelder in der Kombination) gabs für die Skination Nummer 1 im vierten Versuch Gold.

Keine guten Erinnerungen

An den Riesenslalom-Hang in Sestriere hatte Raich zwiespältige Erinnerungen. Vor zwei Jahren beim Weltcup-Saisonfinale hatte er nach dem ersten Durchgang überlegen geführt und schien auf dem besten Weg zu seinem ersten Gesamtsieg, als das Rennen im zweiten Lauf wegen Nebels abgebrochen wurde.

Nutzniesser dieser unpopulären Massnahme war Hermann Maier. Der Salzburger, der im Riesenslalom hoffnungslos ins Hintertreffen geraten war und keine Punkte geholt hätte, behielt vor dem abschliessenden Slalom seinen Vorsprung auf Stephan Eberharter (42 Punkte zurück) und Raich (152) und stand derart zum vierten Mal als Gewinner der grossen Kristallkugel fest.

Das Schlussklassement:

1. Benjamin Raich (Ö) 2:34,00. 2. Joel Chenal (Fr) 0,07 zurück. 3. Hermann Maier (Ö) 0,16. 4. François Bourque (Ka) 0,92. 5. Frederik Nyberg (Sd) 1,05. 6. Bode Miller (USA) und Aksel Lund Svindal (No) 1,06. 8. Rainer Schönfelder (Ö) 1,64. 9. Kalle Palander (Fi) 1,82. 10. Thomas Grandi (Ka) 1,88. 11. Massimiliano Blardone (It) 1,95. 12. Mitja Valencic (Sln) 2,39. 13. Erik Schlopy (USA) 2,56. 14. Didier Défago (Sz) 2,60. 15. Alberto Schieppati (It) 2,83. Ferner: 17. Marc Berthod (Sz) 3,25. 18. Lasse Kjus (No) 4,31. 19. Didier Cuche (Sz) 4,33.

(rr/Si)

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