«Riesiges Spielerpotenzial - keine Mannschaft»
publiziert: Mittwoch, 31. Mai 2006 / 08:30 Uhr

Frankreich ist am 13. Juni in Stuttgart der erste Schweizer WM-Gegner. Der Weltmeister von 1998 befindet sich seit fünf Jahren zwischen Nostalgie und Wiederaufbau.

Daniel Jeandupeux sieht reelle Chancen für die Schweizer.
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Der ehemalige Schweizer Nationalcoach und Frankreich-Kenner Daniel Jeandupeux versucht zu entschlüsseln.

Seit 17 Jahren lebt Jeandupeux in Frankreich und bemerkt seit den beiden WM-Qualifikationsspielen im Hexagon ein gesteigertes Interesse an der Schweizer Nationalmannschaft. Der Respekt ist gewachsen.

Als Schweizer und Sportchef von Erstligist Le Mans ist er eine logische Ansprechperson für französische Journalisten, die den Aufstieg der Mannschaft von Köbi Kuhn mit einer gewissen Verwunderung und einer Portion Neid verfolgen.

Momentum hat gewechselt

Jeandupeux hatte vor der Europameisterschaft in Portugal, wo die Schweiz und Frankreich ebenfalls in den Gruppenspielen aufeinander trafen, die Vorteile klar auf Seiten der Franzosen gesehen, mittlerweile hat das Momentum gewechselt.

Die zwei Unentschieden in der Qualifikation haben gezeigt, dass die Schweizer Frankreich schlagen können, umso mehr als die Probleme in der «Equipe tricolore» nicht weniger geworden sind. Jeandupeux gibt seine Analyse zum französischen Spiel.

Die Taktik

«Ich kann nur raten, in welcher Formation Frankreich zum Spiel gegen die Schweiz antreten wird. Taktisch, aber auch personell gibt es noch viele Fragezeichen. Das sagt bereits viel aus über die französische Nationalmannschaft und die Unsicherheit, die rund um sie herrscht. Ob sie nun offensiv spielt oder defensiv ist im Grunde genommen nicht so wichtig. Sie muss einfach eine Linie und einen Stil finden. Die einzelnen Spieler müssen zu einer Mannschaft vereint werden. In welcher Formation, ob mit einem oder zwei Stürmer, ist nicht so wichtig. Klar, mit Zinédine Zidane ist es besser, offensiv zu spielen. Dann kommt er mehr zur Geltung.»

Der Sturm

«Es ist erstaunlich, dass die Franzosen im Angriff Mühe bekunden, während der defensive Sektor relativ solid ist. Es gab einige Spiele im letzten Jahr, die die Franzosen hoch hätten gewinnen können, wenn sie ihre Chancen genutzt hätten. Thierry Henry spielt nicht so stark wie mit Arsenal, wo er unumstritten ist. Aber überraschender ist David Trezeguet. Er wird regelmässig bester Torschütze in Italien, schiesst für Juventus Turin seit Jahren Tor um Tor, doch für Frankreich trifft er nicht mehr. Weshalb? Das ist schon beinahe mysteriös.»

Zinédine Zidane

«In Frankreich gibt es ein riesiges Spielerpotenzial, aber keine Mannschaft. Die Franzosen spielen mit praktisch nur einer Generation. Der Umbruch, den Nationaltrainer Raymond Domenech nach der EM angestrebt hatte, ist gescheitert, wie man an der Rückkehr von Zidane, Lilian Thuram und Claude Makelele erkennt. Als Zidane zurückkam, dachte ganz Frankreich, er sei die Lösung für alles. Die Frage, ob nun seine Rückkehr tatsächlich eine gute Sache war für Frankreich oder nicht, hat sich gar nie gestellt, weil er auch in den Medien einen viel zu hohen Stellenwert geniesst, als dass sich jemand diese Frage erlaubt hätte. Ich hätte als Nationaltrainer Frankreichs nicht alles getan, um ihn zurück in die Mannschaft zu holen, aber möglicherweise wäre ich deshalb zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr Nationaltrainer.»

Der Trainer

«Raymond Domenech hat zu Beginn seiner Amtszeit versucht, einen Generationenwechsel zu vollziehen. Weil aber die Resultate wenig berauschend waren, wurde der Druck immer grösser. Es ist sehr schwer, bestandene Spieler auszusortieren. Köbi Kuhn musste teilweise auch Kritik hinnehmen, als er Stéphane Henchoz, Stéphane Chapuisat und Ciriaco Sforza zurückstufte. In Frankreich reden wir nicht nur von bestandenen Spielern, sondern von Welt- und Europameistern. Als Zidane, Makelele und Thuram zurückkehrten, wurde Domenech die Möglichkeit genommen, ein Team aufzubauen, dass wirklich seiner Vision entspricht. Trotzdem denke ich, dass er der richtige Trainer für Frankreich ist. Er versucht weiterhin, neue Spieler zu integrieren und eine ausgeglichene Mannschaft zu kreieren.»

Die Perspektive

«Frankreich muss einen guten Start erwischen, will es bei der WM etwas erreichen. Das erste Spiel gegen die Schweiz hat eine grosse Bedeutung für den Rest des Turniers. Aber ich bin skeptisch, dass plötzlich alles gut wird. Ich sehe keine Linie. Seit den Rücktritten von Laurent Blanc und Didier Deschamps fehlt ein Leader. Ihre Nachfolger haben nicht weniger Klasse, aber sie können die Mannschaft nicht führen. Ich denke, viele der Probleme der aktuellen Mannschaft gehen auf eine fehlende Hierarchie unter den Spielern zurück. Anderseits kann es auch ein Vorteil sein, dass die Gegner Frankeich nicht auf der Rechnung haben. Es gibt einige Beispiele von Mannschaften, die als Aussenseiter grosse Leistungen an Weltmeisterschaften erbracht haben: Italien 1982 oder Brasilien und Deutschland vor vier Jahren.»

Die Schweiz

«Für die Schweiz ist es ein Vorteil, dass sie zum vierten Mal innerhalb von zwei Jahren gegen Frankreich spielt. Frankreich konnte die Schweiz zuletzt nicht mehr schlagen; die Kräfteverhältnisse sind drauf und dran, sich zu ändern. Das ist ein psychologischer Vorteil für die Schweiz. Sie muss gegen Frankreich ihr Spiel spielen, wie sie es zuletzt immer tat, und vor allem muss sie daran glauben, Frankreich besiegen zu können.»

(von Julien Oberholzer/Si)

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