Rio in Rage: Guggenheim-Projekt stösst auf Widerstand
publiziert: Donnerstag, 8. Mai 2003 / 09:57 Uhr

Rio de Janeiro - Der Bau des neuen Guggenheim-Museums in Rio de Janeiro hat Monate vor dem ersten Spatenstich eine Protestwelle ausgelöst.

Reynaldo Rocha Barros.
Reynaldo Rocha Barros.
Bereits kurz nach Vertragsunterzeichnung durch den Bürgermeister der brasilianischen Metropole und der Solomon Guggenheim Foundation in New York versammelten sich am Strand von Copacabana Politiker, Künstler, Ingenieure, Architekten, Unternehmer und Bürgerinitiativen, um ihren Unmut kund zu tun.

Tausende Unterschriften wurden für eine Volksabstimmung über das 133-Millionen-Dollar-Projekt gesammelt. Die Argumente sind vielfältig.

Mit dem Projektgeld könnte man Hunger und Elend in Rio ein Jahr lang bekämpfen, klagt etwa der Präsident der Ingenieurkammer, Reynaldo Barros. Nicht nur am Maua-Pier im Zentrum Rios, wo der Riesenkomplex allein mit Steuergeldern errichtet werden soll, leben Scharen von Strassenkindern, die mit leeren Blicken an der Klebstofftüte schnüffeln, um das Hungergefühl zu verdrängen.

Kommunale Schulen und Spitäler sind derart vernachlässigt, dass sie von Mittel- und Oberklasse nicht mehr in Anspruch genommen werden. Die Prioritäten werden verkannt, meint Barros ebenso wie viele Leserbriefschreiber.

Kritiker bemängeln auch, dass die Stadt alle Kosten übernehme für ein ausländisches Fast-Food-Kulturprojekt - eine Anspielung auf den Lizenzbetrieb nach Muster der McDonalds-Kette -, bei dem sie kaum Rechte habe.

Guggenheim, das neben der Zentrale in New York Filialen in Bilbao, Las Vegas und Venedig hat, werde 25 Jahre lang über Programme allein entscheiden und auch allein kassieren, klagte die Zeitung O Globo.

Zu allem Übel weiss niemand, wie viel genau uns das alles kosten wird, so O Globo. Neben den Baukosten von 133 Millionen Dollar werde Rio 28,6 Millionen Dollar für die Nutzungsrechte der Marke Guggenheim, 4,1 Millionen für eine technische Begleitkommission sowie 12 Millionen für das Architektenteam hinblättern müssen.

Zudem müsse Rio 10 Jahre lang für alle Verluste von bis zu 12 Millionen jährlich allein aufkommen. Alles Steuergelder, denn Sponsoren sind noch nicht in Sicht.

(bsk/sda)

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