Ritterschlag Rushdies löst weltweite Proteste aus
publiziert: Dienstag, 19. Jun 2007 / 19:52 Uhr

Islamabad - Die Empörung über den Ritterschlag für den indisch-britischen Schriftsteller Salman Rushdie gärt in der muslimischen Welt weiter. In Pakistan wurde der britische Botschafter ins Aussenministerium einbestellt.

Rushdie war am Samstag in London zum Ritter geschlagen worden.
Rushdie war am Samstag in London zum Ritter geschlagen worden.
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Dem britischen Diplomaten Robert Brinkley sei vermittelt worden, dass Pakistan und die muslimische Welt diese Entscheidung scharf verurteilten, sagte eine Aussenministeriumssprecherin in Islamabad. Die Auszeichnung für eine so umstrittene Person sei «zutiefst bedauerlich» und eine «unnötige Aufwiegelung».

Rushdie sei eine kontroverse Person, «die weniger wegen ihres literarischen Beitrags bekannt wurde, sondern vielmehr wegen der anstössigen und beleidigenden Schreibe, die die Gefühle von Muslimen auf der ganzen Welt verletzt».

Im pakistanischen Lahore verbrannten rund 150 Islamisten gemäss Augenzeugen ein Bild der britischen Königin und forderten, Rushdie nach islamischem Recht zu verurteilen: «Die Strafe für einen Gotteslästerer ist der Tod», rief der Chef der radikalen Jugendorganisation Shabab e Milli, Shahid Gilani.

Ritterschlag verurteilt

Zuvor hatte das pakistanische Oberhaus den Ritterschlag verurteilt und war damit dem Unterhaus gefolgt. Dieses hatte am Montag eine Resolution verabschiedet, welche die britische Regierung zur Rücknahme der Ehrung auffordert.

In Grossbritannien forderte der Rat der Muslime (MCB) unterdessen muslimische Gläubige zur Zurückhaltung auf, erklärte aber gleichwohl, die Auszeichnung Rushdies sei eine «Provokation».

Rushdie war am Samstag in London zum Ritter geschlagen worden. Er hatte mit seinem Roman «Die Satanischen Verse», die von Muslimen in aller Welt als Beleidigung ihres Glaubens aufgefasst wurden, Weltruhm erlangt.

(smw/sda)

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