
Die Frage der Woche lautet: Kann Road-Pricing eine Lösung für die verstopften Städte sein oder wäre das nichts als eine sinnlose Zusatzsteuer? Heute der Beitrag von Brenda Mäder, Präsidentin der Jungfreisinnigen Schweiz.
Mit dem Auto am Mittag durch Zürich - eine Vorstellung, die manchem Autofahrer nicht behagt. Da der Verkehr in den Städten immer dichter wird, steht Road Pricing schon fast für eine Zauberformel. Gestützt auf einen Vorstoss des Parlamentes beschloss der Bundesrat vor drei Jahren, Road Pricing-Versuche in Städten und Agglomerationen anzusetzen.
In einem Road Pricing-System wird eine Gebühr erhoben, um mit dem Auto in die Stadt fahren zu können. Damit wird das Ziel verfolgt, dass in Innenstädten vermehrt auf das Auto verzichtet wird, wenn es nicht dringend notwendig ist. Wer nicht auf das Auto verzichten kann, wird entsprechend die Gebühr bezahlen. Die Wirksamkeit von Road Pricing ist umstritten, da die bisherigen Erfahrungen ein gemischtes Bild zeigen. In norwegischen Städten, die ein Road Pricing-System einführten, ging der Verkehr um nur 5-7% zurück. Als erfolgreiches Beispiel wird jeweils London gehandelt: Der Verkehr in der Grossstadt ging um rund 20% zurück.
Allerdings kostet eine Fahrt ins Stadtzentrum auch rund 17 Franken. Wie economiesuisse in ihrem Politikdossier zum Thema festhält, gehen Schweizer Studien lediglich von einer Abgabe von unter fünf Franken aus. Zudem schien der Lenkungseffekt in London während der Stosszeiten am kleinsten zu sein. Zwischen 8 und 9 Uhr morgens sieht man daher immer noch lange Staus in Londons Strassen. Zudem ist die Verkehrsbelastung in den Agglomerationen gestiegen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass auf Grund der Gebühr einfach die Strassen ausserhalb der gebührenpflichtigen Zone verstärkt genutzt werden. Der Gesamtverkehr muss daher dank Road Pricing nicht unbedingt abnehmen und die normalerweise bereits stark belasteten Transit- und Umfahrungsstrassen stossen an ihre Kapazitätsgrenze.
Gesamthaft gesehen ist nicht vorhehrsehbar, welchen Effekt ein solches System auf den Verkehr in den Städten hat. Dies ist vor allem von der Höhe der Gebühr abhängig. Zudem existieren verschiedene Systeme, wie das Road Pricing administriert und umgesetzt wird. Je nach dem ist der Kosten-Nutzen-Effekt sehr gering. Betrachtet man die Mobilität in den Städten als Gut, das von den Personen konsumiert sind, bezahlen die Autofahrer bereits einen Preis, wenn sie durch die Stadt fahren: Es kostet Zeit und Nerven. Ob eine Abgabe den Verkehr vermehrt aus den Städten bringen kann, ist mehr als fraglich. Vielmehr müsste über ein Gesamtkonzept des Mobility Pricing nachgedacht werden -was bereits im Gange ist- statt teure Road Pricing-Systeme zu installieren.
(fkl/sda)
Was bringt es denn die Städte vor zuvielen Autofahrern zu schützen (wenn das überhaupt möglich ist). Dann werden nur noch mehr Leute im eh schon am Anschlag stehenden ÖV reisen.
Es ist eine Frage der Überbevölkerung.
ANDERERSEITS! :
Wenn Zürich ja eh nur noch den Reichen zugänglich sein soll (ist ja im vollen Gange mit den Miet und Immobilienpreisen), dann sollen die wenigstens auch den stinkenden Verkehr ertragen.
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