Heute vor 25 Jahren
Rodney King - Das Gesicht der Ausschreitungen von LA
publiziert: Donnerstag, 3. Mrz 2016 / 16:04 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 10. Mrz 2016 / 11:58 Uhr

Nach einer filmreifen Highspeed-Verfolgungsjagd kommt es am 3. März 1991 in Los Angeles zu einem Ereignis, das die Welt erschüttern sollte. Rodney King, ein zu diesem Zeitpunkt unbekannter Afroamerikaner, wird von vier Polizisten auf offener Strasse brutal niedergeschlagen.

3. März 1991: Rodney war mit zwei Freunden unterwegs, hatte getrunken und fuhr zu schnell. Dennoch hielt Rodney King seinen Wagen nicht an, als er von einem Streifenwagen dazu angehalten wurde. Er hatte Angst, dass er gegen seine Bewährungsauflagen verstosse und dadurch seinen Job verliert. Nach ca. 13 Kilometern sah der junge Afroamerikaner ein, dass sein Fluchtversuch sinnlos war und hielt seinen Wagen an.

Rodney wurde dazu aufgefordert sich auf den Bauch zu legen und auf den Boden zu schauen. Obwohl King gehorchte, bekam er einen Schlag gegen seine rechte Schläfe verpasst. «We're gonna kill you n***a, run!» drohten sie ihm. Doch Rodney hatte keine Chance mehr zu fliehen. Mit weiteren Stockschlägen und Tritten malträtierten die Gesetzeshüter den damals 25-jährigen. Insgesamt trafen das wehrlose Opfer 50 Schläge und sechs Tritte. King trug elf Knochenbrüche davon und es war ein Wunder, dass er überlebte.

Im Krankenhaus wähnte sich Rodney King als weiteres unbekanntes Opfer von polizeilicher Gewalt, dem niemand Glauben schenken würde. Doch alles kam ganz anders. Ein aufmerksamer Nachbar hatte die fürchterlichen Szenen nämlich mit seiner Videokamera aufgenommen. Zwei Tage nach der Gewalttat wurden die Bilder veröffentlicht und schlugen ein wie eine Bombe. Buchstäblich.

Solche wüste Szenen waren kein Novum; aber es war das erste Mal, dass es explizite Bilder von Polizeigewalt gegenüber der schwarzen Bevölkerung gab. Im Nu erlangte King weltweite «Berühmtheit» - endlich wurde über das Tabuthema gesprochen.

Auslöser für Ausschreitungen

Ein Jahr später mussten sich die vier Polizisten vor Gericht verantworten. Sie wurden freigesprochen! Zwei Stunden später brannte Los Angeles. Es kam zu Ausschreitungen, die sechs Tage andauerten und 55 Menschen das Leben kosteten. Der damalige Präsident, George H. W. Bush, sah sich sogar dazu gezwungen das Militär einzuschalten, weil die Polizei mit der Situation völlig überfordert war.

(Arcangelo Balsamo/news.ch)

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