Roger Cicero: «Ich fürchte ich wäre zu Castingshows gegangen»
publiziert: Donnerstag, 30. Sep 2010 / 10:22 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 21. Okt 2010 / 23:42 Uhr
«Roger Cicero SOLO feat. Lutz Krajenski» am 15. Oktober nach Zürich.
«Roger Cicero SOLO feat. Lutz Krajenski» am 15. Oktober nach Zürich.

Jazz- und Popmusiker Roger Cicero kommt am 15. Oktober mit dem Programm «Roger Cicero SOLO feat. Lutz Krajenski» für ein Konzert nach Zürich ins Neue Theater Spirgarten. news.ch erzählt er exklusiv, wie er mit der Musik angefangen hat und warum das Publikum manchmal fies sein kann.

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news.ch: Mit welchem Programm kommst du nach Zürich ins Hallenstadion?

Roger Cicero: Mit einem Sideprojekt. Genauer gesagt ein Duo mit Lutz Krajenski.

news.ch: Und worauf dürfen sich die Fans in musikalischer Hinsicht freuen?

Roger Cicero: Wir werden Stücke spielen, die uns in den letzten zehn Jahren begleitet haben. Und natürlich werden auch einige Überraschungen darunter sein.

news.ch: Was denn genau?

Roger Cicero: Einiges aus unserem Jazz-Repertoire und auch englischsprachige Soulstücke.

news.ch: Und freust du dich auf das Schweizer Publikum?

Roger Cicero: Ja, sehr. Es ist ein einzigartiges und aussergewöhnliches Publikum.

news.ch: Wow, was für ein Kompliment. Was ist denn das Schlimmste das dir ein Publikum je angetan hat?

Roger Cicero: Nicht klatschen ist das Schlimmste. Das ist mir einmal passiert. War allerdings ein Dernièren-Scherz von meiner Crew.

news.ch: Erzähl mal.

Roger Cicero: Das war im Frühling bei einem Konzert in Salzburg. Da hat die Crew das Publikum angewiesen nach einem Song einfach nicht zu klatschen.

news.ch: Oh nein. Und dann?

Roger Cicero: Naja bis auf circa drei Leute hat wirklich niemand geklatscht. Ich war zutiefst schockiert. Nach kurzer Zeit habe ich dann aber meinen Stage-Manager mit einem breiten Grinsen auf mich zukommen sehen. Und da war mir alles klar.

news.ch: Lass uns mal zu deinen Anfängen zurück gehen. Du hast sehr früh mit der Musik angefangen und dann sogar die Schule dafür abgebrochen. Was hättest du gemacht, wenn es mit der Musik-Karriere nicht geklappt hätte?

Roger Cicero: Ich hatte nicht wirklich eine Idee und ich hatte auch keinen Plan B.

news.ch: Würdest du es wieder so machen?

Roger Cicero: Es ist ja gut ausgegangen. Aber ich würde es niemandem raten.

news.ch: Was würdest du denn einem Teenager raten, der unbedingt Musiker werden will?

Roger Cicero: Ich würde ihm empfehlen, unbedingt seine Motivation zu überprüfen. Wenn er es wirklich aus Leidenschaft zur Musik macht, dann würde ich ihm raten es zu tun. Wenn es aber nur darum geht, Popstar zu sein, dann soll er es lieber lassen.

news.ch: Wärst du selber zu Castingshows wie «Popstars» oder «DSDS» gegangen, hätte es diese zu deiner Zeit gegeben?

Roger Cicero: Ich fürchte ja. Ich war als 16-Jähriger ziemlich desorientiert und hatte nicht wirklich eine Idee, wie ich die Sache anpacken sollte.

news.ch: Und wie hast du es geschafft?

Roger Cicero: Ich habe mich dann dafür entschieden, Musik zu studieren.

news.ch: Und das war der richtige Weg für dich?

Roger Cicero: Ja absolut. Eine Ausbildung zu haben finde ich sehr wichtig.

news.ch: Und was hältst du von den Gewinnern von Castigshows?

Roger Cicero: Es gibt Gewinner wie Leona Lewis oder Jamie Cullum, die auch ohne eine Castingshow ihren Weg gemacht hätten, weil sie einfach Talent haben.

news.ch: Und andere?

Roger Cicero: Fakt ist, dass man bei einer Castingshow nicht ausgebildet wird. Natürlich kann es ein gutes Sprungbrett sein, aber oft ist es auch schnell wieder vorbei.

news.ch: Reden wir mal wieder über deine Musik. Schreibst du deine Texte selber?

Roger Cicero: Nicht ganz. Ich habe einen Texter.

news.ch: Die Ideen stammen aber von dir?

Roger Cicero: Von uns beiden.

news.ch: Und wie kam es dazu, dass du neben den englischen Songs auch angefangen hast, deutsch zu singen?

Roger Cicero: Anfangs hatte ich grosse Berührungsängste vor der deutschen Sprache, da die Schamgrenze auf deutsch viel tiefer ist. Mittlerweile ist es aber das gleiche wie auf englisch.

news.ch: Herzlichen Dank für das Gespräch.

(Seraina Lutz/news.ch)

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