Roger Federer am Tag nach seinem historischen Sieg
publiziert: Montag, 6. Jul 2009 / 14:51 Uhr

Zwei Stunden Schlaf nach dem Champions Dinner gabs für Roger Federer in Wimbledon. Dann, am Tag nach seinem epochalen Triumph, rief die Pflicht. Gestern Nachmittag flog der Champion mit seinem Gefolge in die Schweiz zurück, um sich «vorerst einmal um Mirka zu kümmern».

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Die hochschwangere Gattin von Roger Federer, die das 4:16 Stunden dauernde dramatische Schauspiel gegen Andy Roddick im Centre Court verfolgt hatte, überstand den zweiwöchigen Wimbledon-Trip offensichtlich problemlos.

«Im fünften Satz schaute ich zu Mirka hinauf und dachte, das Spiel geht schon ein wenig lange», erzählte Federer in einer seiner morgendlichen Pressekonferenzen. Ihm selber hatte die Länge des Matchs keine unüberwindbare Mühe bereitet; die Games (es waren 77, ein Rekord für Grand-Slam-Finals) «wurden meist sehr schnell gespielt».

Mehr erschöpft als aufgewühlt

Roger Federer, unterschied sich Ihr 15. Grand-Slam-Triumph von den anderen? Federer: «Ich hatte ein ganz anderes Feeling als an den letzten Turniersiegen. Paris zuletzt war sehr emotional. Hier in Wimbledon spielten die Bedeutung und die Länge des Spiels eine wichtige Rolle, aber ich war weniger aufgewühlt als auch schon, eher erschöpft und müde. Deshalb war es schwierig, den Interview-Marathon am Sonntagabend durchzustehen. Paris hatte ich zuvor noch nie gewonnen, hier schon fünf Mal. Anderseits spiele ich hier am liebsten Tennis.»

Am Sonntagabend hatte Federer zum Siegball bemerkt: «Es war nicht eine Explosion am Schluss des Matchs. Man denkt: ´o Gott, jetzt hat doch einer verloren.´»

Das gestrige Meeting mit den Schweizer Medien setzte Federer angesichts seiner «Erschöpfung» nicht mehr als Frühstück an, sondern erst um 10 Uhr Lokalzeit. «Diese Breakfasts früher (jeweils nach Grand-Slam-Siegen) machten mich völlig fertig.»

Kein Gewinner auf Jahre hinaus

Der 30 Games dauernde fünfte Satz war auch gestern bevorzugtes Gesprächsthema. Die «Times» schilderte es so: «Als der Finalsatz anrollte, war es unmöglich, einen Gewinner vorauszusehen -- vielleicht überhaupt nie. Es sah aus, als würden sie auf Jahre hinaus Asse und Zunull-Games produzieren.»

Roger, Sie hatten Andy Roddick in vier Sätzen nicht gebreakt, im fünften musste es sein. Wie war das? Federer: «Ich hatte ein paar gute Chancen für ein Break, auch im ersten Satz. Ich hatte Andy in früheren Spielen oft gebreakt, ich wusste, dass ich eine Chance hatte. Aber er hat derart gut serviert, dass es sehr lange dauerte. Es war schnell einmal klar, dass sich der Match mit ganz wenigen Punkten entscheiden wird.»

Hätten Sie die Erfolge von Paris und Wimbledon vor ein paar Wochen erwartet, als Sie zum Turnier nach Madrid reisten? Federer: «Gleich beide Siege nicht. Aber nachdem ich in Madrid gewonnen hatte, wusste ich, dass ich in Paris grosse Chancen haben würde. Und Wimbledon liegt ohnehin immer drin. Ich bin stolz auf die unglaublichen Leistungen in Paris und in den letzten zwei Wochen in Wimbledon.»

Den Motor neu einstellen

Jetzt haben Sie schon so viel gewonnen. Wie können Sie sich neue Ziele setzen? Federer: «Ich werde mit mir selber ein kleines Meeting machen müssen und mich fragen: Wie geht es jetzt weiter? Von der Motivation her gibt es keine Probleme, anderseits könnte es sein, dass vielleicht einmal der letzte Biss fehlt. Die Planung steht zwar, aber ich werde demnächst über die Bücher gehen und den Motor vielleicht ein wenig neu einstellen.»

Wimbledon ist das einzige Turnier, während dessen Verlauf sich Roger Federer keine lokalen Zeitungen anschaut, um nicht von dem Rummel und dem Hype, den die englischen Blätter aufziehen, beeinflusst zu werden -- und um sich nicht zu ärgern. Wie ist das jetzt nach dem Turnier? Roger Federer lachend: «Heute werde ich ein paar Zeitungen anschauen!»

(Peter A. Frei, Wimbledon/Si)

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