US-Wahlkampf
Romney auf Schmusekurs mit Waffenlobby
publiziert: Samstag, 14. Apr 2012 / 12:48 Uhr
Das Verhältnis Romneys zur Waffenlobby ist widersprüchlich
Das Verhältnis Romneys zur Waffenlobby ist widersprüchlich

St. Louis/USA - Der Republikaner Mitt Romney wirbt als Präsidentschaftsbewerber um die Gunst der einflussreichen US-Waffenlobby. Der voraussichtliche Herausforderer von Amtsinhaber Barack Obama nahm am Freitag an der jährlichen Tagung der National Rifle Association (NRA) teil.

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Die USA bräuchten «einen Präsidenten, der die derzeitigen Gesetze durchsetzt und keine neuen schafft, die nur eine Last für gesetzestreue Waffenbesitzer darstellen», sagte er vor Tausenden Mitgliedern der NRA. Obama warf er vor, sich nicht für den Schutz von Waffenbesitzern einzusetzen.

Obama hat bislang relativ wenig zum Thema Waffen in den USA gesagt und damit Aktivisten enttäuscht, die strengere Waffengesetze fordern. Ein Auftritt vor der NRA ist für republikanische Präsidentschaftsbewerber Pflicht, da der Organisation umfangreiche Ressourcen zur Verfügung stehen, um von ihr bevorzugte Kandidaten zu unterstützen.

Das Verhältnis Romneys zur Waffenlobby ist widersprüchlich. Als der Multimillionär 1994 für ein Senatorenamt kandidierte, erklärte er: «Ich tue mich nicht mit der NRA zusammen.» Zehn Jahre später wurde Romney Mitglied der Organisation auf Lebenszeit.

Gingrich: Tragen einer Waffe ist Menschenrecht

Nach Romney sprach auch sein innerparteilicher Konkurrent Newt Gingrich zu den Teilnehmer der NRA-Tagung. Die Vereinten Nationen sollten ein Abkommen verabschieden, «um das Recht, Waffen zu tragen, auf jeden Menschen auf diesem Planeten auszuweiten», forderte er. Derartige «Menschenrechte» würden die Zahl der Vergewaltigungen und Kindermorde weltweit verringern.

Das Recht, Waffen zu tragen, ist in der Verfassung der USA verankert. Allerdings sind die Meinungen im Land darüber gespalten, wie der Teil der Verfassung, in dem der Besitz von Waffen festgeschrieben ist, zu interpretieren sei.

Der jüngste Fall des von einem Bürgerwehr-Mitglied erschossenen 17-jährigen Afroamerikaners Trayvon Martin verschärfte den Konflikt.

(bert/sda)

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