Versuche mit Mäusen
Rotwein verbrennt Fettzellen und senkt Blutdruck
publiziert: Dienstag, 10. Feb 2015 / 08:51 Uhr
Die nachweisliche Wirkung von Rotwein auf Fettzellen schürt neue Hoffnung auf den Einsatz von Wein als Therapeutikum.
Die nachweisliche Wirkung von Rotwein auf Fettzellen schürt neue Hoffnung auf den Einsatz von Wein als Therapeutikum.

Oregon - Rotwein hilft beim Abnehmen. Das haben Versuche mit Mäusen gezeigt. Laut Forschern der Oregon State University wies die Gruppe der Mäuse, die mit Rotweinextrakt gefüttert wurde, geringere Leberfettwerte und auch einen niedrigeren Blutzucker auf.

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Zehn Wochen lang wurden die Mäuse hochkalorisch ernährt. Anschliessend wurden einer Hälfte Extrakte aus Pinot-Noir-Trauben zusätzlich zur Nahrung verabreicht, während die andere nur übliches Mäusefutter bekam.

Ellagsäure entscheidend

Die Anzahl der Fettzellen wird in der Kindheit festgelegt und bleibt im gesunden Menschen zeitlebens gleich. Bei Adipositas nimmt jedoch nicht nur das Volumen zu, sondern es kann sich auch die Anzahl verändern.

«Dieses Geschehen geht mit entzündlichen Prozessen einher, die Fettzellen sind nicht mehr in der Lage, ihre normalen Aufgaben zu erfüllen. In dieser konkreten Studie zeigen die Wissenschafter, dass Ellagsäure in Kulturen menschlicher Fettzellen die Ansammlung von Triglyzeriden und den Ausschüttung von Molekülen, die den Fettabbau hemmen, reduzieren kann», so Johanna Gostner vom Institut für Medizinische Biochemie der Medizinischen Universität Innsbruck, gegenüber pressetext.

Die nachweisliche Wirkung von Rotwein auf Fettzellen schürt neue Hoffnung auf den Einsatz von Wein als Therapeutikum: «Die Mäuse, die die fettreiche Diät bekamen, entwickelten eine Fettleber und Diabetes-Symptome - dieselben Auswirkungen auf den Stoffwechsel, die wir auch bei vielen übergewichtigen Patienten ohne ausreichende Bewegung beobachten», so Neil Shay, einer der Studienleiter.

Wirkung beim Menschen offen

«Auch wenn die Versuche in vitro und Tierstudien vielversprechend sind, kann die Wirkungsweise im Menschen nicht vorhergesagt werden.» Die in den Trauben enthaltenen Ellagsäuren - eine Form von Polyphenol - können das Wachstum bestehender und die Entstehung neuer Fettzellen hemmen, wie nun im «Journal of Nutritional Biochemistry» veröffentlicht wurde. Der Ellagsäure konnte in anderen Tierversuchen schon eine krebsvorbeugende Wirkung nachgewiesen werden.

Die bisher entdeckten gesundheitsfördernden Effekte mässigen Rotweinkonsums werden hauptsächlich dem Resveratrol (auch eine Polyphenol) zugeschrieben. Hhinter der Wirkung auf die Adipozyten, die Zellen des Fettgewebes, vermuten die Wissenschafter nun aber vor allem die Ellagsäure. Gostner teilt das Interesse an der Ellagsäure: «Andere, strukturell ähnliche Polyphenole wie Resveratrol zeigten diese Wirkung bei gleicher Konzentration nicht.»

Wirkung besteht auch unvergoren

Ob jedoch die Wirkung des Traubenextrakts ausschliesslich auf den Gehalt an Ellagsäure zurückzuführen ist oder auf synergistische Effekte mit anderen Phytochemikalien, lässt sich, wie auch von den Studienautoren diskutiert, von den aktuellen Ergebnissen nicht ableiten. Nichtsdestotrotz: Eine Handvoll roter Trauben entfaltet dieselbe Wirkung wie ein Glas Rotwein.

(flok/pte)

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