Royal muss in TV-Duell Millionen überzeugen
publiziert: Mittwoch, 2. Mai 2007 / 07:57 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 2. Mai 2007 / 12:32 Uhr

Paris - In Frankreich steuert der Präsidentschaftswahlkampf mit dem TV-Duell zwischen der Sozialistin Ségolène Royal und dem Konservativen Nicolas Sarkozy am Mittwochabend auf seinen Höhepunkt zu.

Ségolène Royal soll im TV-Duell ihre Maske fallen lassen - vielen Franzosen wirkt sie zu sprunghaft.
Ségolène Royal soll im TV-Duell ihre Maske fallen lassen - vielen Franzosen wirkt sie zu sprunghaft.
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Vier Tage vor der Stichwahl am Sonntag sehen alle Umfragen Sarkozy in Führung. Er kommt regelmässig auf 52 bis 53 Prozent. «Royal weiss, dass etwas passieren muss», sagt Emmanuel Rivière vom Meinungsforschungsinstitut TNS Sofres zur Ausgangslage für die Sozialistin vor dem Duell, das voraussichtlich über 20 Millionen Franzosen sehen werden.

Doch auch Sarkozy könne sich nicht zurücklehnen, sagt Jean-François Doridot vom Institut Ipsos. Trotz seiner fünf Prozentpunkte Vorsprung in der ersten Wahlrunde habe es der Ex-Innenminister nicht geschafft, «eine Dynamik zu erzeugen, die Glauben macht, dass die Wahl schon vollkommen gelaufen ist.»

16 Prozent noch unsicher

Laut einer Umfrage des Instituts TNS-Sofres wissen 82 Prozent der französischen Wähler bereits, wen sie am Sonntag wählen werden. 16 Prozent geben aber an, sie seien noch nicht sicher oder könnten ihre Meinung noch ändern: Dies wären bei einer Wahlbeteiligung von rund 80 Prozent fünf bis sechs Millionen Franzosen. Im Zentrum des Kampfes zwischen Royal und Sarkozy stehen die Anhänger des ausgeschiedenen Präsidentschaftskandidaten François Bayrou, der in der ersten Runde auf den dritten Platz gekommen war. Rund 2,6 Millionen seiner 6,8 Millionen Wähler haben laut Meinungsforschern noch keine Wahl getroffen.

Gratwanderung

Für das Duell haben die Sender TF1 und France 2 eine Halle in der Pariser Vorstadt Boulogne gemietet und dort ein Arena-artiges Studio aufgebaut. Sarkozy und Royal werden sich an einem Plexiglas-Tisch in rund zwei Meter Abstand gegenüber sitzen, die Sozialistin aus Zuschauersicht links, der Konservative rechts. Zwei Journalisten werden moderieren, aber anders als in TV-Duellen in den USA können sich die beiden Rivalen auch direkt ins Wort fallen.

Der angriffslustige Sarkozy wies im Vorfeld Fragen brüsk zurück, ob er im Duell gegen eine Frau mehr Zurückhaltung walten lassen werde als sonst. Er finde diese Vorstellung «ziemlich chauvinistisch» und «respektlos» Royal gegenüber, sagte er. Für beide dürfte die Debatte jedenfalls zu einer Gratwanderung werden. Denn laut Jean-Daniel Lévy vom Institut CSA wollen noch viele Franzosen letzte Fragen zur Persönlichkeit der Kandidaten geklärt wissen, die beide zum ersten Mal als Präsidentschaftskandidaten angetreten sind.

«Die Franzosen hoffen, dass dabei die Masken fallen», sagt Lévy. «Denn beide verunsichern einen Teil der Bevölkerung: Während Royal einigen als sprunghaft gilt, erzeugt Sarkozy mit seinen Plänen für die Gesellschaft teils Angst.»

(fest/afp)

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Der Abstand zwischen den Kandidaten hat sich leicht verringert.
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