Reformen beginnen zu greifen
Rückblick 2013: Europa erholt sich von der Krise
publiziert: Montag, 30. Dez 2013 / 08:20 Uhr
Die Reformen beginnen zu greifen, doch die sozialen Probleme bleiben existent.(Archivbild)
Die Reformen beginnen zu greifen, doch die sozialen Probleme bleiben existent.(Archivbild)

Wien - Nach zahlreichen Sparprogrammen und Rettungspaketen erhellt sich der Himmel über Europas Volkswirtschaften allmählich. In den vergangenen zwölf Monaten konnten wieder erste positive Botschaften verkündet werden. Grund zu grosser Freude gibt es allerdings nicht.

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Zu sehr leidet die Bevölkerung unter den radikalen Einschnitten, zu prekär ist die Lage in den einzelnen Ländern. China muss unterdessen für seine hohen Wachstumsraten einen immer grösseren Tribut zollen. Der französische Autobauer Peugeot vermeldet den grössten Verlust in der Firmengeschichte und der IT-Gigant Apple kämpft um seine Innovationsführerschaft. Bundeskanzlerin Merkel wird in ihrem Amt bestätigt.

Euro vorerst gerettet

Nach jahrelangen Turbulenzen und einschüchternden Drohszenarien scheint der Fortbestand des Euro als Gemeinschaftswährung vorerst gesichert. Der «Grexit» ist vom Tisch und der Rettungsschirm hat Wirkung gezeigt. Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hat die Märkte beruhigt. Hauptverantwortlich dafür ist Mario Draghi. Experten sparen allerdings nicht mit Kritik und warnen unter anderem, dass die Politik des billigen Geldes in Zukunft das Preisniveau spürbar anheben könnte.

Durch den in Angriff genommenen Sanierungskurs hat es erste substanzielle Erfolge gegeben. Das Ärgste liegt bereits hinter uns, heisst es von Analysten. Erstmals seit dem dritten Quartal 2011 kommt die gesamte Eurozone wieder aus der Rezession. Grossbritannien und Portugal freuen sich über vergleichsweise hohe Wachstumsraten. Für die deutsche Wirtschaft halten Ökonomen eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts von mehr als zwei Prozent für realistisch.

«American Dream» ist ausgeträumt

Die gesamtwirtschaftlichen Fortschritte und Reformen können jedoch nicht über die unzähligen persönlichen Schicksale hinwegtäuschen. Immer mehr Betroffene entwickeln individuelle Krisenstrategien. Besonders in strukturschwachen Regionen kämpfen einkommensschwache Familien gegen das Abrutschen in die Armut.

Doch nicht nur in Europa, sondern auch am anderen Ende des grossen Teichs geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Working Poor werden in den USA allmählich zu einem Massenphänomen. Der vielzitierte «American Dream» erscheint für viele US-Bürger immer unerreichbarer. Hinzu kommen politische Querelen in Washington rund um die Haushaltspolitik und die zusätzliche Aufnahme von Schulden. Die sogenannte Fiskalklippe war 2013 in aller Munde.

Peugeot schreibt Rekordverlust

Während die Mittelmeerstaaten für ihre Bemühungen gelobt werden, fällt das Zeugnis für Frankreich eher schlecht aus. Konsumflaute, Arbeitslosigkeit und fehlende Wettbewerbsfähigkeit bereiten der «Grande Nation» zunehmend Sorgen. Peugeot-Citroen hat in diesem Jahr den grössten Verlust in der Konzerngeschichte verdauen müssen. Andere Autobauer wie Toyota oder Renault haben sich hingegen erfolgreich gegen die Absatzwidrigkeiten gestemmt.

Auf dem Weltmarkt für Laptops hat unterdessen Hewlett-Packard den Rivalen Lenovo von der Spitze verdrängt. Notebook-Hersteller kämpfen allerdings nicht nur untereinander um die Gunst der Kunden, sondern auch mit dem wachsenden Markt der Tablet-Computer. In diesem Segment versucht vor allem Apple mit seinen iPads eine Vorreiterrolle einzunehmen. Nach dem Tod von Steve Jobs bemängeln jedoch immer mehr Beobachter die schwindende Innovationskraft des Unternehmens. Zum schärfsten Konkurrenten der Kalifornier ist Samsung aufgestiegen. Die Südkoreaner setzen ebenfalls auf Smartphones und Tablets.

China stösst an ökologische Grenzen

Die USA und Europa sind nicht China. Das hat auch das Jahr 2013 wieder bewiesen. Während die einen mit der Rezession kämpfen, verzeichnen die anderen Jahr für Jahr respektable Wachstumsraten - nicht ohne Konsequenzen. Die chinesische Wirtschaft stösst vermehrt auf ökologische Grenzen. Wassermangel, Luftverschmutzung und utopische Urbanisierungspläne gehören zu den drängendsten Problemen hinter der ökonomischen Fassade des Reichs der Mitte. Aktuellen Schätzungen der chinesischen Akademie für Umweltplanung muss die Volksrepublik bis 2017 umgerechnet rund 210 Mrd. Euro zur Förderung umweltschonender Anlagen in der Industrieproduktion investieren.

Aber auch Korruption und Misswirtschaft sind Teil der chinesischen Wirtschaft. Auch Venezuela hat damit zu kämpfen. Die wirtschaftspolitische Bilanz des 2013 verstorbenen Staatschefs Hugo Chávez ist durchwachsen.

Anleger mit Millionenschaden

Die vergangenen zwölf Monate waren geprägt von niedrigen Zinsen. Diese sind ein Hauptgrund dafür, dass sich Sparer für riskante Investitionen entscheiden. Dass dies nach hinten losgehen kann, hat der grossangelegte mutmassliche Anlegerbetrug der Immobiliengruppe S&K eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Aber auch Fonds, die in Containerschiffe investieren, sind längst keine Garantie mehr für hohe Renditen, wie gutgläubige Anleger erkennen mussten.

(tafi/pte)

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