Rückgang der Krawalle in Frankreich
publiziert: Donnerstag, 10. Nov 2005 / 23:00 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 10. Nov 2005 / 23:23 Uhr

Paris - Zwar hat die Polizei noch über 200 Festnahmen gemeldet. Doch nach rund zwei Wochen schwächten sich die Unruhen in Frankreich ab, obwohl die Behörden das Notstandsrecht kaum nutzten.

Innenminister Nicolas Sarkozys Anordnung zur Ausweisung stiess auf scharfe Kritik.
Innenminister Nicolas Sarkozys Anordnung zur Ausweisung stiess auf scharfe Kritik.
4 Meldungen im Zusammenhang
In der Nacht zum Donnerstag wurden in ganz Frankreich 482 Fahrzeuge in Brand gesetzt; in der Nacht zuvor waren es noch 617 gewesen. Der oberste Polizeichef Michel Gaudin sprach von einem «bedeutenden Rückgang» der Krawalle. Dieser Rückgang sei vor allem in der Region Paris «sehr, sehr ausgeprägt».

Zur Begründung verwies er darauf, insgesamt mehr als 2000 Festnahmen brächten potenzielle Randalierer wohl zum Nachdenken. Hinzu kämen das Engagement der Bevölkerung, aber auch staatliche Vorkehrungen, fügte Gaudin hinzu und verwies auf das Notstandsrecht.

Auf dieser Grundlage sind Ausgangssperren und Razzien ohne richterlichen Beschluss möglich. Von den Ausgehverboten machten aber nur wenige Behörden Gebrauch: Nächtliche Ausgangssperren für Minderjährige wurden in fünf der insgesamt 100 Départements verhängt, darunter keines bei Paris. Dort hatten die Unruhen am 27. Oktober begonnen.

Kein Benzin in Kanister

Der Pariser Polizeichef verbot den Tankstellen in der Hauptstadt, Benzin in Kanister oder anderen Gefässen abzugeben. Damit soll der Bau von Brandsätzen erschwert werden. Es gebe Hinweise darauf, dass sich Jugendliche auf weitere Krawalle vorbereiteten, sagte Pierre Mutz weiter. Er verwies dabei auf das Internet und SMS-Mitteilungen.

Präsident Jacques Chirac räumte ein, die Regierung sei «erst im Begriff, den Rechtsstaat und die Sicherheit wiederherzustellen». Chirac rief dazu auf, aus der Krise zu lernen. Die Regierung müsse stärker dafür sorgen, dass alle Bürger gleich behandelt würden.

Kritik an Ausweisung

Auf scharfe Kritik stiess unterdessen die Anordnung von Innenminister Nicolas Sarkozy, die bislang 120 verurteilten ausländischen Randalierer ohne Rücksicht auf Aufenthaltsgenehmigungen unverzüglich auszuweisen.

«Das kann nur die Verbitterung weiter schüren», sagte ein Sprecher der Hilfsvereinigung «France Terre d´Asile». Polizeichef Gaudin sagte, über Abschiebungen werde «von Fall zu Fall» entschieden.

(bert/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris - Zwei Wochen nach Beginn der ... mehr lesen
Nicolas Sarkozy bekräftige: «Das sind Rowdys und Gesindel!»
Paris - Auch nach Reaktivierung ... mehr lesen
Es bilden sich immer mehr Bürgergruppen, die zur Ruhe aufrufen.
Etschmayer „Das Integrationsprojekt Europa ist gescheitert!“ heisst es im Schein brennender Renault Clios und abgefackelter Kindergärten. Aber das scheint ein we ... mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als ... mehr lesen  
Afghanische Binnenflüchtlinge vegetierten unter «abscheulichen Bedingungen gerade so am Rande des Überlebens dahin». (Symbolbild)
Mit 124 zu 64 Stimmen genehmigte die grosse Kammer den Bundesbeschluss über den Nachtrag I zum Voranschlag 2016.
353 Millionen Franken für den Asylbereich  Bern - Der Nationalrat hat am Dienstag die Staatsrechnung 2015 sowie die Nachtragskredite zum ... mehr lesen  1
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 7°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Basel 9°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 7°C 9°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Bern 8°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 5°C 12°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Genf 7°C 12°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 3°C 10°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten