Blattmanns Armee-Reform
Rückkehr zur Schweizer Mobilmachung
publiziert: Donnerstag, 4. Jul 2013 / 17:40 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 4. Jul 2013 / 18:16 Uhr
Chef der Armee. (Archivbild)
Chef der Armee. (Archivbild)

Bern - Die Schweizer Armee steht vor ihrem nächsten grossen Umbau. Laut Armeechef André Blattmann geht es dabei darum, «die Mobilmachung für einen Teil der Armee wieder einzuführen». Derzeit genügten die Ressourcen nämlich nicht, um auf unerwartete Ereignisse reagieren zu können.

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Bei Erdbeben oder Überschwemmungen etwa müssten rasch Genie- oder Übermittlungstruppen aufgeboten werden können, sagte Blattmann in einem Interview mit NZZ Online. «Wir müssen die Bereitschaft der Armee verbessern.»

Die Verbesserung der Einsatzbereitschaft der Truppe ist Teil der Weiterentwicklung der Armee, die der Bundesrat vergangene Woche in die Vernehmlassung geschickt hat. Im Zuge des Umbaus soll zudem der Bestand auf 100'000 Mann reduziert werden. Dieser Verkleinerung fallen auch diverse Militärflugplätze und Waffenplätze zum Opfer.

Noch ist offen, welche Standorte betroffen sind. Auch Blattmann wollte sich im Interview nicht dazu äussern. Erst wenn klar sei, ob der Armee in Zukunft 4,7 oder 5 Milliarden Franken zur Verfügung stünden, werde man «mit konkreten Vorstellungen an die Kantone treten».

Informationsarbeit nötig

Angesprochen auf die Kritik, die sowohl von linker wie auch von bürgerlicher Seite an den Reformplänen geäussert wurde, sagte der Chef der Armee: «Offensichtlich haben wir hier noch sehr viel Informationsarbeit zu leisten.»

Verteidigung heisse aber nicht nur, mit Panzern an der Grenze zu warten, bis jemand angreife. Vielmehr sei auch der Schutz der kritischen Infrastruktur Teil der Verteidigung. «Dazu brauchen wir nicht primär Panzer und Artillerie, sondern Personal, das schützen kann.» Ein vollständiger Verzicht auf Artillerie und Kampfpanzer ist aus der Sicht Blattmanns allerdings «keine Option».

Die Weiterentwicklung der Armee wäre laut Blattmann Makulatur, sollte das Volk am 22. September die Volksinitiative «Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht» annehmen.

Denn das Begehren der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) ziele auf die schrittweise Abschaffung der Armee und damit «auf das, was im Namen der GSoA enthalten ist».

(bert/sda)

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André Blattmann, Chef der Schweizer Armee.
Unerwartete Ereignisse
Denn das Begehren der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) ziele auf die schrittweise Abschaffung der Armee und damit «auf das, was im Namen der GSoA enthalten ist».

Dann ist die "Reform" also Makulatur, falls die Vorlage Abschaffung der Wehrpflicht angenommen wird. Hm.. dann hoffen wir das seine Strategie besser ist wenn wirklich mal was Unerwartetes Ereignis eintritt. Nur auf den Namen der Initianten zu schiessen zeugt nicht von viel Flexibilität...Die Annahme der Vorlage wäre wohl die grösste Reform in der Geschichte der Schweizer Armee.
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