175 Stimmen
Ruedi Lustenberger zum höchsten Schweizer gewählt
publiziert: Montag, 25. Nov 2013 / 15:54 Uhr / aktualisiert: Montag, 25. Nov 2013 / 22:34 Uhr
Der neue Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger heute im Nationalrat.
Der neue Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger heute im Nationalrat.

Für die nächsten zwölf Monate leiten Ruedi Lustenberger (CVP/LU) und Hannes Germann (SVP/SH) die Geschicke des National- und Ständerats. Die beiden Kammer haben zu Beginn der Wintersession am Montag ihre Präsidenten gewählt.

2 Meldungen im Zusammenhang
Zum formell höchsten Schweizer wählte der Nationalrat den Entlebucher Ruedi Lustenberger. Mit 175 von 180 gültigen Stimmen erreichte Lustenberger ein Glanzresultat. In den vergangenen zwanzig Jahren war nur einmal ein Nationalratspräsident mit mehr Stimmen gewählt worden: Hansjörg Walter erhielt 2011 bei seiner Wahl 185 Stimmen.

Er verstehe sich eher als Handwerker denn als Künstler der Politik, sagte der Schreinermeister Lustenberger, der bis 2011 ein eigenes Unternehmen führte. «Als Politiker bauen wir die Schweiz von morgen», sagte er. Die Kundinnen und Kunden seien die Bürger des Landes: «Für sie wollen wir gute Arbeit leisten.»

Lustenberger ist der elfte Nationalratspräsident aus dem Kanton Luzern seit Gründung des Bundesstaates 1848. Als zweiter Nationalratspräsident aus dem Entlebuch hat Lustenberger einen prominenten Vorgänger: Josef Zemp, der 1887 die grosse Kammer präsidierte und 1892 als erster Katholisch-Konservativer in den Bundesrat gewählt wurde.

Der 63-jährige Lustenberger folgt auf Maya Graf, die als erste Grüne das Amt der Nationalratspräsidentin bekleidet hatte. Die Zeit sei wie im Fluge vergangen, sagte Graf in ihrer Abschiedsrede.

Germann löst Lombardi ab

Im Ständerat wird nach einem Jahr unter der Führung des Tessiner CVP-Politikers Filippo Lombardi wieder weniger Italienisch gesprochen. Die kleine Kammer wählte mit 42 und damit allen gültigen Stimmen den Schaffhauser Hannes Germann (SVP) zu ihrem Präsidenten. Eine Stimme war leer eingegangen.

Der 57-jährige Germann übernimmt das Ständeratspräsidium als sechster Schaffhauser. Letztmals amtierte 1974/75 mit Kurt Bächtold ein Schaffhauser als Präsident der kleinen Kammer. Auch für die SVP ist der als gemässigt geltende Germann der sechste Vertreter seit Gründung des Bundestaates 1848.

In seiner Antrittsrede rief Germann den Ständerat dazu auf, trotz der baldigen Einführung der elektronischen Stimmabgabe «seinen Geist» zu bewahren. Es gelte, den Druck aus den Parteien und von Lobbyisten trotz stärkerer Kontrolle auszuhalten.

Ausserdem verteidigte er die Kantonsautonomie. Sich selbst charakterisierte er als einen «auf Ausgleich bedachten Föderalisten» aus einem Grenzkanton.

Plädoyer für «parlamentarische Diplomatie»

Der scheidende Ständeratspräsident Filippo Lombardi nutzte die letzten Momente seiner Amtszeit für eine Verteidigung seiner zahlreichen Auslandreisen, die in den Medien in die Kritik geraten waren. Er habe auf seinen 13 Reisen 22 Länder besucht sowie zahlreiche Botschafter und Delegationen in der Schweiz empfangen, erklärte Lombardi.

Dabei habe er die Politik der Schweiz bekannt gemacht, wichtige Kontakte geknüpft und beispielsweise über die Vorzüge des Zweikammer-Systems informiert. Wer von einer weltoffenen Schweiz spreche, müsse auch die Rolle des Parlaments in der Diplomatie anerkennen. Nur in der Schweiz müsse sich ein Politiker rechtfertigen, wenn er zu viel tue.

Nachfolger bereit

Beide Räte wählten auch ihre Vizepräsidenten. Im Nationalrat sind dies für das nächste Jahr Stéphane Rossini (SP/VS), der 166 Stimmen erhielt. Zweite Vizepräsidentin ist Christa Markwalder (FDP/BE), die 137 Stimmen erhielt. Die beiden sind turnusgemäss als nächste für das Präsidium vorgesehen.

Die Vizepräsidenten im Ständerat heissen Claude Hêche (SP/JU) und Raphaël Comte (FDP/NE), die ebenfalls als nächste die kleine Kammer präsidieren dürften. Comte rückte als zweiter Vizepräsident für Pankraz Freitag (FDP/GL) nach, der Anfang Oktober überraschend verstorben war.

(fest/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der Walliser Stéphane Rossini tritt als neuer Nationalratspräsident die ... mehr lesen
Stephane Rossini.
«Schweiz am Sonntag»: Die Post kann aus Sicht ihres Verwaltungsratspräsidenten Peter Hasler nicht zu einem Internetunternehmen werden.
Bern - Schweizer Dschihadisten, die ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Private Radio- und Fernsehveranstalter werden mit 30 Millionen Franken aus der Radio- und Fernsehabgabe direkt unterstützt.
Private Radio- und Fernsehveranstalter werden mit 30 ...
57.5 Millionen Franken für entgangene Werbeeinnahmen  Bern - Die Coronavirus-Pandemie trifft die Medien hart. Ihre Werbeeinnahmen sind bereits drastisch gesunken. Aufgrund der besonderen Bedeutung der Medien für die Demokratie hat das Parlament in der ausserordentlichen Session breit abgestützte Motionen überwiesen, um finanzielle Soforthilfe im Umfang von 57.5 Millionen Franken zu leisten. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 20. Mai 2020 zwei entsprechende Notverordnungen verabschiedet. mehr lesen 
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ... mehr lesen   3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 15°C 22°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Basel 20°C 23°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 17°C 20°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Bern 14°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 16°C 22°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Genf 15°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 20°C 30°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten