Rüge bei Tram-Beschaffung
publiziert: Montag, 20. Jun 2005 / 20:46 Uhr

Basel - Das Auswahlverfahren bei der Beschaffung der Combino-Trams durch die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) wies laut der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Basler Grossen Rats klare Mängel auf. Der Basler Regierung wirft sie irreführende Angaben vor.

Zum Zeitpunkt der Evaluation sei ein 100 Prozent Niederflur-Tram noch nirgendwo im regulären Einsatz gestanden.
Zum Zeitpunkt der Evaluation sei ein 100 Prozent Niederflur-Tram noch nirgendwo im regulären Einsatz gestanden.
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Die BVB habe sich bei der Ausschreibung auf Anbieter von 100 Prozent Niederflur-Fahrzeugen beschränkt, heisst es im Bericht der GPK. Der Ratschlag zur Combino-Beschaffung sei von "euphorischer Stimmung zugunsten eines Niederflurtrams" geprägt gewesen.

"Man hat uns vorgegaukelt, dass das Combino eine bewährte, ausgereifte Sache sei", sagte GPK-Mitglied Markus Benz vor den Medien. Die Einstufung der Combinos als Fahrzeuge "ab Stange" habe aber überhaupt nicht zugetroffen: Zum Zeitpunkt der Evaluation sei ein 100 Prozent Niederflur-Tram noch nirgendwo im regulären Einsatz gestanden.

Keine kritischen Stimmen gehört

Obwohl bereits kritische Stimmen von Fachleuten zu der neuen Niederflur-Technik vorlagen, will die BVB gemäss dem GPK-Bericht zum Zeitpunkt der Anschaffung davon keine Kenntnis gehabt haben. Der Grosse Rat hatte damals der Beschaffung der 28 Combino-Trams nach nur gerade 15-minütiger Debatte zugestimmt.

Kein gutes Bild zeichnet die GPK von der Informationspolitik der BVB nach der Beschaffung: Auftretende Probleme mit den neuen Trams seien verschwiegen, Kritiker als "Nestbeschmutzer" verunglimpft worden. Positiv beurteilte die GPK allerdings das Krisenmanagement der BVB rund um die Stilllegung der Combinos.

Fachleute beiziehen

Für die Zukunft regt die Kommission an, bei Beschaffungen dieser Grössenordnung unabhängige Fachleute beizuziehen: Der BVB habe es an kritischer Distanz zu Siemens gefehlt.

Zu dem von BVB und Regierung akzeptierten Sanierungs-Konzept von Siemens sieht die GPK keine Alternative. Eine Rückgabe der Combinos an Siemens sei "keine ernsthafte Möglichkeit", so GPK-Mitglied Martin Hug. Dies auch deshalb, weil Trams in der Zwischenzeit teurer geworden seien: Pro Stück müsse heute rund 1 Mio. Fr. mehr bezahlt werden.

Die entstandenen Kosten rund um die Stilllegung der Combino-Flotte im März 2004 erachtet die Kommission als abgedeckt.

(sl/sda)

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