Rund 3500 Alkohol-Tote im Jahr
publiziert: Donnerstag, 10. Mai 2007 / 14:34 Uhr

Zürich - Der Alkohol fordert in der Schweiz jährlich rund 3500 Tote. Wie aus einer Studie des Zürcher Instituts für Sucht- und Gesundheitsforschung (ISGF) weiter hervorgeht, sterben rund doppelt so viele Männer wie Frauen an den Folgen des Alkoholkonsums.

Wirksame Massnahmen gegen alkoholbedingte Krankheiten und Unfälle werden selten umgesetzt.
Wirksame Massnahmen gegen alkoholbedingte Krankheiten und Unfälle werden selten umgesetzt.
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Laut der vom Bundesamt für Gesundheit in Auftrag gegebenen Studie starben 2002 in der Schweiz 2432 Männer und 1033 Frauen an den Folgen von Alkoholkonsum, wie das ISGF in einer Medienmitteilung schreibt.

Es sei davon auszugehen, dass der Alkoholkonsum für 5,2 Prozent aller Todesfälle bei Männern und 1,4 Prozent aller Todesfälle bei Frauen im Jahr 2002 verantwortlich gewesen sei.

Verlorene Lebensjahre

Erst recht deutlich würden die negativen Folgen des Alkohols, wenn man nicht nur die reinen Todeszahlen, sondern verfrühte Tode berücksichtige, schreibt das ISGF weiter. So sei der Alkoholkonsum für 10,5 Prozent aller vorzeitig verlorenen Lebensjahre bei Männern und für 4,9 Prozent bei den Frauen verantwortlich gewesen.

Laut ISGF ist der Alkoholkonsum bei der so genannten jährlichen Krankheitslast einer der fünf wichtigsten Faktoren. Unter Krankheitslast versteht man Lebensjahre, die durch Tod verloren gehen oder die durch krankheitsbedingte Behinderungen gemindert werden.

Krebserzeugende Substanz

Die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation in Lyon habe Alkohol zudem vor kurzem als krebserzeugende Substanz eingestuft, schreibt das ISGF weiter. Brust, Mund und Rachen, Speiseröhre, Leber, Darm und Rektum seien diejenigen Organe, bei denen Alkoholkonsum erwiesenermassen das Risiko für Krebs erhöhe.

Das Ausmass alkoholbedingter Probleme sei umso erstaunlicher, als wirksame Massnahmen gegen alkoholbedingte Krankheiten und Unfälle existierten. Steuererhöhungen seien eine Möglichkeit, hier Abhilfe zu schaffen. Weiter könne der geltende Jugendschutz besser durchgesetzt und der Verkauf von Alkoholika auf bestimmten Veranstaltungen verboten oder eingeschränkt werden.

(bert/sda)

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