Rund 9000 antike Objekte bei Rentner beschlagnahmt
publiziert: Dienstag, 27. Dez 2005 / 22:16 Uhr

Rom - Im Haus eines 74-jährigen Rentners hat die italienische Polizei rund 9000 gestohlene antike Objekte aus der Zeit der Etrusker und Römer beschlagnahmt.

Ein Bronzegefäss der Etrusker. (Archivbild)
Ein Bronzegefäss der Etrusker. (Archivbild)
Der Mann verkaufte regelmässig Gegenstände auf dem Flohmarkt Porta Portese in Rom.

Kundigen Interessenten habe er allerdings zu wesentlich höheren Preisen auch eines archäologischen Museums würdige Stücke angeboten, teilte die Polizei mit. Der Rentner sei in der Nacht zuvor ins Visier der Beamten geraten.

Aussergewöhnliche Sammlung

Nachdem sie in seinem Auto drei Säcke voller Antiquitäten fanden, durchsuchten sie sein Haus und stiessen dort auf seine aussergewöhnliche Sammlung.

Neben einem Labor zur Reinigung und Aufarbeitung historischer Artefakte fanden die Beamten Unmengen an Terrakotta-Vasen, Amphoren, Masken, Lehm- und Bronzestatuen sowie Teilen von Marmorsäulen.

Grabräuber-Ausrüstung

Zudem habe auch eine klassische Grabräuber-Ausrüstung mit drei Metalldetektoren bereit gelegen. Insgesamt wurden 8972 Gegenstände beschlagnahmt.

Die italienische Polizei geht zur Zeit entschieden gegen Grabräuber vor, die jahrhundertelang nahezu unbehelligt ihrer Tätigkeit nachgehen konnten. Regelmässig wurden auch einige der bekanntesten archäologischen Grabungsstätten des Landes geplündert.

In Rom läuft derzeit ein Gerichtsverfahren gegen einen früheren Kurator des J. Paul Getty Museums in Los Angeles, der vorsätzlich in Italien gestohlene Antiquitäten gekauft oder diese wissentlich angenommen haben soll.

(bsk/sda)

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