Kämpfe lösen Massenflucht aus Syrien aus
Rund 9000 syrische Flüchtlinge stranden an türkischer Grenze
publiziert: Montag, 27. Aug 2012 / 20:16 Uhr

Beirut/Amman/Damaskus - Nach schweren Kämpfen und Massakern bei Damaskus hat eine Massenflucht aus Syrien eingesetzt. An der türkischen Grenze strandeten am Montag rund 9000 syrische Flüchtlinge.

7 Meldungen im Zusammenhang
Medienberichte, wonach die Türkei die Grenzen dicht gemacht habe, wurden von der Türkei zurückgewiesen. An der Grenze des Landes warteten rund 6000 Flüchtlinge auf der syrischen Seite des Grenzübergangs Oncupinar, 3000 weitere an der Grenze zur Provinz Hatay, sagte ein türkischer Diplomat.

Bislang flüchteten bereits 80'000 Syrer in die Türkei. Sie leben in Notlagern entlang der Grenze. Dem Diplomaten zufolge werden derzeit in den türkischen Provinzen Gaziantep und Hatay zwei weitere Camps mit 10'000 Plätzen errichtet.

Ein türkischer Regierungsvertreter sagte, die Türkei wolle weiter alle Flüchtlinge ins Land lassen. Es werde «nicht einmal darüber nachgedacht», Grenzübergänge zu sperren. Die Ausweiskontrollen dauerten aber derzeit wegen der hohen Zahl der Flüchtlinge länger. Er versicherte, die Gestrandeten würden per Katastrophenhilfe versorgt.

Grenzkontrollen verschärft

Allerdings wurden die Grenzkontrollen offenbar verschärft. Hintergrund ist offenbar die Sorge vor kurdischen Rebellen, die im Südosten des Landes für Autonomie kämpfen.

Die Türkei fürchtet, dass Kämpfer über Syrien ins Land gelangen könnten. Zudem gebe es Bedenken, dass ausländische Extremisten versuchten, über die Türkei nach Syrien zu gelangen, um dort das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu bekämpfen.

Angespannte Lage in Jordanien und Libanon

Auch in Richtung Jordanien und Libanon schwoll der Flüchtlingsstrom aus Syrien an. Ein libanesischer Grenzbeamter sagte, binnen weniger Stunden hätten mehr als 6800 Menschen die Grenze überquert.

Beim UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Libanon haben sich schon über 51'000 Syrer registrieren lassen; Jordanien beherbergt schon rund 200'000 syrische Flüchtlinge. Jordaniens Regierung erklärte, dass sie 430 Millionen Dollar benötigen werde, sollten die Flüchtlinge länger bleiben.

Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF richtete am Montag einen dringenden Appell an die Geber. UNICEF benötigt demnach mindestens 54 Millionen Dollar für weitere Zelte, die Gesundheitsversorgung und Sanitäranlagen für Jordanien. «Wir müssen jetzt handeln, weil es die Kinder sind, die am meisten leiden», sagte UNICEF-Vertreter Dominique Hyde.

Kämpfe in mehreren Landesteilen

In Syrien selbst wurden am Montag heftige Kämpfe und Luftangriffe gemeldet. Dabei wurden gemäss Regimegegnern über 100 Menschen getötet. Über die Hälfte der Toten habe es im Grossraum Damaskus gegeben.

Demnach setzte die Luftwaffe auch ihre Angriffe in der Provinz Daraa fort. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London berichtete zudem von Bombardements in Aleppo.

Das syrische Staatsfernsehen wiederum meldete Kämpfe in der Provinz Idlib im Norden. Weiter berichtete die amtliche Nachrichtenagentur SANA, dass die Behörden in Damaskus und Homs 378 Menschen freigelassen hätten, die zuvor wegen ihrer Teilnahme an Protesten festgenommen worden seien.

Im Osten der Hauptstadt Damaskus stürzte dem Staatsfernsehen zufolge ein Helikopter ab. Rebellen berichteten dagegen, dieser sei von ihnen abgeschossen worden. Ein Rebellensprecher sprach von «Rache» für das «Massaker von Daraja». In Daraja nahe Damaskus wurden gemäss der Beobachtungsstelle seit Samstag über 330 Leichen gefunden.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
New York - Nach eineinhalb Jahren der Gewalt in Syrien schlagen die Vereinten Nationen Alarm wegen der Situation der Flüchtlinge. ... mehr lesen
Über 200'000 Flüchtlinge machen sich auf den Weg für einer besseren Zukunft.
Präsident Baschar al-Assad spottete über die Flucht von Führungskräften.
Damaskus - Fast anderthalb Jahre nach dem Beginn des Syrien-Konflikts rechnet ... mehr lesen
Bern/Thun - Der Präsident des syrischen Nationalrats (SNC) hat am Montag die Schweiz besucht. Dabei bat Abdulbaset Sieda ... mehr lesen
Abdulbaset Sieda lebt in Schweden im Exil.
Amman - In der südwestlich von Damaskus gelegenen Stadt Daraja sind nach Darstellung syrischer Oppositioneller mehr als ... mehr lesen
«Assads Armee hat in Daraja ein Massaker angerichtet.»
Weitere Artikel im Zusammenhang
Syrien steht vor einem Scherbenhaufen.
Amman/Istanbul - In Syrien soll sich erstmals ein Kommandant abgesetzt haben, der grössere Kampfverbände befehligt hatte. ... mehr lesen
Genf/Damaskus/Istanbul - Der neue Syrien-Sondervermittler Lakhdar Brahimi hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon bei ... mehr lesen
Der 78-jährige Lakhdar Brahimi war von der UNO und der Arabischen Liga zum Sondergesandten ausgewählt worden.
Ein Anwohner in Kafraja berichtete über dutzende Granateneinschläge seit dem frühen Morgen. (Symbolbild)
Ein Anwohner in Kafraja berichtete über dutzende ...
Nach Ende der Waffenruhe  Beirut - Nach dem Auslaufen einer 48-stündigen Waffenruhe in drei syrischen Ortschaften sind die Kämpfe dort am Samstag wieder aufgeflammt. Örtliche Feuerpausen in Syrien haben sich in der Vergangenheit häufig als brüchig erwiesen. 1
Bangkok-Anschlag  Bangkok - Knapp zwei Wochen nach dem Bombenanschlag in Bangkok mit 20 Toten hat die Polizei einen Ausländer festgenommen und zahlreiche womöglich ...  
Polizei nimmt Verdächtigen des Bangkok-Attentats fest Bangkok - Knapp zwei Wochen nach dem blutigen Bombenanschlag auf den Erawan-Schrein in Bangkok mit 20 Todesopfern hat ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3262
    Das... wird noch lang Zeit so weiter gehen. In Syrien und im Irak hat der ... heute 12:45
  • Kassandra aus Frauenfeld 1483
    Gesetzloses Gesindel, Möderbanden, die Brandbomben werfen und meinen sie seien die Verteter ... heute 11:11
  • keinschaf aus Wladiwostok 2718
    Was ist hiermit? Nanu.... ist dem Zebu schwindlig geworden vor lauter ... heute 00:42
  • keinschaf aus Wladiwostok 2718
    Tja... ....und wir wollen keine Lügner und Landesverräter in diesem Land. ... heute 00:34
  • Kassandra aus Frauenfeld 1483
    Unsinn? Ja, und keinerlei Geschichtskenntnisse! Gut, Schäfchen brauchen das nicht, aber es gibt mir wieder einmal ... gestern 23:56
  • keinschaf aus Wladiwostok 2718
    Im Unterschied zum Zebu... ...muss ich nicht lügen und dem Zebu ausgerechnet seinen Erzfeind als ... gestern 23:22
  • keinschaf aus Wladiwostok 2718
    Unsinn. Ein völlig abstruser Vergleich! Im dritten Reich wurde auf andere Weise ... gestern 23:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1483
    Ja, ja, und nochmals ja! Das Sch... Schreibt: "(Kennen wir doch auch schon: wer sich nicht vom ... gestern 17:20
Wettbewerb
Unvergessliche Momente auf der OCHSNER SPORT CLUB Fanbank.
Hautnah dabei  OCHSNER SPORT CLUB bringt dich hautnah an die Stars der Super League.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 19°C 26°C sonnig und wolkenlos leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel 15°C 28°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 18°C 28°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern 15°C 31°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 17°C 31°C sonnig und wolkenlos leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 16°C 32°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 20°C 29°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten