Russische Atomanlage verseucht Fluss
publiziert: Freitag, 25. Nov 2005 / 22:48 Uhr

Moskau - Die russische Nuklearanlage Majak leitet nach Justizangaben jedes Jahr mindestens zehn Millionen Kubikmeter radioaktiv verseuchtes Wasser in den Fluss Tetscha ein.

Das verseuchte Wasser sei schwach radioaktiv.
Das verseuchte Wasser sei schwach radioaktiv.
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Nach den Ermittlungen sickere flüssiger Atommüll durch die dringend renovierungsbedürftige Staumauer der Anlage in den Fluss, zitierten russische Nachrichtenagenturen am Freitag den Staatsanwalt von Jekatarinburg, Andrej Potapow. Dies gefährde die Umwelt von Tscheljabinsk und der Nachbarregionen.

Die Staatsanwaltschaft will den Direktor der Anlage, den Lokalpolitiker Witali Sadownikow, unter Anklage stellen. Das Gericht will über den Antrag entscheiden.

Seit der Sowjetära

Ein Sprecher einer örtlichen Umweltorganisation sagte, das verseuchte Wasser sei schwach radioaktiv und sickere bereits seit der Sowjetära in den Fluss ein. Nach seinen Informationen handele es sich um jährlich 15 Millionen Kubikmeter.

Sadownikow wies die Verantwortung von sich. Für die Renovierung der Staumauer sei ein Staatsprogramm aufgelegt worden, das erforderliche Geld sei jedoch nie bereitgestellt worden.

Wichtige Wiederaufbereitungsanlage

Majak ist die wichtigste atomare Wiederaufbereitungsanlage in Russland. Sie wurde 1948 gebaut. In ihr können jährlich 400 Tonnen Brennstoff wiederaufbereitet werden.

1957 kam es in Majak zu einem der schwersten Atomunfälle in der Sowjetunion. Nach Angaben von Forschern wurde dabei mehr radioaktives Material freigesetzt als bei der Tschernobyl-Katastrophe 1986.

(bert/sda)

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