Russische Justiz beantragt Auslieferung von Sakajew
publiziert: Montag, 9. Dez 2002 / 16:49 Uhr

Moskau - Die russische Justiz hat in Grossbritannien offiziell die Auslieferung des Tschetschenen-Sprechers Achmed Sakajew beantragt. Russland wirft Sakajew unter anderem Beteiligung an Terrorakten während des Tschetschenien-Krieges in den 90er Jahren vor.

Wir gehen davon aus, dass die von uns vorgebrachten Materialien ausreichend sind für eine Auslieferung des beschuldigten Sakajew, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Moskau mit. Sakajew war am vergangenen Donnerstag bei der Einreise in Grossbritannien auf Grund eines internationalen Haftbefehls vorübergehend festgenommen worden.

Die Freilassung des Sprechers der tschetschenischen Separatisten in London gegen Kaution hatte in der russischen Staatsführung für Verärgerung gesorgt.

Denn der Kreml wirft Sakajew auch eine Mittäterschaft am Geiseldrama von Moskau Ende Oktober vor, bei dem tschetschenische Terroristen mehr als 800 Menschen in ihre Gewalt gebracht hatten. Sakajew war wenige Tage später in Kopenhagen festgenommen worden.

Die dänische Justiz bezeichnete das von Russland vorgelegte Belastungsmaterial als unzureichend und forderte Sakajew Anfang Dezember auf, das Land zu verlassen.

(fest/sda)

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