Russischer Ex-Spion ringt weiter mit dem Tod
publiziert: Montag, 20. Nov 2006 / 13:18 Uhr / aktualisiert: Montag, 20. Nov 2006 / 20:57 Uhr

London - Nach einem mutmasslichen Giftanschlag in London ringt ein ehemaliger russischer Geheimagent weiterhin um sein Leben.

In die Ermittlungen hat sich auch Scotland Yard eingeschaltet.
In die Ermittlungen hat sich auch Scotland Yard eingeschaltet.
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Der 43-jährige Alexander Litwinenko wurde in einem Londoner Spital auf die Intensivstation verlegt.

Nach Angaben der Ärzte des University College Hospital hat sich sein Zustand verschlechtert. Der ehemalige Offizier des russischen Geheimdienstes FSB wurde nach eigener Darstellung Anfang November bei Recherchen über die Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskoja vergiftet.

Kein Zweifel an Vergiftung

Es gebe «keinerlei Zweifel», dass Litwinenko mit Thallium vergiftet worden sei, einem «geruchs- und farblosen Gift», von dem ein Gramm bereits tödlich für den Menschen sein kann, sagte ein Arzt am Montag der BBC. Litwinenkos Überlebenschancen wurden mit 50 Prozent angegeben.

Am Abend veröffentlichte die Klinik erste Fotos von Litwinenko auf dem Krankenbett. Darauf ist zu erkennen, dass er seine Haare verloren hat. Der Ex-Agent muss zudem künstlich ernährt werden. Nach Angaben aus seiner Familie braucht er vermutlich eine Knochenmark- Transplantation.

Ein Freund Litwinenkos äusserte die Vermutung, der Kritiker von Präsident Wladimir Putin sei Opfer eines Anschlags geworden. «Es ist sehr schwer, sich vorzustellen, dass Präsidenten Morde befehlen», sagte er der BBC. Niemand werfe Putin vor, den Anschlag angeordnet zu haben, «obwohl es sehr wahrscheinlich ist».

Russland bestreitet Verwicklungen

Russland hat jede Verwicklung in den angeblichen Giftanschlag bestritten. Ein Sprecher des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, Sergej Iwanow, wies die Vorwürfe zurück. «Wir haben nichts mit dem zu tun, was Litwinenko geschehen ist. Die russischen Geheimdienste greifen schon lange nicht mehr auf Mittel wie Vergiftung oder andere Mordformen zurück÷, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Die russische Botschaft in London führte Litwinenkos Erkrankung auf einen Unfall zurück. Seine Vertretung habe damit nichts zu tun. «Reden Sie mit der Londoner Polizei und warten Sie das Ende der Ermittlungen ab», sagte ein Sprecher.

Scotland Yard bestätigte, dass wegen des Verdachts eines Giftanschlags ermittelt wird. Das britische Aussenministerium wollte sich zu dem Fall zunächst nicht äussern und verwies auf die laufenden Ermittlungen.

(dl/sda)

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