280 Lastwagen unterwegs Richtung ukrainische Grenze
Russischer Hilfskonvoi: Kiew nennt Bedingungen für Annahme
publiziert: Mittwoch, 13. Aug 2014 / 12:38 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 13. Aug 2014 / 19:17 Uhr
Die ukrainische Regierung will den russischen Konvoi mit Hilfsgütern nicht ins Land lassen.
Die ukrainische Regierung will den russischen Konvoi mit Hilfsgütern nicht ins Land lassen.

Kiew - Das Tauziehen um die Grenzüberfahrt eines russischen Hilfskonvois in die Ostukraine ist am Mittwoch weitergegangen. Die ukrainische Präsidentschaft schloss eine Fahrt der Lastwagen in die umkämpfte Stadt Lugansk nicht mehr aus, nannte aber Konditionen.

8 Meldungen im Zusammenhang
Bedingung sei, dass der Konvoi die Grenze an einem Übergang nahe der Stadt überquere und die Ladung dort von ukrainischen Grenzwächtern und Mitarbeitern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kontrolliert werde, sagte der ukrainische Präsidentensprecher Swjatoslaw Zegolko in Kiew.

Er führte weiter aus, dass der Konvoi anschliessend von den Separatisten kontrolliertes Gebiet durchquere. In Lugansk müssten die Hilfsgüter von Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) verteilt werden.

Das IKRK hat aber noch nicht entschieden, ob es die Verteilung der Waren übernimmt. Nach Angaben der Organisation machte Russland bislang keine Angaben zu Art und Umfang der Hilfslieferungen. Zudem fehlten die Sicherheitsgarantien der Konfliktparteien, um eine Verteilung von Hilfsgütern zu ermöglichen, sagte eine IKRK-Sprecherin in Genf.

«Grenzenloser Zynismus»

Russischen Angaben zufolge befinden sich in den rund 280 Lastwagen, die am Mittwochabend an der Grenze erwartet wurden, Lebensmittel, Decken und Stromgeneratoren für die Bevölkerung in Lugansk, die seit Wochen ohne Strom, Wasser und ausreichend Nahrung ist. Kiew befürchtet jedoch, dass die Hilfe vor allem den prorussischen Rebellen in der belagerten Stadt zugute kommt.

Bislang bestand keine Klarheit, ob, wo und unter welchen Bedingungen der Konvoi über die Grenze gelassen werden würde. Während Moskau versicherte, die Entsendung des Hilfskonvois sei mit Kiew abgestimmt, reagierte die ukrainische Regierung wütend und drohte damit, die Lastwagen nicht ins Land zu lassen.

Ministerpräsident Jazenjuk warf Russland «grenzenlosen Zynismus» vor. «Zuerst schicken sie Panzer, Grad-Raketen und Banditen, die auf Ukrainer schiessen, und dann schicken sie Wasser und Salz», sagte er bei einer Kabinettssitzung. Die Ukraine sei in der Lage, für seine Bürger zu sorgen, und tue das auch, sagte Jazenjuk.

Die Regierung kündigte an, eine eigene Ladung Hilfsgüter ins umkämpfte Krisengebiet Donbass zu entsenden. Der Konvoi unter der Leitung des Roten Kreuzes solle am (morgigen) Donnerstag aufbrechen, sagte die Ostukraine-Beauftragte Irina Geraschtschenko in Kiew.

Deutlicher Anstieg der Kriegsopfer

Derweil gehen Kämpfe im Osten der Ukraine weiter und nahmen zuletzt an Intensität zu. Nach UNO-Angaben verdoppelte sich die Zahl der Toten in der Ostukraine fast in den vergangenen zwei Wochen auf insgesamt 2086. Unter den Toten in der Zeit zwischen dem 26. Juli und dem 10. August seien mindestens 20 Kinder, teilte das Büro des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte (UNHCHR) in Genf mit.

In der Mitteilung war von einer «sehr vorsichtigen Schätzung» die Rede. Die eigentliche Totenzahl sei vermutlich wesentlich höher.

Laut einer UNHCHR-Sprecherin wurden seit Mitte April im Schnitt mehr als 70 Menschen pro Tag getötet. Die Zahl der Verletzten wurde mit knapp 5000 angegeben, darunter mindestens 30 Kinder. Die Zahlen umfassen zivile Opfer ebenso wie ukrainische Regierungssoldaten und Mitglieder bewaffneter Gruppen beider Seiten.

(flok/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern/Wien - Sämtliche Lastwagen des umstrittenen russischen Hilfskonvois ... mehr lesen
Burkhalter (r.) betonte in seiner Funktion als Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Hilfslieferungen dürften nur nach humanitären Grundsätzen und unter Respektierung der ukrainischen Souveränität erfolgen.
Erste Lastwagen sind ohne Freigabe der ukrainischen Behörden in die Ostukraine eingefahren.
Kiew - Ohne Erlaubnis der ukrainischen Regierung und ohne das Rote Kreuz ist der russische Hilfskonvoi am Freitag über die Grenze in die Ostukraine gerollt. Die Regierung in Kiew ... mehr lesen 8
Donezk - Im Streit um humanitäre Hilfe für die Ostukraine hat die Führung in Kiew einen russischen Konvoi offiziell als Hilfslieferung anerkannt. Das teilte die ukrainische Regierung mit. mehr lesen 
Washington - Nach dem mutmasslichen Vorstoss russischer Schützenpanzer auf ... mehr lesen
Die Lastwagen wurden von ukrainischen Grenzschützern auf russischem Boden kontrolliert.  (Symbolbild)
Ukrainische Regierungstruppen haben die Separatisten-Hochburg Donezk unter Beschuss genommen. (Symboldbild)
Moskau/Donezk - In den Kämpfen mit Regierungstruppen geraten die prorussischen Separatisten in der Ostukraine immer stärker in die Defensive. Die Armee nahm am Donnerstag die ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Moskau/Donezk - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wartet auf eine Vereinbarung zwischen der Ukraine und Russland über die Verteilung der Güter des russischen Hilfskonvois. mehr lesen 
Kiew/Moskau/Genf - Ungeachtet der Vorbehalte des Westens hat Russland einen ... mehr lesen
Der Konvoi darf ukrainisches Gebiet nicht überqueren.
Kiew stichelt weiter gegen Russland.
Kiew - Im ostukrainischen Konfliktgebiet bleibt die Lage brisant: Die Ukraine hat Russland erneut eine ernste militärische Provokation an der gemeinsamen Grenze vorgeworfen. mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene ... mehr lesen 1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben ... mehr lesen  
NATO-Generalsekretär hält Rede in Warschau  Warschau - NATO-Generalsekretär Stoltenberg sieht das Bündnis wenige Wochen vor dem Warschauer Gipfel vor grossen Herausforderungen. Einen neuen ... mehr lesen   1
Die NATO sei weiterhin an einem Dialog mit Russland interessiert.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 11°C 18°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Basel 12°C 18°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 11°C 16°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Bern 10°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Luzern 11°C 18°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Genf 12°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 13°C 16°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen anhaltender Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten