Russischer Oppositionsführer Udalzow muss mit Anklage rechnen
publiziert: Mittwoch, 17. Okt 2012 / 13:57 Uhr
Der Oppositionsführer Sergej Udalzow soll einen Sturz der Regierung geplant haben.
Der Oppositionsführer Sergej Udalzow soll einen Sturz der Regierung geplant haben.

Moskau - Russische Spezialeinheiten haben den Moskauer Oppositionsführer Sergej Udalzow aus seiner Wohnung zu einem Verhör abgeführt. Dem Gegner von Kremlchef Wladimir Putin wird Anstiftung zu Massenunruhen vorgeworfen.

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Es sollen Vorwürfe untersucht werden, wonach der Politiker zusammen mit georgischen Regierungsvertretern einen Sturz der Regierung geplant haben soll. Dies teilte die Ermittlungsbehörde am Mittwoch mit. Udalzows Anwältin sagte, Beamte hätten die Wohnung ihres Mandanten durchsucht.

Vergangene Woche hatte der kremlnahe Fernsehsender NTV eine Dokumentation ausgestrahlt, in der Udalzow belastet wurde. Der Oppositionsführer war darin zu sehen, wie er sich mit Georgiern traf und mit ihnen die Planung eines Putsches besprach.

Den Ermittler zufolge wolle Udalzow tschetschenische Extremisten anwerben, um Anschläge zu verüben. Finanziert werden sollte der Putsch den Angaben zufolge von dem früheren Bankchef Andrej Borodin, der heute in Grossbritannien im Exil lebt.

Der 35-jährige Sergej Udalzow, der Chef der ausserparlamentarischen Linken Front, ist eine der Leitfiguren der seit Ende 2011 anhaltenden Protestwelle gegen Präsident Putin. Er war während der Proteste nach der umstrittenen Parlamentswahl und gegen die Wiederwahl Putins im Winter wiederholt festgenommen worden.

Im Falle einer Verurteilung drohen Udalzow bis zu zehn Jahre Haft. Menschenrechtler und Regierungsgegner warnten vor einem neuen Schauprozess wie zu Zeiten von Sowjetdiktator Josef Stalin.

(laz/sda)

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