Russland: Bastion der Medienfreiheit fällt
publiziert: Freitag, 25. Nov 2005 / 14:38 Uhr / aktualisiert: Freitag, 25. Nov 2005 / 17:42 Uhr

Moskau - In Russland hat der an RTL und Kreml-nahe Konzerne verkaufte Fernsehsender Ren-TV seine populärste Moderatorin abgesetzt.

Der Kreml kontrolliert die Fernsehlandschaft weitgehend.
Der Kreml kontrolliert die Fernsehlandschaft weitgehend.
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Der Grund: Sie hatte einen Fall von Zensur öffentlich gemacht. In den Hauptnachrichten sei ein kritischer Bericht über den Sohn von Verteidigungsminister Sergej Iwanow gekippt worden, sagte die Moderatorin Olga Romanowa nach Presseberichten in Moskau.

In der weitgehend vom Kreml kontrollierten Fernsehlandschaft galt der private Sender Ren-TV als letzter Hort freier Berichterstattung. Der Generaldirektor von Ren-TV, Alexander Ordschonikidse, wies den Zensurvorwurf zurück. Der Konflikt mit Romanowa sei rein arbeitsrechtlich, sagte er.

Verkauf des Senders

Im Sommer hatten die Gründer den Sender zu 30 Prozent an die RTL Group (Luxemburg) und zu je 35 Prozent an die russischen Grosskonzerne Sewerstal und Sugutneftegas verkauft, die der Regierung nahestehen.

Romanowa hatte nach eigenen Angaben einen Bericht über den Ministersohn eingeplant, der eine Fussgängerin totgefahren hatte, aber straffrei davon gekommen war. Die Senderleitung setzte den Beitrag ab, worüber die Journalistin im Radiosender Echo Moskwy berichtete. Zur Strafe dürfe sie keine Nachrichten mehr moderieren und den Sender nicht betreten, sagte sie.

Letzte unabhängige Station

«Damit ist der letzte Sender verloren gegangen, der eine gewisse Unabhängigkeit und Objektivität wahrte», sagte der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow zu dem Vorfall.

In einem ähnlichen Fall hatte der vom Kreml kontrollierte Sender NTW 2004 seinen Starmoderator Leonid Parfjonow entlassen. Parfjonow hatte öffentlich gemacht, dass ein Interview mit der Witwe des tschetschenischen Übergangspräsidenten Selimchan Jandarbijew auf Druck aus dem Kreml zensiert worden sei.

(ht/sda)

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